NLA WO 298 N

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Description

Identification (short)

Title 

Briefe

Life span 

1442-1971

Fonds data

Short description 

Umfang: 9,3 lfdm
Herkunft aus Nachlässen, Schenkungen u. Ankäufen. Die Briefschreiber oder -empfänger (ca. 5000 Personen, überwiegend Hof- u. Staatsbedienstete, Gelehrte u. Literaten) stehen häufig in irgendeiner Beziehung zum Lande Brsg u. den angrenzenden Regionen. Einzelautographen u.a. von Jos. Haydn, J. G. v. Herder, G. C. Lichtenberg, Philipp Melanchton, "Liselotte" von der Pfalz, F. W. J. Schelling, Fr. v. Schiller, Th. Storm, u. C. M. v. Weber.

Custodial history 

Vorwort zur publizierten Version

Das in zwei Bänden vorliegende Findbuch des Briefbestandes 298 N ist die letzte archivische Arbeit von Dr. Hermann Kleinau (1902 - 1978) [Vgl. die Würdigungen von H. Goetting in: Blätter für deutsche Landesgeschichte, Bd 114, 1978, S. 891 - 895 und J. König in: Braunschweigisches Jahrbuch 58, 1977, S. 139 f.], der von 1958 - 1967 Direktor des Staatsarchivs in Wolfenbüttel gewesen ist. Es wurde noch während der aktiven Dienstzeit begonnen, konnte aber erst im Jahre 1975 im Ruhestand beendet werden, da Kleinau die Neuverzeichnung der Akten der inneren Landesverwaltung (2 Alt) als vordringlich ansah. Er schloß sie in 9 umfangreichen Textbänden und 4 Bänden Indices 1970 ab. Schon vorher hatte er 1953 eine "Geschichte des Niedersächsischen Staatsarchivs in Wolfenbüttel" vorgelegt und nach der von ihm geschaffenen systematischen Beständegliederung im Jahre 1963 den 1. Band der "Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Staatsarchivs in Wolfenbüttel" veröffentlicht.
Die im Laufe der Zeit meist als Sammlungsgut aus Nachlässen und durch Kauf in das Staatsarchiv gelangten Briefe, die im Findbuch verzeichnet sind, stehen in irgendeiner Weise vorwiegend zum Lande Braunschweig und den angrenzenden Gebieten in Beziehung, da die Absender oder Empfänger aus dem sogenannten ostfälischen Raum stammten oder hier ansässig waren. Viele Briefe sind darüber hinaus bedeutsam, weil sie von angesehenen Persönlichkeiten verfaßt worden sind, die aus dem politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und geistigen Leben ihrer Zeit herausragten. So überrascht es nicht, daß sich darunter Briefgut befindet, das wegen seines gelehrten oder literarischen Charakters hauptsächlich von Bibliotheken gesammelt wird.
Wegen des besonderen Wertes des Briefbestandes entschloß sich H. Kleinau zu einer außergewöhnlich intensiven Verzeichnung, die eigentlich nur in

solchen Ausnahmefällen möglich und gerechtfertigt ist. Auch der Indexband stellt eine außerordentliche Leistung dar, denn er enthält zu den einzelnen Personen detaillierte biographische und bibliographische Angaben, so daß er auch als biobibliographisches "ostfälisches" Lexikon benutzt werden kann.
Da nach dem ursprünglich handschriftlichen Findbuch zunächst für den Dienstgebrauch ein maschinengeschriebenes Findbuch in dem seinerzeit im Staatsarchiv bevorzugten Format Din A 3 gefertigt wurde, mußte dieses für den Druck in eine Vorlage im Format Din A k umgeschrieben werden. Mit dieser Aufgabe war die Angestellte Frau Agnes Haase betraut.
Die Herkunftsangaben der Korrespondenzen, die ursprünglich jeweils am Rande des Textes standen, wurden für den Druck in einer Konkordanzliste zusammengefaßt. Sie befindet sich am Schluß des Textbandes. Für den Index nicht beibehalten werden konnte Kleinaus Verfahren, die Anzahl der in den einzelnen Bänden befindlichen Briefe durch verschiedenartige Markierungen zu kennzeichnen. Stattdessen werden aus Vereinfachungsgründen jetzt lediglich zwei Gruppen unterschieden: 1. Briefbände mit nicht mehr als 10 Stücken, 2. Bände mit mehr als 10 Briefen. Die letzteren wurden unterstrichen.
Auf eine Aktualisierung des dem Indexbande beigegebenen Schrifttumsverzeichnisses mußte verzichtet werden, da dort nach dieser Zusammenstellung zitiert wird.
Die Vorbemerkungen des Textbandes wurden durch Literaturhinweise über Briefsammlungen ergänzt.
Wolfenbüttel, im März 1983
Günter Scheel


