LkAH D 12

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Description

Identification (short)

Title 

Pfingstkonferenz

Life span 

1896-1996

Fonds data

Custodial history 

1985 übergab Landesuperintendent i.R. Kurt Schmidt-Clausen dem Landeskirchlichen Archiv einen Bestand an Handakten zur Pfingstkonferenz.
1974 hatte die Pfingstkonferenz ihre Arbeit eingestellt; da aber zur Zeit der Aktenübergabe Überlegungen aufgekommen waren, die Pfingstkonferenz wieder zu beleben, wurde mit Dr. Schmidt-Clausen ein Depositalvertrag geschlossen, um kein rechtsverbindliches Präjudiz zu schaffen.

Die Hannoversche Pfingstkonferenz wurde 1843 als "christlich freie und formlose Zusammenkunft" bewusst lutherischer Theologen gegründet. Sie traf sich an einem, später an zwei Tagen in der Pfingstwoche und erhielt deshalb den Namen "Pfingstkonferenz", obwohl sie sich ursprünglich als hannoversche Pastoralkonferenz bezeichnet hat. Um der Allgemeinen evangelisch-lutherischen Konferenz, die seit 1903 eine Vereinsform hatte, kooperativ beitreten zu können, organisierte sich die Pfingstkonferenz 1904 als Verein. Aufgebaut auf Schrift- und Bekenntnisgrund sah die Satzung eine jährliche Mitgliederversammlung der zahlenden Mitglieder vor, in der vertraulich kirchliche und kirchenpolitische Fragen erörtert wurden, sowie jährliche Herbsttagungen (Freizeiten) vor.
In der Pfingstwoche traf man sich weiterhin an zwei Tagen, um wissenschaftliche und praktisch-theologische Themen zu diskutieren. 1921 organisierte sich die Pfingstkonferenz als lutherische Vereinigung, um in der verfassungsgebenden Kirchenversammlung und den (späteren) Landeskirchentagen kirchenpolitisch besser präsent zu sein. Stärker als einflussreiche Kirchenpartei organisiert, hielt die Pfingstkonferenz auch weiterhin ihre jährlichen Pfingsttagungen ab.

In der Folge der Umgestaltung der Pfingstkonferenz zur lutherischen Vereinigung ging die Zeitschrift der Pfingstkonferenz, die 1873 gegründete "Hannoversche Pastoralkorrespondenz" ein, seit 1921 war die "Evangelische Wahrheit" die Zeitschrift der Pfingstkonferenz.

Im Kirchenkampf konnte die Pfingstkonferenz ihre einflussreiche Stellung nicht halten, da sich die Mitgliederversammlung der Pfingstkonferenz nicht zu einer völlig klaren Abgrenzung von den Deutschen Christen entschließen konnte. Einzelne führende Mitglieder der Pfingstkonferenz (Pastor Bosse, Raddestorf) waren dann maßgeblich an der Gründung der hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft beteiligt.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde von Konventual-Studiendirektor Ködderitz noch einmal eine Neugründung der Pfingstkonferenz versucht, aber die Konferenz konnte nicht mehr an ihre frühere breite, erfolgreiche Wirksamkeit anknüpfen.

Für die Geschichte der Pfingstkonferenz sind von besonderem Interesse die von ihr initiierten Zeitschriften:
das von L.A. Petri herausgegebene "Zeitblatt für die Angelegenheiten der lutherischen Kirche" (1848-1855), das von Münkel herausgegebene "Neue Zeitblatt für die Angelegenheiten der lutherischen Kirche in Hannover" (1856/59-1887), die "Hannoversche Pastoralkorrespondenz" (1873-1921) und die "Evangelische Wahrheit" (1910, 1921-1941).
Einen guten Überblick über die Geschichte der Pfingstkonferenz bietet auch Ernst Rolffs, Evangelische Kirchenkunde Niedersachsens, 2. Auflage, Göttingen 1938, S. 87-89.
Die Geschichte der Pfingstkonferenz nach dem 2. Weltkrieg ist bisher noch nicht bearbeitet worden. Material dazu findet sich nicht nur im Bestand D 12, sondern auch im Bestand N 12 (Nachlass Ködderitz).

Der vorliegende Bestand wurde 1987 von Praktikanten der Fachrichtung Allgemeine Dokumentation an der Fachhochschule Hannover verzeichnet. Er ist uneingeschränkt benutzbar.

Hannover, den 06. Juni 1998

gez. H. Otte

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: ja

vollständig verzeichnet