NLA ST Rep. 301/3

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Von der Wisch

Laufzeit 

1606-1894

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Die Akten betreffen die Adelsgüter Wasserbaden, Ruschbaden, Clüvenhagen II, Leßel, Groß-Koppel, Klein-Koppel und Etelsen sowie die Familien der Besitzer: von der Lieth, von Clüver, von Zabeltitz, von der Wisch und von Heimbruch
Findmittel: EDV-Findbuch 2001
Umfang: 0,7 lfdm

Bestandsgeschichte 

1. Zur Geschichte der Güter Wasserbaden, Ruschbaden, Cluvenhagen II, Leßel, Groß-Koppel, Klein-Koppel und Etelsen

Auf relativ engem Raum sind im Lauf der Jahrhunderte östlich der Weser zwischen Achim und Langwedel verschiedene Adelsgüter der Familien von Clüver und von Mandelsloh entstanden. Während das Gut Leeßel bereits im Jahr 1294 Erwähnung findet, wurden die Güter Wasserbaden, Ruschbaden, Cluvenhagen II, Groß-Koppel, Klein-Koppel und Etelsen allesamt erst im Lauf des 16. Jahrhunderts gegründet. So war das Gut Wasserbaden eine Gründung der Familie von Clüver und gelangte über eine Erbtochter an Franz Julius von der Lieth (+ 1726). Nach dem Tod des Franz Julius von der Lieth brachte dessen Tochter Hieme Maria Elisabeth das Gut ihrem Ehegatten, dem Obersten und Landrat Garleff Jürgen von Skölln zu. Nach dem Aussterben dieser Linie der Familie von Skölln 1789 gelangte Gut Wasserbaden an die Familie von Plate. Im Rahmen einer Erbteilung in dieser Familie fiel das Gut nach 1834 an die Familie von der Decken.

Das Gut Ruschbaden gelangte im ausgehenden 16. Jahrhundert von der Familie von Clüver an die von Mandelsloh. Besitzer im späten 17. und im 18. Jahrhundert waren die von Bremer und von Düring sowie nichtadelige Familien. Ende des 18. Jahrhunderts erwarb der Landrat Johann Heinrich Freese gen. von Quiter das verfallene Gut und übertrug dessen Landtagsfähigkeit im Jahr 1800 auf sein Gut Etelsen, um Ruschbaden dann wieder an den Vorbesitzer zu verkaufen. Aus dessen Konkurs ging das Gut über Herrn Syliak um 1838 auf den Staatsminister Johann Kaspar von der Wisch zu Etelsen und Koppel über, der es zunächst seinem Schwager Joachim Christian von Heimbruch abtrat, dessen Sohn Gottlieb Ernst August es dem Staatsminister zurückgab. Johann Kaspar von der Wisch führte 1858 das Gut Ruschbaden mit den Gütern Embsen, Etelsen und Koppel zum Familienfideikommiß Koppel

zusammen. Nachdem das Gutshaus zu Ruschbaden dem Bau der Eisenbahn zwischen Hannover und Bremen zum Opfer gefallen war, wurde der Grundbesitz in den Jahren 1930/34 parzelliert und an verschiedene Personen verkauft.

Das Gut Cluvenhagen II wurde anscheinend Ende des 17. Jahrhunderts von Cluvenhagen I abgetrennt. Elisabeth von Clüver, die 1664 Johann Eberhard von der Lieth geheiratet hatte, erbte die Güter Cluvenhagen II und Leßel nach dem Tod ihres Vaters Otto von Clüver. Die mit Franz Julius von der Lieth verheiratete Tochter Adelheid Wobrich von der Lieth (+ 1755) vermachte das Gut ihrer mit dem Landrat Asmus Christoph Friedrich von Zabeltitz verheirateten Schwester Anna Gertrud. Anscheinend wurde das Gut noch Mitte des 18. Jahrhunderts parzelliert und verkauft.

Das Gut Leßel wird erstmals im Jahr 1294 als Lehen der Grafen von Schwerin erwähnt. Im Jahr 1404 befand es sich bereits im Besitz der Familie von Clüver. Nach 1664 fiel es über die Erbtochter Elisabeth von Clüver an Johann Eberhard von der Lieth zu Wiegersen, der im Jahr 1691 mit seiner zweiten Ehefrau Magdalene von Sandbeck das alte Gutshaus durch einen Neubau ersetzte. Nach dem Tod des Johann Arend von der Lieth im Jahr 1780 erbte dessen mit dem Obristen Klaus Hinrich von Horn verheiratete zweite Tochter Gertrud Anna das Gut Leßel. Über die Tochter dieser beiden Eheleute gelangte Leßel an den Oberappellationsgerichtspräsidenten Otto Louis Christoph von Schlepegrell, dessen Erben es im Jahr 1853 an einen nichtadeligen Käufer veräußerten.

Das Gut Koppel gehörte im 17. Jahrhundert der Familie von Mandelsloh. Mitte des 17. Jahrhunderts gelangte es über die Erbtochter Magdalene an deren Ehemann Johann von Rönne, der das Gut zwischen seinen beiden Söhnen aufteilte. Groß-Koppel fiel an Asmus von Rönne, während Gerhard Dietrich Klein-Koppel erhielt. Asmus' Ehefrau Agnes Katharina Mette von Heimbruch

heiratete in zweiter Ehe den Rittmeister Christoph von der Kuhla, der Groß-Koppel an den schwedischen Obristen Johann Heinrich von Brethaupt (+1706) verkaufte. Die Tochter Maria Elisabeth aus der Ehe des Asmus von Rönne mit der Agnes Katharina Mette von Heimbruch erreichte jedoch gerichtlich die Rückgabe des ohne ihre Einwilligung verkauften Gutes. In erste Ehe war sie mit Friedrich von Heimbruch (+ 1709), in zweiter Ehe mit dem Landrat Asmus Christoph Friedrich von Zabeltitz zu Klein Koppel verheiratet, dem sie Groß Koppel zubrachte. Klein Koppel war nach dem Tod des Gerhard Dietrich von Rönne 1682 an den Hauptmann Christoph von Zabeltitz, den Vater des Landrats Asmus Christian Friedrich von Zabeltitz, gelangt. Das so wieder vereinigte Gut Koppel gelangte über die Familie von Freese gen. von Quiter um 1780 an den Obersten Christian Otto von der Wisch zu Rechtebe. Dessen Söhne Johann Kaspar und Hieronymus von der Wisch begründeten unter Zusammenfassung der Güter Embsen, Etelsen, Koppel und Ruschbaden einen Familienfideikommiß. Nach Auflösung des Fideikommißes 1925 wurde Koppel an den Mühlenbesitzer Johann Bischof in Etelsen verkauft.

Das Gut Etelsen gehörte im 17. Jahrhundert der Familie von Mandelsloh. Im 18. Jahrhundert war Etelsen in bürgerliche Hände gelangt. Um 1790 kaufte der Hauptmann Johann Heinrich von Freese gen. von Quiter das Gut und übertrug die Landtagsberechtigung des Gutes Ruschbaden auf Etelsen. Über die Nichte des Landrats gelangte Etelsen gemeinsam mit Koppel an die Familie von der Wisch und wurde 1858 Bestandteil des Familienfideikommißes. Der Familienfideikommiß vererbte sich nach 1873 auf die Gebrüder von Heimbruch, die 1886 ein neues Schloß im Stil der Neorenaissance errichten ließen. 1925 wurde der Fideikommiß aufgelöst, der Grundbesitz parzelliert und verkauft.


2. Zur Geschichte des Bestandes

Der Bestand Rep. 301/3 gelangte 1973

im Rahmen einer größeren Abgabe des Hauptstaatsarchivs Hannover an das Staatsarchiv Stade. Wie die Akten in das Hauptstaatsarchiv gelangt sind, läßt sich nicht mehr nachvollziehen. Im Staatsarchiv Stade wurde der Bestand von Paul Dubielzig zum großen Teil blattweise geordnet und verzeichnet. Im Jahr 2001 wurde der Bestand durch die Praktikantin Sabinte Tete per EDV-Verzeichnung neu erfaßt. Überprüfung, Korrektur und Ergänzung der Titelaufnahmen erfolgte im Januar/Februar 2005 durch den Unterzeichner. Dabei wurden einige umfangreichere Sammelakten noch einmal nach Sachgesichtspunkten untergliedert. In seiner jetzigen Gestalt umfaßt der Bestand somit 43 Akten (= 0,7 lfdm) aus der Zeit von 1606 bis 1894. Abschriftlich reicht die Überlieferung bis 1570 zurück. Die Akten betreffen die Adelsgüter Wasserbaden, Ruschbaden, Clüvenhagen II, Leßel, Groß-Koppel, Klein-Koppel und Etelsen, sämtlich im Altkreis Achim gelegen, sowie die Familien der Besitzer, namentlich von der Lieth, von Clüver, von Zabeltitz, von der Wisch und von Heimbruch.


3. Literaturhinweise:

Arthur von Düring, Ehemalige und jetzige Adelssitze im Herzogtum Bremen, Stade 1938.

Die Güter der Ritterschaft im Herzogtum Bremen. Hrsg. v. der Ritterschaft der Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 2001.

Ulrike Hindersmann, Der ritterschaftliche Adel im Königreich Hannover 1814-1866(= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, 203), Hannover 2001.

Otto Merker, Die Ritterschaft des Erzstifts Bremen im Spätmittelalter. Herrschaft und politische Stellung als Landstand (= Einzelschriften des Stader Geschichts- und Heimatvereins, 16), Stade 1962.

Luneberg Mushard, Monumenta Nobilitatis antiquae Familiarum illustrium, inprimis Ordinis Equestris in Ducatibus Bremensi & Verdensi, Bremen 1708, S. 351-372. oder S. 374-379.

Hans G. Trüper, Ritter und Knappen zwischen Elbe

und Weser. Die Ministerialität des Erzstifts Bremen (= Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, 12), Stade 2000.



Stade, den 5. April 2005 Dr. Christian

Hoffmann

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Etelsen [Wohnplatz]

Zeit von 

1

Zeit bis 

1

Objekt_ID 

10194

Ebenen_ID 

1

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Ruschbaden [Wohnplatz]

Zeit von 

1

Zeit bis 

1

Objekt_ID 

16385

Ebenen_ID 

1

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Baden [Wohnplatz]

Zeit von 

1

Zeit bis 

1

Objekt_ID 

10052

Ebenen_ID 

1

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Lessel [Wohnplatz]

Zeit von 

1

Zeit bis 

1

Objekt_ID 

10208

Ebenen_ID 

1

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Cluvenhagen [Wohnplatz]

Zeit von 

1

Zeit bis 

1

Objekt_ID 

10189

Ebenen_ID 

1

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Koppel (bei Langwedel) [Wohnplatz]

Zeit von 

1

Zeit bis 

1

Objekt_ID 

16494

Ebenen_ID 

1

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Kreis Achim

Zeit von 

1885

Zeit bis 

1932

Objekt_ID 

34

Ebenen_ID 

420