Vorwort von Dr. Hermann Kleinau

A. Allgemeines
Schriftliche Mitteilungen in Form von Briefen 1) befinden sich, insbesondere auch als "privatdienstliche Schreiben", in Akten aller größeren Archive. Nicht oft wird freilich ein staatliches Archiv einen besonderen Bestand "Briefe" verwahren, wie er hier vorliegt.
In der Archivkunde von Brenneke-Leesch 2) ist

der Brief unter den Archivaliengattungen gleichberechtigt zwischen Urkunden und Amtsbüchern aufgeführt und bemerkt, aus den "geschäftlichen Briefen" seien die Akten entstanden, in Gegensatz zu denen die "einfachen Briefe" fast ausschließlich aus empfangenem Material bestünden. Ebenda (S. 24) heißt es, nur Briefwechsel mit Zielstrebigkeit, die einen geschäftlichen oder rechtlichen Zweck verfolgten, könnten in die Nähe der Registratur gestellt werden. Wenn man aber "Familienarchive" gelten läßt 3), die ja von nur 2 oder 3 Personen stammen können, dürfte deren theoretische Unterscheidung vom "Archiv" einer Einzelperson, selbst wenn es auch oder nur deren aufbewahrte Briefe enthält, schwer erklärbar sein. Im Grunde stammen sowohl "Familienarchive" als auch von Einzelpersonen stammende Archivalien aus "Hinterlassenschaften" wie die Behörden-Bestände der Staatsarchive 4).

1) Über "Briefe" vgl. Heinrich Otto Meisner: Urkunden- und Aktenlehre der Neuzeit, Leipzig 1950, S. 21 f.
2) Ad. Brenneke u. Wolfg. Leesch: Archivkunde, Leipzig 1953, S. 8
3) Ebda. S. 14, 98.
4) Es ist hierzu auf die von Joh. Papritz in seinem Aufsatz "Grenzbereiche des Archivguts" in: Der Archivar 26. Jg., 1973, Sp. 379 - 390, hier: Sp. 380 gegebene Begriffsbestimmung zu verweisen: "Ein Archiv (in der Bedeutung des Wortes als Bezeichnung eines Schriftgutkomplexes) ist die Gesamtheit oder eine eigenständige Abteilung der Dokumentation einer juristischen oder physischen Person bzw. Personengruppe, die im Geschäftsgang oder Privatverkehr organisch erwachsen und zur dauernden Aufbewahrung bestimmt ist".

Briefe sind in der Regel (zumal wenn ihnen einzelne andere Papiere beigefügt sind) Teil- oder Restnachlässe oder sie sind alleiniger Nachlaß, so daß man sie, falls es sich nicht um aus rechtlichen und archivtechnischen Gründen besonders zusammenzufassende Hinterlegungen handelt, gerade bei den

Nachlässen unterbringen könnte 5). Von ausschlaggebender Bedeutung dürfte es nicht sein, ob man Briefe "in die Nähe der Registratur stellen" oder sie in jedem Falle zum Sammlungsgut erklären möchte. Sicher sind sie nichtstaatliches Archivgut und daher hier in die entsprechende Hauptabteilung N des Staatsarchivs eingegliedert, deren Inhalt sie (obwohl sie in der Regel "gesammelt” wurden) zweifellos näher stehen als den Sammlungen.
Zu der in der Archivkunde 6) vorgeschlagenen Trennung von Archiv- und Bibliotheksgut, wonach Briefe "öffentliche Dinge" behandeln oder ihre Schreiber durch hohe Stellungen hervorragen müßten, um als Archivgut gelten zu können, ist zu sagen 7): Ein erheblicher Teil der in diesem Bestande verwahrten Stücke entspricht zwar nicht jenen Anforderungen; sein Gesamtinhalt ist aber nach Inhalt und Bedeutung so mannigfaltig, daß sich eine Teilung nicht durchführen ließe. Viele Briefbände bieten eine ausgesprochene Ergänzung der Dokumentation durch die staatlichen (und auch nichtstaatlichen) Akten des Staatsarchivs. Schließlich sind - mindestens von Haus aus - die Archive für die Aufbewahrung von Schriftgut zuständig.

5) Schriftgut aus dem Besitz von Familien oder Einzelpersonen (auch Hinterlegungen und Nachlässe) ist im Staatsarchiv Wolfenbüttel in die Hauptabteilung N (Nichtstaatliches Schriftgut) eingereiht, soweit es sich nicht bei Neugliederung der Bestände ab 1938/39 in der praktisch nicht mehr auflösbaren Hauptabteilung Hs (Handschriften) befand (vgl. dazu auch unten B II a).
6) A.a.O. S. 34.- Vgl. dazu auch H.O. Meisner a.a.O. S. 15 f.
7) Hierzu ist auf die Ausführungen von Joh. Papritz a.a.O. Sp. 384 f. über "Private Korrespondenz" zu verweisen.


B. Entstehung des Bestandes

I. Der Bestand verdankt seine Formung und ständige Vermehrung dem langjährigen Leiter des braunschw. Landeshauptarchivs Geh. Archivrat Dr. P. Zimmermann.

Zahlreiche Aufsätze, besonders im Braunschw. Magazin, sowie viele Beiträge in der Allgem. Deutschen Biographie bezeugen seine besondere Neigung zur Kultur-, Gelehrten- und Personengeschichte. Wie er in seinem auch heute noch beachteten Vortrage "Was sollen Archive sammeln?" 1911 darlegte 8), hat er sich ständig auch um die Einbeziehung von Briefen in die Bestände des Archivs bemüht. Seine zahlreichen Erwerbungen stammen aus Nachlässen, Schenkungen und häufigen Ankäufen aus Antiquariaten 9), auf die noch z. T. alte Umschläge mit Preisangabe hinweisen. Auf den meisten Einzelstücken sind die Erwerbszeiten mit Bleistift angegeben; nicht selten sind in einer sparsamen Zeit auch nur Abschriften von Briefen in das Archiv übernommen.

II. a) Aus den reichen, sehr verschiedenartigen "Sammlungen" (vgl. den angeführten Vortrag) gliederte Zimmermann das Schriftgut in die um 1914 - 1920 zusammengestellten und neu verzeichneten "Handschriften" ein, in denen "Briefe" eine besondere Gruppe bildeten. Die Grundsätze, nach denen dies geschah, ließen sich nicht ermitteln. Die Gruppe "Briefe" erhielt ab 1938/39 die Bezeichnung Hs Abt. VI Gr. 12, seit 1963 (Festlegung der Bezeichnungen für eine neue Beständeübersicht) VI Hs 12. In diese Gruppe wurden aber offenbar nur s.Zt. greifbare, Faszikel oder Bände umfassende Briefe aufgenommen, die in Aktenumschläge oder (meist) alte Einbände von kassierten Rechnungen oder anderen Amtsbüchern oder auch besonders angefertigte Mappen gelegt und wie Bücher (hier "Handschriften") aufgestellt wurden.

8) Gedruckt im Korrbl. d. deutschen Geschichts- u. Altertumsvereine 59. Jg., 1911, Sp. 465-475. - Auf den Umfang von Zimmermanns Plänen und den Zustand des daraufhin Zusammengebrachten nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst 1924 ist hier über den Bereich der Briefe hinaus nicht einzugehen.
9) Eine knappe Zusammenstellung der von etwa 1924 - 1943

hinzugekommenen Briefe s. in SR 298 N.

Dieser Teil der Briefe wurde teils nach Empfängern, teils nach Absendern zusammengefaßt. Das bisherige Verzeichnis wies lediglich die im Betreff vorkommenden Namen (Empfänger, Absender oder letzten Besitzer) der Briefbände, nicht aber die Namen aller vorkommenden Personen auf; ein Gesamt- Namen- und Sachverzeichnis fehlten. Zu manchen Bänden verwies zwar ein Vermerk "Verzeichnis einliegend" auf eine Liste der Briefschreiber. Aber dadurch war ja ihr oft sehr reicher Inhalt aus dem Findbuche nicht erkennbar.
b) Zu den völlig unverzeichneten Archivalien des Staatsarchivs gehörten die Briefe in den sogen. "Sammelkästen", deren Einrichtung P. Zimmermann schon in seinem Vortrage 1911 erläuterte. Besonders ihre 1. Reihe, zu der eine summarische Inhaltsangabe als Findbuch vorliegt, enthielt in den für braunschweigische Fürsten und den für Personen bestimmten Kästen ziemlich viele, unter den Namen der Absender, aber auch der Empfänger, abgelegte Briefe. Zu einer wohl beabsichtigten späteren Einordnung all jener Stücke in die "Handschriften" war es vermutlich infolge fehlender geeigneter Bearbeiter und des Ausscheidens von P. Zimmermann aus dem Dienst nicht mehr gekommen.

III. Einen besonderen Zuwachs erfuhr dieser kaum benutzbare Teilbestand aus der "Autographensammlung" des lange Jahre im ehem. Landeshauptarchiv tätig gewesenen Rates W. Ehlers, die mit dem Zugg. Nr. 33/1961 von seinen Erben dem Staatsarchiv mit nur unzulänglichen und unvollständigen Namenslisten übergeben wurde.

IV. Es geht aus den bisherigen Ausführungen deutlich genug hervor, daß in diesem Bestande keineswegs alle im Staatsarchiv verwahrten Briefe vereinigt sein können. Wie wohl in jedem größeren Archiv enthalten staatliche und nichtstaatliche Akten auch Mitteilungen in Briefform. Besonders bedeutsame Briefbände befinden sich z.B. in den Abteilungen, die

Papiere der braunschweigischen Herzöge und Herzoginnen enthalten (1 Alt Gr. 8-10, 22 und 23). Auch in manchen Behördenbeständen stecken einzelne Briefe oder Briefwechsel, so z.B. in 2 Alt (vgl. Stichwort "Briefe" im neuen Sachverzeichnis des Findbuches !), 7 Alt, 36 Alt und 37 Alt, ebenso in der Hauptabteilung N (besonders in den dort hinterlegten Archivalien = 299 N). Besondere Schwierigkeiten wird beim bisherigen Erschließungsstande weiterhin die Ermittlung von in anderen Gruppen der Hauptabteilung Hs enthaltenen Briefe machen.

C. Bearbeitung des Bestandes
I. Bei den Bemühungen, unverzeichnete Bestände des Staatsarchivs in eine Beständeübersicht aufzunehmen und zur allmählichen Bearbeitung vorzusehen, wurde 1953/54 der Inhalt der in Holzschiebladen des alten Archivgebäudes untergebrachten 2. Reihe der Sammelkästen (30 Slg R. 2) aufgelöst. Nachdem ihr Inhalt (außer Briefen) auf die seit 1938/39 gebildeten Archivalien - Abteilungen verteilt war, zu denen er gehört, habe ich dasselbe bei den Kästen mit Personennachrichten aus 30 Slg R(eihe) 1 (vgl. oben B II b) durchgeführt.
Infolge der dargelegten mangelhaften oder fehlenden Erschließung zeigte sich bei den in den Jahren seit etwa 1955 häufig einlaufenden Anfragen nach Briefen und Nachlaßteilen immer wieder, daß ohne ein ausreichendes Hilfsmittel gerade auch aus diesem Bestande zutreffende Auskünfte nicht erteilt werden konnten. Seine Neubearbeitung mit Namen- und Sachweiser (wie sie z.B. für die gesamte Hauptabteilung Hs (Handschriften) noch aussteht) war nicht mehr aufschiebbar.
Freilich konnte die Verzeichnung der aus Sammelkästen stammenden Briefe erst 1961 begonnen und mit Unterbrechungen bis 1965 etwas weitergeführt werden, wobei von vornherein die Zusammenfassung aller inzwischen greifbar gewordenen Briefe vorgesehen war. Infolge der vordringlichen Fertigstellung des sehr umfangreichen Findbuches zu 2

Alt nahm ich die Arbeit en diesem Bestande am 28.5.1973 wieder auf und vermochte sie seitdem mit kurzer Unterbrechung laufend fortzusetzen.
Leider war infolge dieser langen Unterbrechung übersehen, daß mit den Resten von Personalnachrichten (durchweg Drucksachen und nicht in Briefform gehaltene Schriftstücke) aus 30 Slg, die 1959 - 1960 in dem neuen Bestände 27 Slg vereinigt wurden, noch eine Anzahl von Briefen zurückgeblieben war. Sie sind am Anfang Teil 3 (Nr. 835 ff.) auch in diesen Bestand eingefügt.

II. a) Wesentlich und vorrangig gegenüber der äußeren Eingliederung und der Aufbewahrungsstelle ist ohne Frage die sachgemäße Verwahrung und gute Erschließung eines Archivalienbestandes, auf die bei dieser Bearbeitung besonderer Wert gelegt ist. Es können C. Bearbeitung des Bestandes

I. Bei den Bemühungen, unverzeichnete Bestände des Staatsarchivs in eine Beständeübersicht aufzunehmen und zur allmählichen Bearbeitung vorzusehen, wurde 1953/54 der Inhalt der in Holzschiebladen des alten Archivgebäudes untergebrachten 2. Reihe der Sammelkästen (30 Slg R. 2) aufgelöst. Nachdem ihr Inhalt (außer Briefen) auf die seit 1938/39 gebildeten Archivalien - Abteilungen verteilt war, zu denen er gehört, habe ich dasselbe bei den Kästen mit Personennachrichten aus 30 Slg R(eihe) 1 (vgl. oben B II b) durchgeführt.
Infolge der dargelegten mangelhaften oder fehlenden Erschließung zeigte sich bei den in den Jahren seit etwa 1955 häufig einlaufenden Anfragen nach Briefen und Nachlaßteilen immer wieder, daß ohne ein ausreichendes Hilfsmittel gerade auch aus diesem Bestande zutreffende Auskünfte nicht erteilt werden konnten. Seine Neubearbeitung mit Namen- und Sachweiser (wie sie z.B. für die gesamte Hauptabteilung Hs (Handschriften) noch aussteht) war nicht mehr aufschiebbar.
Freilich konnte die Verzeichnung der aus Sammelkästen stammenden Briefe erst 1961 begonnen und mit

Unterbrechungen bis 1965 etwas weitergeführt werden, wobei von vornherein die Zusammenfassung aller inzwischen greifbar gewordenen Briefe vorgesehen war. Infolge der vordringlichen Fertigstellung des sehr umfangreichen Findbuches zu 2 Alt nahm ich die Arbeit an diesem Bestande am 28.5.1973 wieder auf und vermochte sie seitdem mit kurzer Unterbrechung laufend fortzusetzen.
Leider war infolge dieser langen Unterbrechung übersehen, daß mit den Resten von Personalnachrichten (durchweg Drucksachen und nicht in Briefform gehaltene Schriftstücke) aus 30 Slg. die 1959 - 1960 in dem neuen Bestände 27 Slg vereinigt wurden, noch eine Anzahl von Briefen zurückgeblieben war. Sie sind am Anfang Teil 3 (Nr. 835 ff.) auch in diesen Bestand eingefügt.

II. a) Wesentlich und vorrangig gegenüber der äußeren Eingliederung und der Aufbewahrungsstelle ist ohne Frage die sachgemäße Verwahrung und gute Erschließung eines Archivalienbestandes, auf die bei dieser Bearbeitung besonderer Wert gelegt ist. Es können zwar manche nach Absender oder Empfänger zusammengehörende Briefe in verschiedenen Bänden mit unterschiedlichen Bezeichnungen untergebracht sein; aber dies hängt mit der geschilderten Entstehung und Entwicklung des Bestandes zusammen.
b) In diesem neuen Findbuche sind zunächst die bisher unter der Bezeichnung VI Hs 12 verzeichnet gewesenen, den Hauptanteil ausmachenden Briefe in der alten Reihenfolge als Teil 1 (Nr. 1 - 524) aufgeführt. Ihnen folgen die aus Sammelkästen und einigen anderen Aufbewahrungsorten stammenden Stücke als Teil 2 (Nr.525 - 834), wobei die Fürstenbriefe (Nr. 525 - 583) als geschlossene Gruppe vorangestellt sind.
Teil 3 (Nr. 835 ff.) bilden die nachträglich aus 27 Slg entnommenen Briefe (vgl. oben I am Ende), ebenfalls als geschlossene Gruppe, sowie Zugänge ab 1974.
c) Verschiedentlich sind den Briefen (besonders im Teil 1) andere Schriftstücke oder

