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StadtA H 1.NR.0.05

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Description

Identification (short)

Title 

Handakten Hillebrecht

Life span 

1880-1986

Fonds data

Custodial history 

Der Archivbestand „Handakten Hillebrecht“ umfasst die Unterlagen, die im Büro des Stadtbaurates Rudolf Hillebrecht (Amtszeit 1948-1975) angelegt wurden. Die Akten haben tatsächlich eine Laufzeit von 1914 bis 1986, der zeitliche Schwerpunkt liegt aber selbstverständlich in den Jahren von 1948 bis 1975.
Da Hillebrecht über fast 30 Jahre in der hannoverschen Bauverwaltung an der Spitze stand und das Gesicht und die städtebauliche Struktur Hannovers nach den massiven Zerstörungen der Stadt im Zweiten Weltkrieg maßgeblich gestaltete, ist diese Überlieferung einer der bedeutendsten Bestände des Stadtarchivs. Ihre Bedeutung wird noch dadurch gesteigert, dass aus demselben Zeitraum andere wichtige Quellen fehlen. Hier ist v.a. das Fehlen der Unterlagen aus den Büros der ersten Oberstadtdirektoren bis zur Amtszeit von Hinrich Lehmann-Grube (ab 1980) zu beklagen.
Die inhaltliche Vielfalt der Akten aus dem Büro von Rudolf Hillebrecht ist bemerkenswert. Ein thematischer Schwerpunkt ist – außer der Tatsache, dass die meisten Akten mit Stadtplanung und Bauen an sich zu tun haben – nicht erkennbar. Die explizit als solche ausgewiesenen „Handakten“ trugen in der hergebrachten Ordnung die Nummern I bis VI und 60 bis 69. Sie beziehen sich auf die einzelnen Abteilungen der Bau- und Stadtverwaltung; diese umfassen in der neu hergestellten Ordnung 191 Akten, ca. 20% des Bestandes.

Das Themenspektrum reicht ganz allgemein von Drucksachen, Schriftverkehr, handschriftlichen Notizen und Protokollen über Reiseberichte, zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen sowie Sammlungen von Zeitschriften- und Zeitungsartikeln hin zu hannoverschen Aspekten der Nachkriegszeit bis in die 80er Jahre wie die Constructa-Bauaustellungen, das Bredero-Projekt, den Bau der U-Bahn in der Innenstadt, das Ihme-Zentrum usw., daneben aber auch viele Verwaltungsthemen wie die Bodenreform, das Bundesbaugesetz, das Großraumgesetz Hannover, Haushaltspläne und ähnliches. Themenabhängig gestaltet sich auch der Umfang der Akten; während viele Themen sehr erschöpfend in mehreren Aktenmetern behandelt werden, gibt es auch Akten, die nur ein Blatt umfassen. Einige Akten aus der Zeit, bevor Hillebrecht nach Hannover kam, scheinen ebenfalls im neuen Büro abgelegt worden zu sein, darunter fallen einige persönliche Akten und Sammlungen von Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln aus den Zwanziger und Dreißiger Jahren, die sowohl seine Mitarbeit bei Walter Gropius (nach 1934) als auch die Zeit in Hamburg bei der Reichsluftfahrtbehörde und im Büro von Konstanty Gutschow (1937-1944) betreffen; einen größeren Teil machen dabei die Akten des „Reichsstatthalters Hamburg“ (zwischen 1941 und 1945) und die des AKE („Amt für kriegswichtigen Einsatz“, zwischen 1940 und 1945) aus.

