NLA HA RETRO Cop. Nr. 19

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Description

Identification (short)

Title 

Register der herzoglichen Kanzlei in Celle

Life span 

1352-1464

Fonds data

Custodial history 

Die Handschrift Cop. IX 92, eines der wenigen Stücke, die beim Verlust der Handschriftenabteilung des Hauptstaatsarchivs 1943 verschont geblieben sind, ist ein Auslaufregister der in Celle residierenden Linie des braunschweig-lüneburgischen Fürstenhauses. Es enthält Abschriften von 672 Urkunden, die zum überwiegenden Teil von den Herzögen Bernhard (+1434), seinen Söhnen Otto (+1445) und Friedrich d.Ä. (+1478) und dessen Söhnen Bernhard (+1464) und Otto (+1471) ausgestellt worden sind. Dazu kommen einige Urkunden der Gemahlinnen Herzog Ottos, Elisabeth von Everstein, und Herzog Friedrichs, Magdalena von Brandenburg, und ganz wenige Stücke, die für die Herzöge ausgestellt sind und wohl wegen des inhaltlichen Bezugs mit bei den Ausläufen eingetragen sind.

Das Register dürfte unter der bis 1943 umfangreichen Reihe gleichartiger Bände das älteste gewesen sein. So lässt sich jedenfalls ein Vermerk deuten, der sich auf einem wohl um 1500 entstandenen, jetzt in Cop. IX 98 mit eingebundenen Index für Cop. IX 92 und 98 findet. Der auf Cop. IX 92 bezügliche Teil ist überschrieben "Registrum secundi libri, quamvis ex antiquitate primus". Der Band umspannt den Zeitraum von 1429 bis 1464; nur drei ältere Stücke von 1417, 1420 und 1426 sind mit eingefügt (das letzte eine Urkunde Herzog Wilhelms aus dem Hause Braunschweig). Ob für diese dreieinhalb Jahrzehnte der gesamte Auslauf der herzoglichen Kanzlei erfasst ist, ob die Registrierung also wenigstens von der Intention her vollständig war oder ob nur eine Auswahl getroffen wurde, bedarf noch einer Überprüfung. Zwischen 1455 und 1460 klafft ohnehin eine Lücke, und auch in den Jahren danach sind die Einträge spärlich. Das letzte Viertel des Bandes besteht aus mehreren neu angefangenen Lagen mit vielen unbeschriebenen Blättern dazwischen; daraus könnte man schließen, dass die Registrierung weiterer Urkunden geplant war, aber aus uns unbekannten Gründen unterblieben ist. Inhaltlich betreffen die Urkunden vorwiegend das Geld- und

Schuldenwesen der Herzöge, Anleihen und Verpfändungen, die Vergabe von Lehen und sonstigen Gütern, die Bestellung von Beamten und die Gewährung oder Bestätigung von Privilegien. Die vorliegenden Regesten bemühen sich, den wesentlichen Inhalt mit allen vorkommenden Namen (außer denen der freigelassenen Eigenhörigen in Nr. 221 und 222) knapp, aber vollständig wiederzugeben. Lediglich die Vereinbarungen über die Modalitäten bei der Rückzahlung von Darlehen oder der Einlösung von Pfandschaften und über den Wiederkauf verkaufter Güter sind unberücksichtigt geblieben. Für die Identifizierung der Ortsnamen wurde der schon 1943 als erster Schritt zur Erschließung des Registers von Rudolf Grieser erstellte Index der Orte und Personen herangezogen, der sich am Beginn dieses Bandes findet; ich habe seine Ortsbestimmungen nicht überprüft, sondern nur in einzelnen Fällen offensichtliche Irrtümer korrigiert.

Die Einträge halten keine strenge chronologische Folge ein. Es hätte deshalb nahegelegen, die Regesten chronologisch zu ordnen. Das war Jedoch nicht möglich, weil der Index auf die laufende Nummernfolge der Einträge abgestellt ist. Die von mir geschriebenen Karteikarten, von denen das vorliegende Findbuch eine Kopie darstellt, sind in die Generalurkundenkartei des Hauptstaatsarchivs eingeordnet worden, so dass sich dort Jede Urkunde von ihrem Datum her ermitteln lässt.

Das Register wird zeitlich fortgesetzt durch die Handschrift Cop. IX 98, welche Einträge aus den Jahren zwischen 1464 und 1481 enthält. Darin findet sich auch der oben erwähnte zeitgenössische Index, der Jedoch - neben einigen wenigen Sachbetreffen - nur die Empfänger der Urkunden ausweist, teils nach Vornamen, teils nach Familiennamen. Er ist durch den Grieser'schen Index überholt.

Hannover, den 30.1.1978

Brosius

Alphabetische

Orts= und Personenverzeichnisse zu Cop. IX 92

1417 - 1464

Vorbericht.

Mit den folgenden Orts= und Personenverzeichnissen wird der Anfang gemacht, die sonst nur schwer

zugänglichen Geschäftsbücher der herzoglich braunschweig-lüneburgischen Kanzleien der allgemeinen Benutzung zu erschließen. Diese Register - für die Kanzleien aller Linien des Welfischen Hauses überliefert - sind am reichhaltigsten für das Fürstentum Lüneburg erhalten und bilden hier eine stattliche Reihe von Bänden. Sie enthalten zum überwiegenden Teil die zur Verwaltung des Fürstentums erlassenen Urkunden der Herzöge in zeitgenössischen Abschriften und sind daher eine überaus reichhaltige Quelle für die Kenntnis der inneren Entwicklung des Landes.

Da die alten Blattzählungen vielfach Fehler enthalten und dadurch zu Schwierigkeiten beim Wiederaufsuchen bestimmter Urkunden Anlaß geben, könnten, werden sämtliche Einträge und Notizen in einem Bande einfach durchgezählt, die laufende Nummer am Rande neben der jeweiligen Urkunde mit Bleistift verzeichnet. Mit dieser Nummer und der Jahreszahl werden die Urkunden in den nachfolgenden Verzeichnissen angeführt.

Wenn auch bei den Ortsnamen möglichst auf die moderne Namensform verwiesen wurde, so ist in dieser Hinsicht das Verzeichnis doch noch ergänzungsfähig. Jeder, der um die Schwierigkeiten bei der Identifikation von Ortsbezeichnungen in mittelalterlichen Urkunden weiß, wird das verstehen. Es ist zu hoffen, dass beim Gebrauch des Ortsverzeichnisses sich noch manches Rätsel lösen wird. Übrigens wurde davon abgesehen, etwa die Orte nach der z. Zeit geltenden Kreiseinteilung zu lokalisieren. Wo eine nähere Ortsbezeichnung notwendig oder wünschenswert erschien, wurde auf die Verwaltungseinteilung des Königreichs Hannover in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückgegriffen, wie sie in dem "Statistischen Repertorium über das Königreich Hannover (1823)" von W. Ubbelohde überliefert ist.

Das Copiar IX 92, das die folgenden Orts= und Personenverzeichnisse erschließen, ist das Kanzleiregister der in Celle residierenden Herzöge Otto und Friedrich d. Ält. sowie der Söhne des letzteren, Bernds II. und Ottos II. Es umfasst

Urkunden von 1429 bis 1464, einige frühere Urkunden sind beigefügt. Im ganzen enthält der Band 672 urkundliche Einträge.

Hannover, im Mai 1943

Dr. Grieser.

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: nein

teilweise verzeichnet