NLA HA Cal. Or. 100 Wittenburg

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Urkunden des Klosters Wittenburg

Laufzeit 

(1203) 1344-1564

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Urkunden des Klosters Wittenburg, um 1300 als Niederlassung von Klausern gegründet, 1328 in ein Augustinerkloster umgewandelt und 1580 säkularisiert. Ein Teil ist nur als Fotoreproduktion der im Germanischen Nationalmuseum in Nürnburg vorliegenden Originale vorhanden.

Beschreibung 

Aus dem gedruckten Urkundenbuch von 1990 wurde im Rahmen eines DFG-geförderten Projekts im Jahr 2014 die Edition retrokonvertiert und 2015 mit den bereits vorhandenen Verzeichnungen zusammengeführt. Sofern der Text zu lang für das Titelfeld ist, wird er im Enthält-Feld fortgesetzt. Daruntergesetzt wurden zur Identifizierung der Orts- und Personennamen die Indexbegriffe aus dem Urkundenbuch. Durch die mit dem Verzeichnungsprogramm verbundenen Einschränkungen kann der Text allerdings nicht wie im Druck dargestellt werden: hochgestellte Fußnoten werden nach einem Leerzeichen auf der Zeile wiedergegeben, hochgestellte Buchstaben ebenfalls auf der Zeile, bei übergeschriebenen Buchstaben nach einem Schrägstrich (/). Querverweise sind auf die Signaturen (statt der laufenden Nummern des Urkundenbuchs) umgestellt. Diese Form der Darstellung ersetzt nicht die Benutzung des gedruckten Urkundenbuchs, doch es erleichtert einen schnellen Überblick über den gesamten Inhalt einer Urkunde und eröffnet umfangreiche neue Recherchemöglichkeiten.

Stand: November 2015

Geschichte des Bestandsbildners 

Die Wittenburg wurde wohl im 11. Jahrhundert von den Billungern auf einer Anhöhe bei einer Kreuzung wichtger Straßen errichtet und kam zusammen mit der Burgkapelle in den Besitz des Hildesheimer Domkapitels. Durch den Erwerb der Poppenburg 1227 verlor die Wittenburg an Bedeutung und zerfiel, nur die Kapelle blieb bestehen. Dort sind ab 1297 Klausner nachweisbar, deren Zahl bis 1316 auf 6 Personen stieg. Im Jahr 1328 wurde unter Bischof Otto II. von Hildesheim dort ein Augustiner-Chorherrenstift errichtet, wobei zunächst der Prior, ab 1426 dann der Subprior weiterhin als Klausner leben sollte. Nach den Siegeln lassen sich Willehad als Patrozinium der Klause und später die Jungfrau Maria für das Stift erkennen.

Wittenburg schloss sich früh der Windesheimer Reform-Kongregation an und wurde so in Niedersachsen Ausgangspunkte der Reform für Sachsen. Vom Baseler Konzil erhielt Prior Rembert ter List die Vollmacht, die Augustiner- und Augustinerinnenklöster in den Diözesen Halberstadt, Hildesheim und Verden zu visitieren und ggf. zu erneuern. Im Jahr 1543 erfolgte die reformatorische Visitation, 1588 dann durch Herzog Heinrich Julius die Säkularisation und die Eingliederung als Amt Wittenburg in die Großvogtei Calenberg. Im Jahr 1590 wurde der erste evangelische Pfarrer eingesetzt.

Die Güter lagen in der Umgebung des Stifts und im 14. Jahrhundert ist eine gezielte Erwerbspolitik zu erkennen. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts kam es zum wirtschaftlichen Niedergang und mussten Stiftsgüter verkauft werden. Von Bedeutung ist die Güteraufstellung (Registrum omnium bonorum) von 1462/78 (Oberlandesgericht Celle, Grupen'sche Sammlung C 30).