Der Bestand „Handakten Hillebrecht“ ist im Oktober 1986 ins Stadtarchiv gelangt. Im Archiv wurden die vorhandenen Akten zunächst nummeriert und die auf den Aktenrücken im Büro von Hillebrecht angebrachten Titel maschinenschriftlich auf Karteikarten erfasst. Im Rahmen eines von der Volkswagen-Stiftung geförderten Forschungsprojektes zum Thema „Rudolf Hillebrecht und Hannover: Leitbilder und Planungen nach dem Zweiten Weltkrieg“ am Institut für Bau- und Kunstgeschichte der Universität Hannover wurde der Bestand inhaltlich gegliedert und die Karteikarten wurden bestimmten Themen zugeordnet. Eine tiefere Erschließung der einzelnen Titel wurde nicht vorgenommen.

Die ursprüngliche Ordnung der Handakten war durch Umlagerungen, durch verschiedene Benutzer in den letzten Jahrzehnten und die Versuche, eine thematische Ordnung herzustellen, nicht mehr nachvollziehbar. Die durchlaufende Nummerierung (Akz. 14/1986; lfd. Nummer) wurde zwischenzeitlich durch das Einfügen von Buchstaben und Zahlen zweiter Ordnung aufgebrochen. Möglicherweise sind über die Jahre auch einige Akten verschwunden, zumindest gibt es einige Lücken in der ursprünglichen Nummerierung. Es fehlen die Akten

Nr. 38: Stadtbauverwaltung – Geschichte des Bauplatzes für das Verwaltungsgebäude der „Hastra“ Ihmebrücke
Nr. 90 i: Bau-Koordinierungsausschuss beim Arbeitsamt Hannover
Nr. 91 n: Bund Deutscher Architekten (BDA) und 91 o: Prof. Bonatz (1993 von Knocke noch „bearbeitet“)
Nr. 92 e: Stirlinghaus – Verwendung für Schulen (Bemerkung: gleiches Thema jetzt unter: HA Hill. Nr. 1117)
Nr. 99: Handakte 60 - Bauverwaltungsamt
Nr. 116 b: Club zu Hannover (Bemerkung: gleiches Thema jetzt unter: HA Hill. Nr. 358)
Nr. 126 k: Bauausschusssitzung
Nr. 128 d: Betriebsabrechnung der Stadtentwässerung zu Hannover und e: Laves-Gesellschaft
Nr. 172 b: Vorprüfungsverfahren Deutscher Städtetag
Nr. 181 b: Stellungnahme 2. Entwurf eines Städtebauförderungsgesetzes
Nr. 197 a und b: (Bemerkung: fehlten schon vor der Neuordnung)
Nr. 211: Großraum-Gesetz Hannover
Nr. 223 l: Unterlagen zur Verkehrsplanung Frankfurt am Main
Nr. 225 c: „Aufbau“ Hannoversche Treuhandgesellschaft für Wohnungsbau GmbH und g: Autobahn Nord-Süd
Nr. 229 l: Haushaltssatzung der Landeshauptstadt Hannover für das Rechnungsjahr 1965
Nr. 230 w: Hauptstadt Hannover Haushaltsplan 1947
Nr. 239 e: „Verkehr“

Nr. 240 l: (Bemerkung: fehlte schon vor der Neuordnung. Evtl. AKE?)
Nr. 254: mehrere Gliederungsschemata für technische Dokumentation 1946
Nr. 260 m: „Städtebau und Landesplanung“
Nr. 264: Akten des Kriegssachschädenamtes und zu gesuchten Personen
Nr. 266: Zeitungsausschnitte ca. 1954
Nr. 267 a-c und e: Zeitungsausschnitte
Nr. 268: „Persönliches/Hamburg“
Nr. 279: Bauausschuss mit Sachverständigenbeirat
Nr. 280: Vorträge und Veröffentlichungen
Nr. 283: (Bemerkung: fehlte evtl. schon vor der Neuordnung).

Daneben gibt es zahlreiche Akten ohne eine Altsignatur (insgesamt 49 Akten).

