
Identifikation (kurz)
Titel
Nachlass Max Burchard (einschließlich Nachlass Hans Berner)
Laufzeit
1838-2000
Bestandsdaten
Geschichte des Bestandsbildners
Max Burchard wurde am 09.10.1870 in Bückeburg geboren. Sein Vater war Landrat in Stadthagen. Max Burchard war seit 1905 Landrat des Kreises Alfeld. Seit 1920 fungierte er als höherer Beamter für das Landesfinanzamt Hannover. Burchard engagierte sich im „Verein für niedersächsische Familienforschung“ (heute Niedersächsischer Landesverein für Familienkunde e.V.), dessen Vorsitz er von 1921-1923 innehatte. Neben genealogischen Forschungsarbeiten für den Raum Bückeburg und Südniedersachsen betrieb er auch umfangreiche Forschungen zur eigenen Familiengeschichte. Max Burchard war mit Manon Gropius, der Schwester des Architekten und Bauhaus-Gründers Walter Gropius verheiratet und legte einen Fokus auf diesen Teil der Verwandtschaft. Er starb am 27.07.1944.
Hans Berner wurde am 31.07.1885 in Steinbach-Hallenberg (Thüringen) geboren. Während des Ersten Weltkriegs diente er als Hauptmann. Berner studierte Jura und war von 1932-1933 Polizeipräsident in Königsberg, ehe ihn die Nationalsozialisten in den einstweiligen Ruhestand versetzten. 1941 wurde er Richter am Reichsverwaltungsgericht in Berlin und war auch beim Innenministerium tätig. Hans Berner war vor 1933 Mitglied der DVNP und gehörte seit 1942 der NSDAP an. Zudem war er Mitglied im NS-Reichskriegerbund. Nach dem Zweiten Weltkrieg amtierte er als Verwaltungsgerichtsdirektor in Hannover, wo er wenig später Regierungsvizepräsident wurde. Nach seiner Pensionierung saß er im Präsidium des DRK-Landesverbandes Niedersachsen. Hans Berner starb am 17.04.1962 in Hannover.
Bestandsgeschichte
Der Bestand V.V.P. 132 besteht aus zwei Teilen, den Nachlässen von Hans Berner und Max Burchard. Sie enthalten im Fall Max Burchard vor allem genealogische Unterlagen und bei Hans Berner Aufzeichnungen zu bäuerlichen Hofstellen in den Ämtern Grohnde, Polle und Ohsen. Durch einen Depositalvertrag mit der „Familienkundlichen Kommission für Niedersachsen und Bremen sowie angrenzende ostfälische Gebiete e.V.“ kamen die Nachlässe 1994 an das Gleimhaus – Museum der deutschen Aufklärung in Halberstadt. In früheren Jahren war dort eine familienkundliche Arbeitsgemeinschaft aktiv, weshalb die Kommission sich mit den Nachlässen an das Museum wandte. Im Jahr 2003 wurde der Bestand dem Museum als Schenkung vermacht. Im April 2023 trat das Gleimhaus an die Abteilung Hannover des Niedersächsischen Landesarchivs heran und bat darum, die beiden Nachlässe im Sinne einer Verlagerung nach Hannover neu zu bewerten. Im August 2023 wurden beide Nachlässe schließlich an das Landesarchiv übergeben, nachdem ein Übereignungsvertrag mit dem Gleimhaus geschlossen worden war.
Enthält
u.a. Ausarbeitungen und Korrespondenzen zu Buchveröffentlichungen; Unterlagen über Vereinsarbeit; Zeitungsartikel; Stammbäume und Ahnenlisten (Burchard)
Aufzeichnungen über Höfe in den Ämtern Grohnde, Polle und Ohsen; Listen von Hofbesitzern und deren Vorfahren (Berner)
Literatur
Berner, Hans: Die Meierhöfe, Kötner- und Beibauernstellen in Bessinghausen und Börry, Amt Grohnde, Kreis Hameln-Pyrmont: Besitzerfolgen und Vorfahrenlisten, Hannover, 2007
Berner, Hans: Hajen: ein Quellenbeitrag zur Geschichte eines hannoverschen Dorfes, Bockenem, 1937
Burchard, Max: Das Stadtarchiv zu Stadthagen als Quelle für die Bevölkerungsgeschichte, Leipzig, 1927
Burchard, Max: Die Kopfsteuerbeschreibung der Fürstentümer Calenberg-Göttingen und Grubenhagen, 1940
Findmittel
EDV-Findbuch (2026)
Siehe
Korrespondierende Archivalien
weitere Informationen über Hans Berner siehe
NLA HA Nds. 120 Hannover Acc. 95/85 Nr. 3 (Personalakte)
NLA HA Nds. 171 Hannover Nr. 11312 (Entnazifizierungsverfahren)
NLA HA Nds. 100 Acc. 2000/130 Nr. 4 (einzelne Personaldokumente)