Stand: November 2015

Bestandsgeschichte 

Nach Einführung der Säkularisation blieben die Urkunden zunächst in Wittenburg und wurden 1668/69 inventarisiert (Hann. 74 Calenberg Nr. 105). Später waren sie in Privatbesitz und wurden 1855 an das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg verkauft. Insbesondere die Siegel habe unter der wechselvollen Geschichte gelitten und sind nur im Ausnahmefall noch vorhanden.

Nachdem Frau Dr. Gieschen 1972 die Niedersachsen betreffenden Urkunden des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg für die Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen aufgenommen hatte, darunter auch den Urkundenfonds des Klosters Wittenburg (vgl. Fremde Findbücher, FA 166), bemühte sich die niedersächsische Archivverwaltung um den Ankauf der Urkunden. Sie erreichte jedoch nur den Kauf eines Teils der Urkunden (vgl. Erlass vom 22. Mai 1973 - 23 Nr. 311/73). Mit Rechnung vom 19. Dezember 1972 verkaufte das Germanische Nationalmuseum 100 Pergamenturkunden des Bestandes Kloster Wittenburg aus den Jahren 1351 bis 1564 (vgl. Dienstregistratur Spez. E 3). Um den Bestand, der in die Abteilung Cal. Or. 100 eingegliedert wurde, vollständig dokumentieren zu können, wurden 1974 Fotokopien der nicht verkauften Urkunden vom Germanischen Nationalmuseum beschafft. Aus ihnen und den angekauften Urkunden wurde der vorliegende Bestand gebildet.

Für die Zeit bis 1399 wird auf den Druck bzw. Regesten im Urkundenbuch des Hochstifts Hildesheim verwiesen. Für die Urkunden der darauffolgenden Zeit nach 1401 wurden ausführliche Regesten mit möglichst vollständiger Erfassung des Namensmaterials gemacht.

Stand: 9. November 1977/2015

Enthält 

Fondsedition:
Urkundenbuch des Klosters Wittenburg, bearbeitet von Brigitte Flug [...] (Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Niedersachsens im Mittelalter 13). Hildesheim 1990. (Signatur der Dienstbibliothek des NLA HA: BS VI 123 bzw. Se 60,1) - Nachgewiesen als: UB Wittenburg Nr.

Drucke und Regesten aus folgendem Werk sind bei den jeweiligen Urkunden nachgewiesen:

UB Hochstift Hildesheim
Urkundenbuch des Hochstifts Hildesheim und seiner Bischöfe, hrsg. von K. Janicke und H. Hoogeweg. Teil 1-6, Leipzig und Hannover 1896-1911.

Literatur 

Artikel Wittenburg, bearb. von Simon Sosnitza, in: Niedersächsisches Klosterbuch Teil 3, hrsg. von Josef Dolle (Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen 56,3), Bielefeld 2012, S. 1551-1555. (Signatur der Dienstbibliothek des NLA HA: BS VII 353,3)

Güterverzeichnis des Klosters Wittenburg von 1462/78, bearb. von Peter Bahrdehle (Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Niedersachsens im Mittelalter 13). Hildesheim 1990. (Signatur der Dienstbibliothek des NLA HA: BS VI 123 bzw. Se 60,1)

Hoogeweg, Hermann, Verzeichnis der Stifter und Klöster Niedersachsens vor der Reformation, umfassend die Provinz Hannover, die Herzogtümer Braunschweig und Oldenburg, die Fürstentümer Lippe-Detmold und Schaumburg-Lippe, die Freien Städte Bremen und Hamburg und Hessisch-Schaumburg, Hannover 1908. (Signatur der Dienstbibliothek des NLA HA: Rb 1)

Findmittel 

Maschinenschriftliches Findbuch, z.T. mit Vollregesten 1977; EDV-Findbuch 2015

Siehe

Korrespondierende Archivalien 

Akten: Cal. Br. 7

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M. 

100 Stück

Bearbeiter 

Dr. Jürgen Asch (1977)
Hildegard Krösche (2015)