NLA WO 8 Alt Lagh

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Description

Identification (short)

Title 

Amt Langelsheim

Life span 

1750-1803

Fonds data

Short description 

Umfang: 5,2 lfdm
Inhalt: u.a. Amtshaushalt, Amtsbediente, Landesvermessung, Register, Steuern, Konzessionen, Handel u. Gewerbe, Justiz-, Gilde-, Wege- u. Fluss-, Berg- u. Forst-, Kirchen- u. Schulsachen, Militaria.

Custodial history 

Die Geschichte der Ämter der welfischen Territorien ist trotz der guten Überlieferung ein nach wie vor kaum bearbeitetes Feld. Die vorherrschende Konzentration der Geschichtswissenschaft auf die Zentralverwaltung führte zu dieser Vernachlässigung. Und dies, obwohl die Wirkung der Zentrale ohne die Analyse der Lokalverwaltung nicht zu erfassen ist. "Was unten ankam", wie Herrschaft im Lande funktionierte, zeigen die Akten der Ämter.
Die Amtsorganisation war in den welfischen Ländern bereits seit dem 13. Jh. entstanden. Mit Ausnahme der adligen Gerichte und teilweise städtischen Gebiete erfassten die Ämter den größten Teil des Landes. Das Amt war das lokale Zentrum der fürstlichen Domänenwirtschaft, daneben aber auch untere Verwaltungsbehörde des Staates, bei der alle Zweige öffentlicher Verwaltung im Lokalbereich zusammenliefen: Kammersachen, Hoheits- und Polizeiwesen, Finanzwesen, geistliche und Schulangelegenheiten sowie nicht zuletzt die Gerichtsbarkeit. Die herzoglichen Amtsordnungen von 1541 und 1688 bestimmten die Geschäftskreise der Ämter bis zu Beginn des 19. Jh. maßgeblich. Nach der Wiederherstellung des Fürstentums Braunschweig 1814 wurde auch die Verwaltung neu organisiert. Die Verklammerung zwischen Justiz und Verwaltung, die während des Königreichs Westphalen (1807-1813) aufgelöst war, wurde auf der unteren Ebene durch die Errichtung sogenannter Kreisgerichte 1814 wiederhergestellt. Die Justizreform von 1823/25 löste die Kreisgerichte wieder auf und übertrug ihre Kompetenzen auf Distriktgerichte und Kreisämter. Letztere wurden 1832 wieder schlicht in "Ämter" umbenannt. Bis zur endgültigen Trennung von Verwaltung und Justiz 1850 blieben sie auch unterste Justizbehörde. Danach übernahmen die neugegründeten Amtsgerichte diese Funktion. Die Lokalverwaltung ging an die neu gebildeten Kreise über.

Der Bestand des Harzamts Langelsheim wurde aus folgenden

Abgaben gebildet:
1.) Abgabe des Amtsgerichts Lutter a. Bbg. aus den Jahren 1878, 1879 und 1913. Sie bildet den Hauptbestandteil der neugeschaffenen Abteilung. Die ursprünglich in 3 Abteilungen geordneten und verzeichneten Akten wurden im Mai 1927 in einer Abteilung zusammengefasst und ohne Rücksicht auf die eigentliche Provenienz nach Sachgruppen geordnet. Provenienzmäßig umfasste dieser Bestand, der die Archivbezeichnung "Amtsakten/Amt Lutter a. Bbg." trug, Akten der Ämter, Harzburg, Langelsheim, Lutter a. Bbg. und Seesen, der adligen Gerichte Bornhausen und Volkersheim, des Klostergerichts Bodenstein sowie Akten der westfälischen Zeit. Diese Akten sind gekennzeichnet durch den Zusatz A.L. Nr.....
2.) Ablieferung des Amtsgerichts Lutter a. Bbg. aus dem Jahre 1913, unverzeichnet.
3.) Einige Stücke mit der Archivbezeichnung "Amt Langelsheim", deren Abgabetermin nicht feststellbar ist.
4.) Geringe Teile aus der 1921 und 1924 erfolgten Abgabe der Kreisdirektion Wolfenbüttel, kenntlich gemacht durch den Zusatz: "Kreisdirektion Wolfenbüttel".
Das Gesamtrepertorium der Registratur des Amts Langelsheim ist erhalten (Archivbezeichnung: L Alt Abt. La[ngelsheim] Nr.7), jedoch ist nur etwa 1/10 der dort verzeichneten Akten erhalten geblieben. Ein sehr großer Teil der erhaltenen Amtsakten aus den verschiedenen Abgaben trägt die Signatur der alten Amtsregistratur (R. ...F. ... Nr. ...), und daher ist die neue folgende Übersicht in enger Anlehnung an die in der alten Registratur vorgefundenen Gliederung gewählt.
Die Archivsignatur lautet jetzt: 8 Alt Langh.1...

(Dr. Koeppen)
Staatsarchivassessor

Das vorliegende Findbuch ist eine Abschrift des alten, maschinenschriftlichen Findbuchs von 1953. Frau Eggelsmann hat sie im Rahmen eines Praktikums angefertigt und dabei selbständig Orts- und Personenindexbegriffe gebildet. Die Schlussredaktion nahm der Unterzeichnende vor.

Im Rahmen des Praktikums war es nicht möglich sich ausführlich mit Indices zu befassen, so dass der hier formierte Index hinter dem Ergebnis des maschinenschriftlichen Findbuchs zurückbleibt. Eine entsprechende Ergänzung war im Rahmen des Dienstbetriebs nicht möglich. Wenn nicht ohnehin nur auf die EDV-Recherche gesetzt wird, sollte in Zweifelsfällen auf das alte Findbuch zurückgegriffen werden.
Die Erstellung des Findbuches wurde durch die Bundesagentur für Arbeit Braunschweig im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme auf der Grundlage eines Arbeitsförderungsgesetzes ermöglicht, wofür an dieser Stelle ausdrücklich gedankt sei.


Wolfenbüttel, Dezember 2004

Literatur:

Christian Lippelt, Hoheitsträger und Wirtschaftsbetrieb: Die herzogliche Amtsverwaltung zur Zeit der Herzöge Heinrich der Jüngere, Julius und Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel, in: Christian Lippelt und Gerhard Schildt (Hg.), Braunschweig-Wolfenbüttel in der Frühen Neuzeit. Neue historische Forschungen. (Quellen und Forschungen zur Braunschweigischen Landesgeschichte.Hg. vom Braunschweigischen Geschichtsverein Bd. 41), Braunschweig, 2003, S. 11-28

Christian Lippelt, Die Amtsordnung Herzog Heinrichs des Jüngeren von Braunschweig-Lüneburg für das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel von 1541, in: Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 83, 2002, S. 11-33.

Günter Scheel, Die Verwaltung in den braunschweig-lüneburgischen Fürstentümern [...] vom 16. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, in: Deutsche Verwaltungsgeschichte (Hg. Kurt Jeserich u.a.), Bd. 1, Stuttgart 1983, S. 741-763.

Thomas Klein, Herzogtum Braunschweig, in: Deutsche Verwaltungsgeschichte (Hg. Kurt Jeserich u.a.), Bd. 2, Stuttgart 1983, S. 743-752.

Zimmermann, F.W.R., Übersicht über die bisherige Verwendung der den einzelnen Kreiscommunalverbänden des Herzogthums Braunschweig gesetzlich

überwiesenen Erträgnissen und Einnahmen nebst einer einleitenden Darstellung der derzeitigen Organisation der Braunschweigischen Verwaltung und der geschichtlichen Entwicklung derselben (Beiträge zur Statistik des Herzogthums Braunschweig. Hg. vom statistischen Bureau des Herzogl. Staatsministeriums, Heft IX, 1889.

Günter Scheel, Die Verwaltung in den braunschweig-lüneburgischen Fürstentümern [...] vom 16. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, in: Deutsche Verwaltungsgeschichte (Hg. Kurt Jeserich u.a.), Bd. 1, Stuttgart 1983, S. 741-763.


Wolfenbüttel, im November 2006 Dr. Martin

Fimpel


Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet