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Description

Identification (short)

Title 

Kopialbücher des Gesamthauses Braunschweig-Lüneburg

Fonds data

Short description 

Umfang: 0,3 lfdm - EDV-Findbuch 2015 (Abschrift Jürgen Diehl)
Die Bände wurden bei den wiederholten Öffnungen und gemeinschaftlichen Revisionen des im Blasiusstift in Braunschweig verwahrten Urkundenarchivs des braunschweig-lüneburgischen Gesamthauses.
Zeit: 16. Jahrhundert bis 1801

Custodial history 

Im Wolfenbütteler Archiv waren schon im 18. Jahrhundert eine Anzahl von Kopiaren, Missalien und "geschichtlichen Handschriften" vereinigt, die mindestens zum großen Teil aus den Archiven der Stifte und Klöster und von Behörden stammten. W. Ehlers legte 1846 dafür ein Findbuch an, das damals schon rund 440 Handschrifteneinheiten umfasste und dessen Gliederung in der Folgezeit für diese Hauptabteilung maßgebend wurde. P. Zimmermann erweiterte den Bestand seit etwa 1890 systematisch. Er war besonders auf den Ausbau einer Stammbuchsammlung, aber auch auf die Angliederung von geschichtlichen, juristischen, topographischen u. heraldischen Aufzeichnungen und Ausarbeitungen sowie von Briefen [jetzt Bestand 298 N] bedacht. Neben dem mannigfachen, zum Teil auch literarisch-biographischen handschriftlichen Sammelgut sind den Handschriften auch Teile von Behördenabgaben, besonders Kopialbücher und ähnliche Buchreihen, einverleibt worden, da leider die Befolgung des Provenienzprinzips im Wolfenbütteler Archiv im 19. Jahrhundert in Vergessenheit geraten war. Ebenso wurden Stücke aus Nachlässen und kleinen privaten Archiven aus ihrem archivischen Zusammenhang gerissen, um auf die Sachgruppen dieser Hauptabteilung aufgeteilt zu werden.
Die Handschriften wurden 1914-1922 neu verzeichnet, was mit geringer Änderung der Abteilungsbezeichnungen bei Neugliederung der Bestände 1939/1949 übernommen wurde.

Information / Notes

Additional information 

Das Fürstliche Gesamtarchiv ist in Folge einer in dem Erbvertrag zwischen dem Herzog Bernhard von Lüneburg und den Herzögen Wilhelm und Heinrich von Braunschweig anno 1428 Montags nach Oculi enthaltenen und in den Erbverträgen von 1432, 1442 und 1495 erneuerten Bestimmungen, des Inhalts:

Vortmer alle an dre Privilegia unnd Breve de roy hebben de schall ein invelik beholden in siner herschop und Dele dar se hen spreken und hören. Wat aver der Breve weren de beiden Landen tospreken und anvörden, de schol de man leggen to unser beiden truwen hande by unse leven getruwen andechtigen dat Capittel to sunte Blasiuss to Brunswig pp.

errichtet und es sind darin die das Fürstliche Gesamthaus Braunschweig-Lüneburg betreffenden, anbei aber auch viele die einzelnen Linien desselben allein angehende Original-Urkunden aufgenommen. Zu der Aufbewahrung des Archivs wurde die sogenannte Gerwekammer des Stifts St. Blasii in Braunschweig benutzt, bis eine an der Sakristei des Doms vorgenommene Reparatur die Transposition der in 2 Schränken befindlichen Urkunden nach dem Lokale der Herzoglichen Staatskanzlei am 7. September 1830 nötig machte, wo sie aber bei der an demselben Tage erfolgten Einäscherung des Herzoglichen Residenzschlosses teils vernichtet, teils zerstreut wurden. Ein bald danach in mehr oder minder beschädigtem Zustand wieder aufgefundener Teil der Urkunden wurde nach ermittelter Identität im Lokal des Landschaftlichen Archivs niedergelegt und von da in einer Anzahl von 104 Stück in das hiesige Archiv gebracht und daselbst in einem besonderen Schrank deponiert.

Der Inhalt und die innere Einrichtung des Gesamtarchivs ist am besten aus dem darüber im Jahr 1826 aufgenommenen Verzeichnis zu ersehen, welches folgende Abteilungen enthält:
1. Kaiserliche Begnadigungen und Rechtssprüche;
2. Kaiserliche Belehnungen;
3. Päpstliche Schutzbriefe uznd Aufträge;
4. Fürstliche Verheiratungen, Erbfolge und Teilungen,
5. Fürstliche Belehnungen;
6. Fürstliche Stiftungen;
7. Verträge und Sühnebriefe;
8. Erwerbungen und Veräußerungen durch Kauf, Tausch, Verpfändung pp., in Bezug auf die Grafschaft Hallermund, die Stadt Hameln, die Herrschaft Homburg und die Grafschaft Eberstein, die Herrschaften Landsberg und Sangerhausen, Oebisfelde und andere Landesteile.

Fundstellen on verlorenen Stücken des Gesamtarchivs siehe: 39 G Slg Band 9