NLA BU Dep. 6 GH

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Guts- u. FamilienA v. Münchhausen, Lauenau: GutsA Hess Oldendorf

Laufzeit 

1355-1965

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Abteilung: Akten nichtstaatlicher Provenienz, Deposita, allgemein.
Inhalt: Neben dem Gutsarchiv der Familie von Münchhausen auch die Überlieferung der Familie von Büschen. Dicht ist auch die Überlieferung aus der Zeit des 30jährigen Krieges.
Umfang: 19,51 m.
Erschließug: Findbuch, EDV.

Bestandsgeschichte 

Unter den zwölf Burgmannshöfen in Hessisch Oldendorf war der im 13. Jahrhundert entstandene Münchhausen-Hof der größte. Er kam im Jahr 1560 durch Heirat von der Familie v. Büschen an die Familie v. Münchhausen. - Unter den in Dep. 6 zusammengefassten Archiven ist das Gutsarchiv Hessisch Oldendorf besonders wertvoll, weil es auch die Urkunden, Register und Akten der Büschen seit 1400 sowie eine reiche Überlieferung aus der Zeit zwischen 1590 und 1640, also auch die Zeit des 30-jährigen Krieges umfasst.

Archivgeschichte. Am 16. November 1961 übergab Marie-Louise Freifrau von Münchhausen, geb. Görg, auf Lauenau (Deister), dem Staatsarchiv die dort beruhenden Gutsarchive Hessisch Oldendorf (GH) und Lauenau (GL) zur dauernden Aufbewahrung als Depositum. Es handelt sich dabei um fast 300 Urkunden, ca. 110 Fach Akten und eine Mappe Karten.
Die Akten von Oldendorf und Lauenau hatte - von früheren Arbeiten abgesehen - zunächst Obergerichtsrepositar Sopp aus Rinteln in den Jahren 1844 und 1845 summarisch verzeichnet, dabei die Laufzeit der Akten mit erstaunlicher Willkür angegeben. Die genannte Jahreszahl bezog sich meist weder auf das Anfangs- noch das Endjahr des Vorgangs. Die Verpackung der Akten in blauem Karton war dagegen von bemerkenswerter Solidität.
Kammersekretär Bernstorff aus Braunschweig hat dann 1889 und zwischen 1900 und 1901 die Akten des jetzigen Depositums zusammen mit dem Münchhausenschen Gutsarchiv Rinteln nach Braunschweig kommen lassen, sie daraufhin geordnet und z.T. neu verzeichnet. Die von Sopp oft sehr ungenau beschriebenen Titel vervollständigte Bernstorff mit Exaktheit und Gewissenhaftigkeit; er ergänzte auch z.T. die Jahreszahlen und das Findbuch zum Gutsarchiv durch neue Titel. Leider hat er es aber unterlassen, alle von ihm geordneten Familien- und Gutsakten zu verzeichnen. Statt dessen schrieb er auf die beiseitegelegten Aktenumschläge ein

L (Lauenau) oder ein
O (Oldendorf).
Auf diese Weise blieben insbesondere die Akten des Schaumburg-Lippischen Kammerrats und späteren Hannoverschen Landdrosten Ph. von Landesberg, der zwischen 1836 und 1849 Vormund bzw. Bevollmächtigter der jüngeren Söhne des Oberstleutnants und Dichters Karl Ludwig August Heyno von Münchhausen auf Lauenau war, unverzeichnet, von den privaten Nachlässen aus dem 19. Jh. ganz zu schweigen.
Selbst der Rektor a.D. Parisius aus Lauenau, der 1948 diesen Rest verzeichnet hat, ließ noch mehrere Fach unberücksichtigt. Parisius' Ordnungsarbeiten befriedigen so wenig, daß der Unterzeichnete seine Arbeit noch einmal tun mußte.
Insgesamt wurden bei Durchsicht des Gutsarchivs Oldendorf neben den aus der Gutsregistratur hervorgegangenen Akten folgende Hauptprovenienzen ermittelt:
1) Ein Teil des Gutsarchivs von Klein-Oldendorf, das als Leibzucht der Heilwig von Münchhausen, geb. Büschen, nach ihrem Tode (1599) an Lauenau fiel, dann seit 1817 von Apelern und Oldendorf gemeinsam verwaltet wurde und schließlich 1865 wieder als Ganzes zu Lauenau kam. (So ist es zu erklären, daß sich hier Akten betreffend das zur Lauenauer Linie gehörige Wegeleben (Thüringen) und sonstige Korrespondenzen des Oberstleutnants Otto von Münchhausen - Oldendorf von der Lauenauer Linie (gest. 1668) befinden.) Der andere Teil des Gutsarchivs Klein-Oldendorf ist offensichtlich während der gemeinsamen Verwaltung durch Oldendorf und Apelern nach hier gelangt. Vermutlich gilt dies auch für die Ritterschaftsakten des gen. Otto, die bei der Überprüfung des Münchhausenschen Gutsarchivs Apelern (Dep. 3 GA) mit verzeichnet worden sind.
2) Archivalien betreffend den Oldendorfer Hof der Linie Brummershop.
3) Akten der Lehnsbevollmächtigten und Anwälte, Bürgermeister Schwabe und Sohn in Rinteln (auch andere Münchhausensche Linien betreffend), Lehnsfiskal Scholz in Wolfenbüttel,

