Notariats Instrument, aufgenommen von Notar Hermann Oldendorff in Gegenwart der Zeugen Adam Follingk u. Hans Wherkopff über nachstehend angegebenen Vorfall
zu Ohlszburgk, im gericht Lichtenbergk, Braunschweigischen furstenthumbs, uf offentlicher straszen vor Carsten Bendorffs hoffe:
der Fürstl. Amtmann zum Lichtenberg Hermann Widdeken will die von dem Bischöfl. Official Huhddeszheimb gesperrte Kirche zu Ölsburg wiederöffnen, die von Honrodt im Besitz der geistl. u. Weltl. Propstei zu Ölsburg erhalten und das von alter Zeit her in Ölsburg hergebrachte Landgericht halten, im Namen des Herzogs Friedrich zu Br. u. Lün. An diesem Vorhaben wird der gen. Amtmann mit Gewalt durch den mit 1 Offizier u. 8 Musketieren gegenwärtigen Drost Adrian de Went aus Peine verhindert. Der Drost behauptet, Ölsburg gehöre zu denjenigen Pertinenzstücken des Stifts, welche nach dem unlängst publicirten definitiven Urtheil des Kaiserl. Kammergerichts dem Bischof zu restituiren seien, wogegen der Br. Lün. Amtmann Widdeken Ölsburg als uralten Besitz für das Haus Br. u. Lüneburg in Anspruch nimmt und u.a. bemerkt, daß seitens des Fürstl. Hauses nach einander die von Botmer, Wetberg, Bartenschleben u. seit 1483 die von Honrodt mit der Weltl. Propstei belehnt gewesen seien, während die Geistl. Propstei lange vor dem Passauischen Vertrag durch Herzog Heinrich d. J. einem Jonas Meyer (?) u. darauf dem Kammerschreiber Christoph Sorschen verliehen sei, welcher hernach anno 1557 zum Berghauptmann angenommen sei; Herzog Heinrich Julius habe später die Geistl. Propstei den mit der Weltl. Propstei schon früher belehnten von Honrodt eingeräumt, etc. etc. Von beiden Seiten werden Proteste u. Reservationen ausgesprochen; etc. etc.
Anno 1630 Dingstages in der wochen Johannis Baptistae 22. Juny hora septima vormittages.
Mit dem Notariatszeichen; darin die Worte: Jus omnibus aequum.
22.06.1630
| Typ | Bezeichnung | Zugang | Info |
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| Original | Urkunde |
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Link: https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v9967450