NLA HA Celle Or. 100 Isenhagen

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Urkunden des Klosters Isenhagen

Laufzeit 

1246-1558

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

I. Bestandsinformation:
Gründung des Zisterzienserklosters 1243 durch Herzogin Agnes mit Unterstützung Herzog Ottos des Kindes in Alt-Isenhagen. Nach einem Brand Wiederbesetzung mit Zisterzienserinnen 1265. Das Kloster wurde 1327 an die Pfarrkirche in Hankensbüttel verlegt und 1345 an den jetzigen Ort, Neu-Isenhagen, beim Dorf Emmen. Seit Einführung der Reformation besteht es als evangelisches Damenstift weiter. Der Hauptteil der Urkunden liegt im Kloster. Die Urkunden befanden sich früher bei Celle Or. 17-28.
Akten: Celle Br. 49 III

II. Umfang:
12 Urkunden, Wasserschäden

III. Erschließung:
EDV-Findbuch 2008

IV. Bemerkungen

Bestandsgeschichte 

I. Zur Geschichte des Klosters Isenhagen

Das Kloster Isenhagen gehört zu den sechs Lüneburger Frauenklöstern, auch "Heideklöster" genannt, die im Umkreis der Stadt Lüneburg zu finden sind. Diese Gemeinschaften von Zisterzienserinnen oder Benediktinerinnen waren wirtschaftlich von Lüneburg abhängig und teilweise unter den Schutz der Stadt gestellt. Ihre Bewohnerinnen rekrutierten sich überwiegend aus Lüneburger Patrizierfamilien.

1243 wurde das Kloster Isenhagen ursprünglich als Mönchskloster in Alt-Isenhagen gegründet. Herzogin Agnes von Meißen, eine Schwiegertochter Heinrichs des Löwen, stiftete das Kloster aus Gütern, die sie von ihrem Neffen Herzog Otto erworben hatte. Nach einem Brand 1259 verließen die Mönche das Kloster, worauf ein Konvent von Zisterzienserinnen ab 1262 deren Stelle einnahm. Von dort siedelten die Nonnen mit Zustimmung des Bischofs Otto von Hildesheim 1327 nach Hankensbüttel über, wo sie das neue Klostergebäude direkt neben der bereits vorhandenen Kirche erbauten. Diese Gebäude brannten 1336 nieder. Ein weiteres, neues Klostergebäude wurde mit Erlaubnis des Bischofs Erich von Hildesheim nochmals an einen anderen Ort verlegt. Dieser wurde in der Nähe des Dorfes Emmen auf Grund seiner ruhigen und günstigen Lage gewählt. Die Klostergebäude wurden abseits der Heerstraße sowohl als Schutzmaßnahme für das Kloster und als auch gegen eine Überbeanspruchung der christlichen Gastpflicht errichtet. Die an dieser Stelle ab 1345 entstandenen Klostergebäude stehen bis heute. Die Klosterkirche, erbaut zwischen 1346 und 1366, ist ein einschiffiger gotischer Backsteinbau mit einem Chor von gleicher Breite und einer bemalten Balkendecke. Sie wurde der Jungfrau Maria geweiht.

1527 führte Herzog Ernst, der Bekenner, von Braunschweig-Lüneburg die lutherische Reformation ein. Er nutzte diese, um Propst Friedrich Burdian abzusetzen und durch einen Amtmann

seiner Wahl zu ersetzen. Damit gehörte die ehemalige Propstei mit ihren Einnahmen zum herzoglichen Besitz, wodurch dem Kloster seine ökonomische Grundlage und die damit verbundene Unabhängigkeit genommen wurde.

Der Konvent des Klosters Isenhagen blieb dem alten Glaube lange verbunden. Veränderungen des klösterlichen Lebens im Sinne der Reformation zogen sich bis 1540 hin. In jenem Jahr wandelte sich das Kloster endgültig vom Zisterzienser-Nonnenkloster zum evangelischen Damenstift.

Das tägliche Klosterleben orientierte sich auch nach der Reformation noch lange an alten Bräuchen. Dies zeigt unter anderem die Begründung des Baus eines Fachwerkhauses vor dem Klostereingang. Es wurde erbaut, um Reisenden, besonders männlichen, eine Unterkunft anbieten zu können. Erst der Dreißigjährige Krieg beendete diese Form der mittelalterlichen Gastpflicht.

Auch heute noch wird das Damenstift von einer Äbtissin geleitet, die dem Konvent vorsteht. Der Konvent gibt sich, in Anlehnung an alte klösterliche Traditionen, eine geistliche Ordnung. So werden in Isenhagen an bestimmten Tagen und zu verschiedenen Anlässen die auch in der lutherischen Kirche gebräuchlichen Stundengebete (Horen) regelmäßig gesungen.

Im 20. Jahrhundert ist der Konvent zu Isenhagen bedingt durch zwei Weltkriege mittellos geworden, so dass er heute vom Land Niedersachsen erhalten werden muss.

Dieser kurze Abriss der Geschichte des Klosters Isenhagen ist in Zusammenarbeit mit dem Praktikanten Rüdiger Brandis im Juli 2008 geschrieben worden.


II. Literaturhinweise

Appuhn, Horst, Kloster Isenhagen, Lüneburg 1966.
(Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: T Isenhagen 1)

Brandis, Wolfgang, Chronik des Klosters Isenhagen 1578-1720, Gifhorn 2005.
(Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: BS VI 62)

Dickmann, Günter, Kampf ums Kloster. Vom Nonnenstift zum evangelischen Damentift - die

Reformation bei den Zisterzienserinnen in Isenhagen, Hankensbüttel 1996.
(Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: SD 3190)

Faust, Ulrich, Bearb., Germania Benedictina, Bd. 12: Norddeutschland, München 1994.

Hodenberg, Wilhelm von, Die Urkunden des Klosters Marienrode, Hannover 1859, Calenberger Urkundenbuch, 4. Abteilung (nachgewiesen als: UB Marienrode Nr.)
(Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: Sc 1,4)

Meyer, Adolf, Kloster Isenhagen geplündert : ein paar verwegene Burschen wollten sich ihren Sold auf
eigene Faust verschaffen, in: Isenhagener Kreisblatt, Nr. 160, 1963
(Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: Sb 73,19 - Sammelmappe Kreis und Stadt Gifhorn -)

Riggert, Ida-Christine, Die Lüneburger Frauenklöster, Hannover 1996.
(Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: 01881)

Urkundenbuch des Klosters der Mutter Maria zu Isenhagen, hrsg. vom Historischen Verein für Niedersachsen, Hannover 1870, Lüneburger Urkundenbuch, 5. Abteilung (nachgewiesen als UB Isenhagen Nr.)
(Signatur der Dienstbibliothek des HStAH: Sb 6,5)

Homepage des Klosters Isenhagen (Stand: Juli 2008): http://www.kloster-isenhagen.de


III. Bestandsgeschichte

Der im Hauptstaatsarchiv Hannover überlieferte Urkundenbestand des Klosters Isenhagen umfasst lediglich 13 Urkunden aus der Zeit von 1246 bis 1558; diese Stücke sind aus dem herzoglichen Archiv nach Betreff zusammengestellt worden (Pertinenzbestand) und waren früher bei Celle Or. 17-28 eingereiht. Der Hauptteil der Urkundenüberlieferung liegt im Kloster.

Zur parallelen Aktenüberlieferung siehe: Celle Br. 49 III.

Hannover, im Juli

2008

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet