NLA BU Dep. 7

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Nachlass Archivrat und Kabinettsrat Victor v. Strauß und Torney

Laufzeit 

1570-2007

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Abteilung: Akten nichtstaatlicher Provenienz, Deposita, allgemein.
Inhalt: Nachlass des Archivrats und Kabinettrats Viktor von Strauss, der am schaumburg-lippischen Hof eine bedeutende Rolle spielte und das Fürstentum im Frankfurter Bundestag vertrat.
Umfang: 2,30 m.
Erschließung: Findbuch, EDV.

Bestandsgeschichte 

Zunächst einige Daten zur Lebensgeschichte:

Friedrich Victor Strauss wurde am 18.X. 1809 als Sohn des Buchbinders Albrecht Gerhard Friedrich Strauss und dessen zweiter Frau Franzikska Petzold in Bückeburg geboren.
Am 5. X. 1821 verlor er seine, in den letzten Jahren kränklich gewesene Mutter, im Jahre 1922 den Vater. Der Rat Krieger wurde noch vom Vater zum Vormund bestellt. Viktor Strauss wurde in Lemgo und auf dem Pädagogium in Halle erzogen. 1827 begann er das Studium beider Rechte in Erlangen, das später in Göttingen und Bonn fortgesetzt wurde.
Am 12. Juni 1832 heiratete er Albertine von Torney, nachdem er zum fürstl. schaumburg-lippischen Amts-Auditor ernannt war. Später folgten die Ernennungen zum Archiv-Rat und Geheimen Cabinettrat.
1850 wurde er Gesandter am Bundestag in Frankfurt und schied 1866 aus dem schaumburg-lippischen Staatsdienst. 1851 adelte ihn der österreichische Kaiser. 1872 erhielt er die Erlaubnis, seinem Namen den seiner Frau hinzuzufügen, da keine männlichen Erben dieses Geschlechtes mehr lebten.
Im Jahre 1866 siedelte er mit seiner Frau nach Dresden über und starb dort am 1. IV. 1899.

Über den Nachlaß des Victor von Strauss wurde im Jahre 1949 von seinem Enkel ein Depositalvertrag mit dem Staatsarchiv Hannover abgeschlossen. Nach Einrichtung des Staatsarchivs in Bückeburg, dem Geburts- und Hauptwirkungsort des Victor von Strauss, war es zweckmäßiger, den Nachlaß dort zu deponieren. Nach dem Tode des Enkels wurde er daher mit Zustimmung des Staatsarchivs Hannover im April 1962 vom Staatsarchiv Bückeburg übernommen.
Der hauptsächlich handschriftliche Nachlaß befand sich in einem völlig ungeordneten Zustand. Die Ordnungsarbeiten erstreckten sich deshalb bis zum Zusammenfügen einzelner Manuskriptblätter.
Inhaltlich umfaßt der Bestand einerseits einen umfangreichen Briefwechsel privater, wissenschaftlicher und politischer Art,

andererseits das dichterische und wissenschaftliche Werk. Der Hauptteil des Nachlasses besteht aus dem dichterischen Werk.
Im wissenschaftlichen Teil des Briefwechsels befinden sich Briefe vieler bekannter Gelehrter seiner Zeit. Es sei hier nur der Ägyptologe v.d. Gabelentz genannt. Im politischen Teil befindet sich häuptsächlich der Briefwechsel mit dem Fürsten Georg Wilhelm und dessen Sohn und Nachfolger Adolf-Georg zu Schaumburg-Lippe.

In der deutschen Geschichte ist Victor von Strauss durch seine Haltung bei der Abstimmung am 14. Juni 1866 in der Nationalversammlung in Frankfurt bekannt (er schloß sich für seine Kurie dem österreichischen Antrag an). Zur Erhellung dieser Haltung finden sich jedoch im Briefwechsel sowie Werk bis auf eine andeutende Tagebuchnotiz vom 17. Juni 1866 und den wahrscheinlich von ihm selbst später angefertigten Aktenabschriften keine Aufschlüsse. Nach diesem Vorfall wurde Victor von Strauss aus dem Staatsdienst entlassen und widmete sich seinen dichterischen und wissenschaftlichen Interessen. Beide Gebiete wurden jedoch von ihm mit immer stärker werdendem moralisierenden und religiösen Akzent behandet. So die Arbeiten über ägypische und chinesische Mythologie, zu denen sich mehrere Bearbeitungen finden.
[...]

Bückeburg, im September 1962

gez. Brigitte Mielch

Im Oktober 1963 wurden einige von Herrn Hans Joachim von Strauss und Torney in Dettinngen ü. Horb/Neckar übersandte Akten und Briefe in den Bestand eingefügt.
gez. Schaer

Verweise auf weitere Handschriften von Strauss: Tgb. Nr. 64/75 - 4300 -

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Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet