NLA WO 70 N

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Description

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Gemeinde Heiningen

Fonds data

Custodial history 

Die Geschichte Heiningens ist eng mit dortigen Kloster und dem Klostergut verbunden. Um das Jahr 1000 wurde in Heiningen von zwei adligen Stifterinnen ein Kanonissenstift gegründet, dem zahlreiche Ortschaften in der näheren und weiteren Umgebung zehntpflichtig waren. Um 1200 wurde die noch heute erhaltene Klosterkirche als dreischiffige Basilika im romanischen Stil gebaut.

Das 16. Jahrhundert brachte Unruhen und Plünderungen über das Kloster. Die Kanonissinnen mussten gegen ihren Willen zum evangelischen Glauben übertreten, hielten aber weiterhin an vielen Formen des alten Glaubens fest. 1629 gelangte das Kloster aufgrund des Restitutionsedikts an das Bistum Hildesheim. Das Kloster mit dem dazugehörigen Gut und Klosterhof wurde also wieder katholisch, das Dorf Heiningen mit seinen übrigen Höfen dagegen blieb lutherisch. Durch diese konfessionelle Besonderheit bedingt, gab es in Heiningen eine katholische und eine evangelische Schule. Die katholische Schule stand auf dem Gelände des Rittergutes, das auch für die Bauunterhaltung zuständig war. Die Schullasten der evangelischen Schule wurden von den Hofbesitzern getragen. Erst um 1938 wurde die konfessionell getrennte Schule zur Einheitsschule.

Zum Bistum Hildesheim gehörte Heiningen mit kleineren Unterbrechungen bis 1802. In diesem Jahr fiel es an Preußen und wurde 1807 Teil des Königreichs Westphalen (Departement Oker, Kanton Schladen). 1810 wurde das Kloster Heiningen aufgehoben und an den Amtsrat Markwort in Schöningen verkauft, womit die über 800jährige Klostertradition ihr Ende fand. Zehn Jahre später gelangte das Klostergut durch Heirat in den Besitz der Familie Degener, die es noch heute bewirtschaftet. Die Kirche blieb für den katholischen Gottesdienst erhalten.

Als Ergebnis des Wiener Kongresses 1815 gelangte Heiningen als Teil des ehemaligen Fürstbistums Hildesheim erst an das Königreich Hannover,

ab 1866 war es Teil der preußischen Provinz Hannover. Zur Zeit des Dritten Reiches gehörte Heiningen zum Gau-Südhannover-Braunschweig.

In dieser Zeit entstand am Heininger Ortsrand ein Lager für die Arbeiter, die im benachbarten Börßum ein Wasserleitungssystem für die "Hermann-Göring-Werke" in Salzgitter bauen mussten. Anfang der 1940er Jahre wurde daraus ein Kriegsgefangenenlager für französische und holländische, später russische Kriegsgefangene. Der Soldatenfriedhof an der Flöther Straße erinnert noch daran. Nach dem Kriege wohnten Kranke aus den Bodelschwinghschen Anstalten in den nun als "Bethelheim" bezeichneten Lagerbaracken. Auch wurden hier Flüchtlinge und Kriegsheimkehrer untergebracht.

Das Dorf Heiningen, wie es heute aussieht, hat sich erst seit dem Ende der 1950er und besonders in den 1960er Jahren durch rege Bautätigkeit entwickelt. Bis dahin gab es außer dem Lager und der Klosteranlage nur eine kleine Siedlung.

1974 kam es zur Bildung der neuen Samtgemeinde Oderwald mit Sitz in Börßum, zu der seither auch Heiningen gehört.

Literatur:
- Charlotte von der Heide, "Wehrt Euch!" Kampf gegen die Schließung der katholischen Schule in Heiningen. Ein Beitrag zum Wettbewerb "Protest" 1998/99, (masch.) Bornum 1999 (NLA-Staatsarchiv Wolfenbüttel, 2 Zg. 324/92)
- Georg Juranek, Aus der Geschichte der Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Oderwald mit Sitz in Börßum, Börßum 1979, hier: Heiningen, S. 32-41.

Der vorliegende Bestand wurde im Herbst 2009 als Zg. 2009/057 von der Gemeinde Heiningen abgegeben und von der Unterzeichnenden geordnet und verzeichnet.

Wolfenbüttel, im Mai 2010 Dr. Silke Wagener-Fimpel

(Archivoberrätin)

Information / Notes

Additional information 

teilweise verzeichnet