StadtA H 3.NL.125

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Description

Identification (short)

Title 

Nachlass Lessing

Fonds data

History of creator 

Theodor Lessing wurde am 08.02.1872 als Sohn eines jüdischen Arztes geboren. Schon während seines Studiums verfasste er Gedichte und Romane. Er lehrte als Privatdozent für Pädagogik und Philosophie an der Technischen Hochschule Hannover und ab 1919 auch an der Volkshochschule. Nachdem Lessing 1925 mit einem Artikel im Prager Tagblatt vor der Wahl des in Hannover lebenden Hindenburg zum Reichspräsidenten gewarnt hatte, erzwang die überwiegend nationalistisch eingestellte Studentenschaft Lessings Beurlaubung. Drohungen gegen ihn folgten. Lessing verließ Hannover 1933 und emigrierte zunächst nach Prag, dann nach Marienbad. Dort wurde er in der Nacht vom 30. zum 31. August 1933 von Nationalsozialisten ermordet.

Im November 1908 gründete Theodor Lessing den Deutschen Antilärmverein und geißelte in seiner Kampfschrift gegen die Geräusche unseres Lebens „all dies entsetzliche Randalieren, dies unaufhörliche Brüllen, Dröhnen, Pfeifen, Zischen, Fauchen, Hämmern, Rammeln, Klopfen, Schrillen, Schreien und Toben.“ Die Vereinszeitschrift „Der Antirüpel“ riet zum akustischen Gegenangriff, wenn gegen den Krach von nebenan rein gar nichts mehr half. Mit Paukenschlägen solle dem Nachbar Einhalt geboten werden oder in dem ein Leierkastenmann auf ihn zu hetzen sei... Nach drei Jahren war der Verein pleite und alles fiel in sich zusammen.

Custodial history 

Rechtsstatus: Der Nachlass ist Eigentum des Stadtarchivs.

Hinweis:
Einige weitere Dokumente von und über Theodor Lessing befinden sich im Nachlass Berg
(Dep. Gruber). Ergänzende Archivalien sind 1 HR 19 Nr. 191 und 192.

Literature 

1) Theodor Lessing: Wortmeldungen eines Unerschrockenen. Publizistik aus drei Jahrzehnten, Leipzig und Weimar 1987 (hg. und mit einer Einleitung versehen von Hans Stern)

2) Rainer Marwedel: Theodor Lessing 1872 - 1933, eine Biographie. Darmstadt 1987

3) Theodor Lessing: Die verfluchte Kultur. Gedanken über den Gegensatz von Leben und Geist; mit einem Essay von Elisabeth Lenk, München 1981

Information / Notes

Additional information 

teilweise verzeichnet