Drucksachen beigefügt (z.B. Nr. 69 - 74 aus Nachlaß Ludwig Lemcke). Solche Bände sind hier belassen, um ihren seit über 50 Jahren bestehenden Platz nicht zu verändern (vgl. auch oben II a). Einzelne, nicht als Briefe zu bezeichnende Schriftstücke sowie später hinzugefügte Notizen und Zeitungsausschnitte verwischen m.E. die Zugehörigkeit zu 298 N nicht so, daß sie anderweit untergebracht werden mußten. Grundsätzlich sind aber sicher nicht hierher gehörende Bände unter Hinweisen im alten Findbuche zu VI Hs 12 herausgenommen, dessen Nummern mit den neuen Beständen hier angeführt werden:
Nr. 17 (Hinterlegte Briefe von Wilhelm Brandes) jetzt: 251 N 26
Nr. 21 - 22 b (Nachlaß Conring) jetzt: 203 N
Nr. 34 (Ausarbeitungen Gebhardi) jetzt: 250 N 13 - 16
Nr. 38 - 42 (Nachl. Griepenkerl) jetzt: 214 N
Nr. 55 (Nachl. Hoffmeister) jetzt: 220 N
Nr. 88 und 124 (Verzeichnisse von anderswo verwahrten Briefen) jetzt: 249 N bzw. 36 Alt III 32 c
Nr. 104 (Nachl. v. Schleinitz) jetzt: 277 N
Nr. 107 (Archivkorrespondenz) jetzt: 36 Alt VI 10 a
Nr. 113 (Geschäftspapiere Schwetschke) jetzt: 299 N 312

Die Bearbeitung des Textes (Bd. 1) war abgeschlossen Ende 1974.
Die Reinschrift fertigte Frau R. Loutzky.
Wolfenbüttel/Stöckheim, Okt. 1975
gez. Dr. jur. H. Kleinau

Literatur
a) Allgemein
Mecklenburg, Günther: Vom Autographensammeln. Versuch einer Darstellung seines Wesens und seiner Geschichte im deutschen Sprachgebiet. Marburg 1963
Meisner, Heinrich Otto: Archivalienkunde vom 16. Jahrhundert bis 1918. Göttingen 1969 (über "Briefe" passim)
Steinhausen, G.: Geschichte des deutschen Briefs. 2 Bde. 3. Aufl. 1903
b) Briefsammlungen, Nachlässe
Denecke, Ludwig: Die Nachlässe in den Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland. 2. Aufl. Boppard 1981
Krüger, Nilüfer (Hrsg): Supellex Epistolica Uffenbachii et Wolfiorum. Katalog der Uffenbach-Wolfschen Briefsammlung. 2 Bde. Hamburg

1978
Mey, Hans Joachim: Die Zentralkartei der Autographen bei der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Aufbau und Funktion (In: Der Archivar, 31. Jg., 1978, Sp. 361 ff)
Mommsen, Wolfgang A.: Die Nachlässe in den deutschen Archiven (mit Ergänzungen aus anderen Beständen). T. 1. 2. Boppard 1971 - 83
s. Mecklenburg a.a.O. (S. 132 ff: Liste von Autographensammlungen und Nachlässen)
Raabe, Paul: Quellenrepertorium zur neueren deutschen Literaturgeschichte. 2. Aufl. Stuttgart 1966 (S. 41 ff: deutsche Autographensammlungen; S. 73 ff: Bibliographie der Briefsammlungen des 16. bis 20. Jahrhunderts)
Schlawe, Fritz: Die Briefsammlungen des 19. Jahrhunderts. Bibliographie der Briefausgaben und Gesamtregister der Briefschreiber und Briefempfänger 1815 - 1915. 2 Bde. Stuttgart 1969
Zur Beachtung bei Benutzung des Finsdbuches
a) Die Bezeichnung der einzelnen Bände lautet nur: 298 N 1, 2 usw.
b) Im Findbuchtext sind bei den einzelnen Personen die Zahlen der sie betr. Briefe, Post- u. Briefkarten, dazu auch deren Jahresdaten angegeben, falls sich keine Lebensdaten der Genannten ermitteln ließen. Für den Namenweiser (Index) gilt:
Unterstrichene Nummern bedeuten, daß es sich um mehr als 10 Briefe handelt.
c) In den Namenweiser sind alle vorkommenden Absender und Empfänger von Briefen sowie sonst im Text vorkommenden Namen aufgenommen, auch Orts- und Ländernamen, soweit bemerkenswerte Angaben über sie gemacht sind. (A) oder (E) vor der Nummer = Absender oder Empfänger; fehlender Zusatz = nur Erwähnung in dem angeführten Bande.
d) Zur genaueren Bestimmung der einzelnen Personen sind nach Möglichkeit Lebensdaten und ergänzende Berufsangaben in [ ] hinzugefügt, ebenso die Quellen hierfür, um künftige nochmalige, oft zeitraubende Nachforschungen zu ersparen und eine sofortige Entscheidung zu ermöglichen, ob es sich um die gesuchte Person handelt. Auch für den Fall der