Obergerichtsanwalt Kaulitz in Braunschweig u.a.
4) Lehnsakten von Apelern, als Randakten des Bürgermeisters Schwabe nach Oldendorf gelangt.
5) Akten aus Groß-Vahlberg.
6) Privatnachlässe angeheirateter Familien: von Hohnhorst, von Alopeus usw.

Ordnungsarbeiten. Es waren folgende Arbeiten zu erledigen:
1) Aufteilung der zahlreichen Sammelakten in Einzelsachakten.
2) Zur besseren Übersicht wurden die Archivalien innerhalb der von Sopp geschaffenen Hauptsachgruppen A - Z (fast nur die letzten Buchstaben wurden geändert) chronologisch bzw. alphabetisch geordnet. Die größeren Abteilungen, so z.B. A - Familiensachen, wurden mindestens einmal unterteilt.
3) Die Privatkorrespondenzen (Ludolf !) wurden nach der Provenienz aufgeteilt. Briefe mit faßbarem Sachbetreff wurden den Korrespondenz-Konvoluten entnommen und unter die Sachgruppen B - Z aufgeteilt.
Mit dem Todesjahr des Oberstleutnants K. L. A. Heyno von Münchhausen auf Lauenau und Oldendorf (1836) endete die von Sopp und Bernstorff geschaffene Ordnung in dem Oldendorfer und dem Lauenauer Archiv. Da sich die Güter - wie schon seit 1827 - weiterhin in einer Hand befanden, empfahl es sich, die Registratur beider Güter nach 1836 zusammenzulegen. Sie wurden in den Bestand Oldendorf als dem größeren von beiden vereinigt. Innerhalb der Hauptsachgruppen liegen aber die Akten möglichst nach Gütern getrennt.
Die Urkunden von Hessisch Oldendorf und Lauenau befinden sich unter Signatur Orig. Dep. 6 in einem besonderen Repertorium.

Bedeutung des Archivs.
Das Gutsarchiv Hessisch-Oldendorf ist sehr wertvoll, weil es auch die Urkunden, Register und Akten der Büschen (seit 1400) umfaßt. Ebenso ist hinzuweisen auf die reiche Überlieferung aus der Zeit zwischen 1590 und 1640, die nicht nur für die Geschichte des 30-jährigen Krieges in der Grafschaft Schaumburg von großer Bedeutung ist.


Bückeburg, im Februar 1964

gez. Schaer

Erbfolge in Oldendorf (seit Claus Büschen)

Claus Büschen -1556
Börries von Münchhausen 1556-1583
Börries' Söhne 1583-1594
Ludolf 1594-1640
Börries 1640-1680
Georg Lidwig, Drost zu Siedenburg 1680-1695
Börries Hilmar, Generalmajor und Drost 1695-1749
Carl Ludwig Philipp, Hauptmann 1749-1756
Albrecht Emond Georg, Oberhofmarschall 1756-1796
Ludwig Friedrich, Hofrichter 1796-1827
Karl Ludwig August Heyno, Oberstleutnant 1827-1836
Wilhelm Moritz, Oberstleutnant
Hermann Heyno, Oberstleutnant 1837-1848(1849)
Börries Otto Hilmar Heyno, Flügeladjutant und Major 1849-1918
Ludolf Heyno, Rittmeister 1918-1926


Vgl. zu Alopeus (Alopäus) - Benkendorf: Europäische Stammtafeln, Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten, Bd. 4, von Frank Baron Freytag von Loringhoven, Marburg 1961, Tafel 98: Die Grafen Benckendorf (Personen- und Familiennamen dort z.T. abweichend vom Repertorium).

Das Findbuch wurde im Frühjahr 2013 von Edith Winkelhake in Aida

übertragen.

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Ja

abgeschlossen

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Lauenau, Flecken, Gemeinde [Wohnplatz]

Zeit von 

1

Zeit bis 

1

Objekt_ID 

5393

Ebenen_ID 

1

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Hessisch Oldendorf, Stadt [Wohnplatz]

Zeit von 

1

Zeit bis 

1

Objekt_ID 

4049

Ebenen_ID 

1