1. Kläger/Appellant:
Jürgen Schnekker, Ratsverwandter, Kauf- und Handelsmann zu Hildesheim, und seine Frau Ilse Margarete Maß (Maßen, Maas) (Bekl.)
2. Beklagter/Appellat:
Kinder der Ilse Margarete Maß (Maßen) aus der ersten Ehe mit Hans Hinüber [ca.1603-1670]: Johann Heinrich, Jobst Henning [geb. 1657], Arend Ludwig [ca.1652-1702], Hermann Bernhard und Anna Dorothea Hinüber [1668-1696], danach (1698) Dr. med. Konrad Berthold Behrens [1660-1736], Witwer der verstorbenen Anna Dorothea Hinüber, alle zu Hildesheim (Kl.)
3.1. Prokuratoren/Kläger bzw. Appellant:
Dr. Johann Paul Fuchs, 1697, Prokurator
sub. Dr. Ludwig Ziegler der Jüngere, 1697, Prokurator
3.2. Prokuratoren/Beklagter bzw. Appellat:
Lic. Konrad Franz von Steinhausen, 1697, Prokurator
sub. Lic. Franz Peter Jung, 1697, Prokurator
wegen
4. Streitgegenstand:
appellatio
Besitzstreitigkeiten. Jürgen Schnekker hatte 1671 die Witwe Ilse Margarete Maß geheiratet, die in erster Ehe mit Hans Hinüber verheiratet gewesen war und mit Johann Heinrich, Jobst Henning, Arend Ludwig, Hermann Bernhard und Anna Dorothea Hinüber fünf Kinder aus erster Ehe hatte. In dem Ehevertrag zwischen Schnekker und Maß wurden die Erbrechte der Kinder erster Ehe geregelt. Demnach beanspruchten die Geschwister Hinüber das von ihrer Mutter und Schnekker bewohnte Haus am Markt in Hildesheim sowie die Einkünfte einiger Meiergüter in den Dörfern Ilten und Bilm. Nach Darstellung der Kinder erster Ehe waren diese Güter Teil ihrer Abfindung und der Mutter und ihrem zweiten Ehemann lediglich auf 20 Jahre (bis 1691) zur Nutzung überlassen worden. Ilse Margarete Maß und ihr Mann behaupteten jedoch, dass die Güter den Kindern erblich verschrieben worden seien. Die Zwanzigjahresfrist habe nur für den Stiefvater und für den Fall gegolten, dass Jürgen Schnekker seine ältere Frau überlebe. Die Kinder erster Ehe erhoben deshalb Klage vor
1697 - 1698
dem Rat der Altstadt Hildesheim, der 1694 ein Urteil zu ihren Ungunsten fällte. Dagegen appellierten die Betroffenen an die Regierung in Hildesheim, die 1696 Schnekker zur Herausgabe des Hauses am Markt und zu Mietzahlungen seit 1691 verurteilte. Schnekker und seine Frau appellierten dagegen an das RKG. Nach dem Tod der Anna Dorothea Hinüber (1696) kam ein Vergleich zwischen den Parteien zustande. Allerdings wurde Anna Dorotheas Ehemann Dr. Behrens von der Teilung ausgeschlossen, weil er mit seiner Frau keine Kinder hatte. Als Erbe seiner Frau erhielt Dr. Behrens den Anspruch auf eine Sechstel des Hauses und der Meierzinsen aufrecht und setzte den RKG-Prozess gegen Schnekker und Maß sowie nun auch gegen die Brüder seiner Frau, die sich als Intervenienten an dem Verfahren beteiligten, fort.
5. Vorinstanz:
Bürgermeister und Rat der Stadt Hildesheim 1692
Regierung zu Hildesheim 1696
Bd. 2: Priora der Regierung Hildesheim mit Designatio Actorum 1694-1695
Darin:
Q 3 B Eheberedung zwischen Ilse Margarete Maßen und Jürgen Schnekker 1671
Q 8 A-D Quittungen des Johann Heinrich, des Jobst Henning, der Anna Dorothea und des Johann Joachim Hinüber nebst Ehepartnern über den Empfang der "legitima und kindlichen Ablage" 1679, 1688
Q 11 B Auszug aus der Ehestiftung zwischen Jobst Henning Hinüber und Ilse Leve Rüdeman 1683
Q 24/2 E Auszug aus der Ehestiftung zwischen Johann Joachim Hinüber und Katharina Vageding 1687
Q 24/3 Auszug aus der Ehestiftung des Arnold Ludwig Hinüber 1691
Q 32 und Q 46 G Rechtsgutachten des Dr. Johann Eisenhardt (1694) und der Juristenfakultät zu Helmstedt für Ilse Margarete Maßen und ihren 2. Ehemann (1695)
Q 40 Urteil des Rates der Stadt Hildesheim, eingeholt von der Juristenfakultät Marburg, in Sachen Ilse Margarete Peinen, Witwe des Pastors Daniel Gerhard [gest. 1689?] zu Burgdorf und Neuenkirchen, und Friedrich Wilhelm Krauel für
seine Frau Anna Katharina Peinen gegen ihren Stiefschwiegervater Johannes Fischhaubt wegen Abfindung 1692
Q 46 F 1 Eherezess zwischen Ludolf Hahn und Dorothea Bornemann, Witwe des Handelsmanns Hans Maßen zu Hildesheim und Mutter der Ilse Margarete Maßen 1642
Q 46 F 2 Auszug aus dem Testament der Adelheid Storre, Großmutter der Ilse Margarete Maßen 1656
Q 46 F 3-4 Erbtauschrezess und Vergleich zwischen den Vormündern der Kinder des Heinrich Julius Detmers und dem Handelsmann Hans Hinüber wegen zweier Brauhäuser zu Hildesheim (1659) und Zeugenaussagen (1695)
Q 46 H Gutachten des Dr. Johann Eisenhardt in Sachen Ehefrau des Daniel Bödeker zu Haimar, Witwe des Hermann Liechtenberg contra Balthasar Proven, Schwiegersohn des Hans Liechtenberg und Vogt zu Haimar, wegen strittiger Nutzung von Ländereien 1695
in Q 46 H Vertrag des Hans Liechtenberg, Vogt zu Haimar, mit seinem Vetter Hermann Liechtenberg wegen Übergabe eines Hofes zu Haimar 1667
Hinweis:
Q 1-49
2
S 3347/II
S 2678/II
schnekker 1682
Burgdorf # Werlaburgdorf, Krs. Wolfenbüttel
Haimar # Sehnde, Krs. Hannover
Hildesheim, Stadt, Einwohner
Neuenkirchen # Liebenburg, Krs. Goslar
Helmstedt, juristische Fakultät
Marburg, juristische Fakultät
Bornemann, Dorothea s. Hahn
Bödeker, Daniel
Bödeker, N.N., verw. Lichtenberg
Dettmer, Heinrich Julius
Eisenhardt, Johann, Dr.
Fischhaupt, Johannes
Gerhard, Daniel, Pastor
Gerhard, Ilse Margarethe, geb. Peine
Hahn, Dorothea, geb. Bornemann, verw. Maß
Hahn, Ludolf
Hinüber, Ilse Leve, geb. Rüdemann
Hinüber, Johann Joachim
Hinüber, Katharina, geb. Vogeding
Hupkemeier, Adelheid, geb. Storre
Krauel, Anna Katharina, geb. Peine
Krauel, Friedrich Wilhelm
Lichtenberg, Hans, Vogt
Lichtenberg, Hermann
Lichtenberg, N.N.
Maß, Dorothea, geb. Bornemann
Peine, Anna Katharina s. Krauel
Peine, Ilse Margarete s. Gerhard
Proven, Balthasar, Vogt
Rüdemann, Ilse Leve s. Hinüber
Storre, Adelheid s. Hupkemeier
Vageding, Katharina s. Hinüber
Brauhaus
Erbtauschrezess
Geistliche, evangelische, Pastor
Rechtsgutachten, 17. Jh.
Testament, 17. Jh.
Vergleich, 17. Jh.
Zeugenvernehmung, 17. Jh.
| Typ | Bezeichnung | Zugang | Info |
|---|---|---|---|
| Original | Akte | 0050 / 19 |
|
Link: https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2599007