Übernahme der Namen in die Hauptkartei erschien diese "Rationalisierungsmaßnahme" trotz des nicht unerheblichen, aber einmaligen Zeitaufwandes erforderlich.
e) Häufiger angeführte Titel von Nachschlagewerken und Druckschriften, denen biographische Angaben entnommen wurden, sind gekürzt. Sie sind in einem vor den Indices befindlichen "Verzeichnis des mit gekürzten Titeln angeführten Schrifttums" zusammengestellt.
Bezeichnungen von Archivalien ohne weiteren Zusatz sind solche des Staatsarchivs.
Zur Feststellung der Personen sind die Archivbehelfe und die Bücherei des Staatsarchivs sowie in der Stadtbibliothek Braunschweig und in der hies. Herzog August Bibliothek vorhandene Nachschlagewerke benutzt. Natürlich war es trotz eingehender Bemühungen und dankenswerter Hilfe verschiedener auswärtiger Staats- und Stadtarchive (s. SR 298 N) nicht möglich, Vollständigkeit zu erreichen. Die dem entgegenstehenden Schwierigkeiten sind in einem Vermerk zu SR 298 N dargelegt. Auch in diesem Bestande trifft man auf nicht wenige Personen, über die kein biographisches oder genealogisches Werk Auskunft gibt.
Für braunschweigische Pastoren konnte nur herangezogen werden: Georg Seebaß und Friedrich Wilhelm Freist: Die Pastoren der braunschweigischen evangelisch-lutherischen Landeskirche seit Einführung der Reformation, Band I, Wolfenbüttel 1969. Nur in Ausnahmefällen vermochte ich noch den von F.-W. Freist bearbeiteten Band II (1974) zu benutzen, auf den wegen genauerer Daten sonst allgemein verwiesen werden muß.
Die bei fürstlichen Personen angegebenen Lebensdaten sind ohne Quellenangabe entnommen den "Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten Bd. I bis IV, 2. Aufl. hrsg. von Frank Baron Freytag von Loringhoven. Marburg 1953 - 57".
f) Auf Sachbetreffe, die der Forschung von Nutzen sein könnten, ist in einem gesonderten Index aufmerksam gemacht.

Vorwort zum Teilbestand Bd. 3

Der Teilbestand 298 N (Bd. 3) ist zur Aufnahme von seit dem Druck des Findbuchs zu 298 N entdeckten bzw. eingegangenen wichtigeren Briefen bzw. Briefserien bestimmt, die nicht für die Einordnung in die Sammelbestände 250 N, 299 N usw. in Frage kommen. Der mit dem gedruckten Findbuch seit 1983 publik gemachte Briefbestand 298 N ist seitdem als abgeschlossener Fonds zu betrachten. In 298 N (Bd. 3) sollten künftig im Gleichklang mit dem Gesamtcharakter des Bestandes 298 N nur Briefe von herausgehobenem Belang bzw. von belangvollen Korrespondenzpartnern eingegliedert werden. Die Theologenbriefe in 298 N 864 stellen anscheinend eine künstlich gebildete Autographensammlugn dar (Mitteilung von Landesbischof i.R. Dr. Müller vom 08.07.1994).