Aus den vorhandenen Akten fehlen – nachweislich – einige Schreiben, Pläne oder ähnliches; es handelt sich dabei um Teile der jetzigen Bestandsnummern:
Nr. 46
Nr. 193
Nr. 194
Für Recherchen und die wissenschaftliche Auswertung dieses hochkarätigen Bestandes hat sich dieser unveränderte Erschließungsgrad als unzulänglich erwiesen. Im Hinblick auf die Vorbereitungen der Veranstaltungen zum 100. Geburtstag von Rudolf Hillebrecht wurde der Bestand daher mit finanzieller Unterstützung des Bereichs Stadtplanung durch Honorarkräfte, Frau Dr.-Ing. Birte Rogacki-Thiemann und Frau Dipl.-Ing. Sabine Warnecke, völlig neu erschlossen.
Der vorgefundene Aktenbestand umfasste die Nummern 1-284, die neu hergestellte Ordnung, die sich in der Reihung an den Altakten orientiert, diese jedoch in sinnvolle Einheiten (sowohl vom Umfang her als auch inhaltlich) zusammenfasst, trägt nun die Nummern 1-1162. Die sachthematische Gliederung der 1162 laufenden Archivnummern wurde von den Bearbeiterinnen im Stadtarchiv entwickelt.
2 Archivkartons wurden dem Bestand entnommen und dem Bestand Kriegssachschädenamt zugeordnet.

Die Zeitschriften „Bau-Rundschau“ (1947-1951) und „Der Bauhelfer“ (1946-1950) wurden ebenfalls entnommen und als Zeitschriften mit eigenen Signaturen der Bibliothek zugeordnet.
Fotos zur Stadtbaugeschichte Hannover wurden aufgelistet, entnommen und werden der Fotosammlung zugeführt.
Recherchiert werden kann über die Gliederung, über Stichwörter und Namen von Persönlichkeiten, mit denen Hillebrecht in Kontakt stand.
Während der Verzeichnung wurden Büroklammern und Folien aus konservatorischen Gründen entfernt und die Akten in säurefreie Pappen umgebettet. Auf die Entfernung von Heftklammern wurde aus Zeitgründen verzichtet, jedoch Akten mit Metallklammern in der Verzeichnung unter „Bemerkungen“ extra aufgeführt, um so eine gezielte Entfernung zu ermöglichen.
Eng verwandt mit dem Bestand Handakten Hillebrecht ist der private Nachlass von Rudolf Hillebrecht, der sich ebenfalls im Stadtarchiv Hannover befindet.

Aus dem im Stadtarchiv befindlichen Nachlass-Teil separat erschlossen wurden 2009 die vorhandenen Belegexemplare / Sonderdrucke von Hillebrechts eigenen Publikationen (114 Titel, in Allegro mit Signatur „bau_nlhil“). Von Hillebrecht erstellte Publikationslisten und Schriftwechsel zu seinen Veröffentlichungen finden sich in den unter Gliederungspunkt 6 aufgeführten Akten.

Inhaltlich und verwaltungsgeschichtlich eng verwandt mit den „Handakten Hillebrecht“ sind folgende weitere Bestände aus städtischer Provenienz:
Bestand Bauverwaltungsamt (1943-1966; 107 Nummern, 2005 erschlossen)
Blockakten der Stadtplanung (Akz 39/2007; nicht erschlossen, vorläufiges Findmittel Akz 34/2007)
Fotos von städtischen Gebäuden und Plänen von Gebäuden aus der Ära Hillebrecht (Akz 60/2006; 1468 Stück, im Jahr 2009 in der Sammlung Foto weitgehend erschlossen)
Bibliothek der städt. Bauverwaltung (Akz 115/2004, 111/2006, 47/2008; im Jahr 2009 zu einem geringen Teil erschlossen; 198 Titel in Allegro mit Signatur „bau_...“)
zahlreiche Pläne aus der Stadtplanung in der Ära Hillebrecht (Akz 19/1988; im Jahr 2009 200 Stück in AIDA erschlossen)

Februar 2010 / Rg

Information / Notes

Additional information 

teilweise verzeichnet