NLA WO 31 Alt 2

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Description

Identification (short)

Title 

Eisenhütte Gittelde

Life span 

1725-1870

Fonds data

Short description 

Umfang: 5,6 lfdm
Inhalt: u.a. Verwaltung; Steuern; Brandsachen; Wasserversorgung; Haushaltssachen; Faktoreikasse; Personalia; Gebäude; Grundstücke; Teiche; Wege; Hüttenbetrieb, Hüttenprodukte; Eisenhandel; Holz- u. Kohlenwesen.

Custodial history 

Der Hüttenbetrieb bei Gittelde wurde vermutlich bereits im 11. Jahrhundert durch den Erzbischof von Magdeburg begonnen und gelangte im 12. Jahrhundert in welfischen Besitz. Für das Jahr 1456 ist eine (private) Eisenhütte der Gebrüder Sötefleisch nachgewiesen, die etwa bis 1585 in Betrieb war. Ende des 15. Jahrhundert begann man mit der Aufnahme des Eisenerzbergbaus, in dessen Gefolge die Gitteldeschen Hüttenwerke nun stark erweitert wurden. Intenvisiert wurde auch die Weiterverarbeitung des erzeugten Metalls, so daß Gittelde ein regelrechtes Zentrum für Schahlschmiede wurde (1558: 26 Schmiede). Herzog Heinrich der Jüngere förderte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhundert den Bergbau sehr (1526: 16 Gruben am Iberg in Betrieb). Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde dem Ausbau der nahegelegenen Teichhütte Vorrang gegeben, wo bereits im frühen 15. Jahrhundert Eisen erzeugt wurde und die nach Errichtung eines Hochofens zum Mittelpunkt des Verhüttungswesens im Erzbergbaugebiet Grund aufrückte. Unter Herzog Julius (seit 1568) konzentrierte man sich dort auf Kriegs- und Rüstungsbedarf. Seit 1635 arbeitete die Teichhütte - wie auch düe Ober- und Neuehütte bei Badenhausen - als Kommunionbetrieb in gemeinschaftlichem Besitz der hannoverschen Kurfürsten und braunschweigischen Herzöge. 1744 begann man mit der Herstellung von Stahleisen, doch der Siebenjährige Krieg führte zu einem empfindlichen Rückgang der Eisenerzeugung - seit 1762 wurde mit Verlust gearbeitet. Im Jahre 1800 waren es jedoch bereits wieder 7000 Zentner Roheisen, die produziert worden waren, von denen aber nur ein geringer Teil selbst verarbeitet wurde. Trotz einer 1819 erfolgten technischen Modernisierung ging die Roheisenproduktion in den zwanziger Jahren erneut zurück. Nach dem Wiedergang der Eisengewinnung versuchte man, den Erzbergbau wiederaufzunehmen; im Zuge der Annexion Hannovers durch Preußen 1866 und

dem nachlassenden Interesse an der Hütte wurde der Betrieb 1868 völlig eingestellt.

Der weitaus größte Teil der Akten des Bestandes 31 Alt 2 entstammt dem alten Bestand 59 Neu, bei dessen Sichtung und Überprüfung der Provenienzen in zahlreichen Fällen die Eisenhütte Gittelde festgestellt wurde. Da für diesen Betrieb bereits ein Bestand eingerichtet worden war, erlaubte dies die Einarbeitung des hinzukommenden Schriftguts, wobei das frühere Findbuch grundlegend revidiert wurde (Vergabe neuer Aktentitel und Vornahme neuer Klassifikation). Etwa die Hälfte der bei 31 Alt 2 liegenden und zu einem früheren Zeitpunkt schon verzeichneten Akten entstammte dem Kommunion-Bergamt Goslar und wurde im Rahmen der Neubearbeitung den Beständen 33 Alt und 61 Neu (z.T. auch 16 W) zugewiesen. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt vorwiegend auf den Bereichen Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen sowie dem Hüttenbetrieb, die insgesamt als recht gut dokumentiert
(wenn auch nicht für alle Zeitabschnitte) gelten dürfen.

Bei Benutzung von 31 Alt 2 empfiehlt sich die Heranziehung der Bestände 33 Alt, 16 W und 61 Neu sowie auch 4 Alt 4, 50 Neu 4, 29 Alt und 59 Neu.

Literaturhinweise:

- 1000 Jahre Gittelde, Festschrift, 1953
- Gittelde, um 1955
- 500 Jahre Teichhütte 1456-1956, 1956 sowie zum Hüttenbetrieb in Badenhausen:
- 1000 Jahre Badenhausen 968-1968, 1968
- A. Brinkmann, Badenhausen, Ober- und Neuehütte im ehemaligen Amte Stauffenburg, 1942-1945

Die Verzeichnung des vorliegenden Bestandes erfolgte von August bis Oktober 1992 durch den Archivangestellten Andreas Düwel, M.A., die Eingabe in Aida nahm Frau Elke Wittenberg und Herr Rainer Kustak vor.

Die Erstellung des vorliegenden Findbuches wurde durch die Förderung des Arbeitsamtes Braunschweig im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme auf der Grundlage des Arbeitsförderungsgesetztes ermöglicht, wofür an dieser

Stelle ausdrücklich gedankt sei.


Wolfenbüttel, im April

1994

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Geotagging

Name 

Gittelde Flecken, Gemeinde [Wohnplatz]

Time from 

1

Time to 

1

Region_ID 

1873

Level_ID 

1

Geotagging

Name 

Teichhütte [Wohnplatz]

Time from 

1

Time to 

1

Region_ID 

1876

Level_ID 

1

Geotagging

Name 

Oberhütte [Wohnplatz]

Time from 

1

Time to 

1

Region_ID 

1863

Level_ID 

1

Geotagging

Name 

Badenhausen, Gemeinde [Wohnplatz]

Time from 

1

Time to 

1

Region_ID 

1861

Level_ID 

1