Hinweis auf Parallelarchivalien:

Briefe finden sich generell in großer Anzahl in der Hauptabteilung N (hauptsächlich in den Nachlässen (vgl. Hilfsfindbuch 39 A Slg) und Familienarchiven (vgl. Nachweise von Briefen in der Hauptabteilung N in der Beständeübersicht, Bd. 2 (1962), S. 268 (= Sachindex "Briefe")!). Hervorzuheben wären darunter insbesondere folgende Einzelbestände:

276 N, 250 N, 299 N, 297 N, 211 N, 249 N, 1003 N.

Die Briefe in den Beständen 250 N, 251 N sowie 299 N sind in Auswahl (des Wichtigsten) erfaßt in den jeweiligen Sachindizes (Stichwort "Briefe").

Auch in der Hauptabteilung Hs (= Handschriften) finden sich zahlreiche, jedoch durch Sachindex nicht eigens ausgewiesene Briefe (insbesondere u.a. in VI Hs 11); doch sind hilfreicherweise die Nachlässe in der Hauptabteilung Hs von Dr. Kleinau im Bd. 2 seiner Beständeübersicht (1962) auf S. 162 ff. aufgelistet worden. Um beispielhaft auf den Wert der in 299 N enthaltenen Briefe hinzuweisen, sei nur erwähnt, daß in 299 N 312 Briefe von Beseler, Droysen und Giesebrecht, in 299 N 316 solche des Widerstandskämpfers (20. Juli 1944) Werner Schrader liegen.

In der Generalübersicht zum Bestand 12 Neu (Bd. 2, Abt. I A 6 "Eingaben") sind die zahlreich in diesem Bestand sowie in anderen Beständen des Staatsarchivs vorhandenen Petionen (= Bittbriefe) nachgewiesen. Hier wie im Bestand 1003 N findet man u.a. Briefe von Angehörigen auch der unteren sozialen Schichten.

Im Bestand 43 A Neu (Findbuch 2) lagern einige letzte private Briefe von zum Tode verurteilten Gefangenen aus dem Strafgefängnis in Wolfenbüttel (1937-1947).

Im Bestand 1003 N liegen abertausende von Geschäftsbriefen (18.-19 Jh.), in die nicht selten auch Privatmitteilungen eingeflossen sind.

In 27 Slg sind neben vielen Autographen auch nicht wenige echte Briefe vorhanden. Bei einer Sichtung dieses Bestandes fielen mir neben zahllosen Autographen im Jahre 1980 Briefe in folgenden "Personaltüten" als hervorhebenswert auf:

Richard Andree; Baumgarten (Brief von Gervinus); Nicodemus Frischlin; Joh. Math. Gesner; Henneberg; Friedrich August von Herzberg; Latermann; de Marees; Oskar Meding; (v.) Meibom; Karl Niedmann; Michael Praetorius; Wilhelm Raabe; C.W. Sack; Schottelius; Kaspar Heinr. v. Sierstorpff.-

Doch können auch in anderen Personalselekten dieses Bestandes Briefe vorhanden sein.

Zu beachten sind bei der Suche nach Briefen stets auch die vielen Nachweise in Dr. Kleinaus Beständeübersicht Bd. 2 (1962) (Sachindex "Briefe").

Fürstenbriefe (d.h. eher "Schreiben" bzw. auch Autographen) finden sich zahlreich u.a. in 30 Slg Abt. 6.

Der vorliegende Teilbestand 298 N (Bd. 3) ist vom Unterzeichneten angelegt und verzeichnet worden. Die Eingabe in die Datenverarbeitung sowie die Erstellung der Indizes besorgte der Archivangestellte Rainer Kustak.


Wolfenbüttel, 08.08.1991
gez. Dr. Dieter Lent


P.S.: Briefe können unter dem Schlagwort "Dedikationen", "Einsendungen" usw. in folgenden Aktenbeständen enthalten sein: 7 B Neu, 12

Neu

P.P.S.: Die Briefe unter Bestell-Nr. 864 wurden vom Unterzeichneten um 1981/82 im Bestand 30 Slg unter der
Rubrik "Varia und Curiosa" aufgefunden (Kasten 117)

Dieses Findbuch wurde im Rahmen der Programme zur Förderung der wissenschaftlichen Literaturversorgungs- und Informationssysteme der Deutschen Forschungsgemeinschaft (www.dfg.de/lis)

digitalisiert.

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet