NLA ST Rep. 174 Osterholz

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Description

Identification (short)

Title 

Landratsamt Osterholz (1885-1932)

Life span 

1885-1932

Fonds data

Short description 

Hoheitssachen, Gemeindewesen, Wegebau, Polizeisachen, Gewerbe, Meliorationen, Jagd, Bausachen, Kirchen- und Schulsachen, Grundbuchangelegenheiten, Militär-, Schiffahrts- und Verkehrswesen
Findmittel: Maschinenschriftliches Archivfindbuch 1960 (2 Bde.); EDV-Verzeichnung begonnen, bei der Neuverzeichnung wird aus Akten mit Laufzeiten nach 1932 der Bestand Rep. 274 Osterholz gebildet
Umfang: 37 lfdm

Custodial history 

1. Zur Geschichte des Landkreises Osterholz

Die preußische Verwaltung hatte nach der Annektion des Königreichs Hannover 1866 zunächst die Einteilung der nunmehrigen preußischen Provinz in Amtsbezirke bestehen lassen. Im Jahr 1867 waren verschiedene Ämter lediglich für militärische und fiskalische Zwecke zu Steuerkreisen zusammengelegt worden. Erst durch die Kreisverordnung für die Provinz Hannover vom 6. Mai 1884 wurden in der Provinz Hannover Landkreise nach preußischem Vorbild geschaffen. Die 18 Ämter im Landdrosteibezirk Stade, wie sie seit der Verwaltungsreform von 1859 bestanden hatten, wurden mit Wirkung zum 1. April 1885 zu 14 Kleinkreisen mit einem Landrat als königlichem Beamten an der Spitze zusammengelegt und umgebildet.

Das alte Amt Osterholz hatte 1852 einige Gemeinden an die Ämter Lilienthal und an Lesum abgegeben und dafür 1859 einige Gemeinden des aufgelösten Amtes Beverstedt erhalten. Das alte Amt Lilienthal, welches im Jahr 1852 um einige Gebietsteile der Ämter Osterholz und Ottersberg vergrößert worden war, wurde im Rahmen der Kommunalreform von 1885 mit dem Amt Osterholz zum neuen Landkreis Osterholz vereinigt. Sitz des Landrats war in Osterholz-Scharmbeck. Bemerkenswert ist die Aufteilung der landrätlichen Dienstgeschäfte in verschiedenen Bereichen - u. a. Wasserbau, Gemeinheitsteilung, Kirchen- und Schulsachen - zwischen dem Landratsamt in Osterholz und seinem Hilfsbeamten in Lilienthal, dessen Amtsbezirk jedoch nicht dem des ehemaligen Amtes Lilienthal entsprach. Der Landkreis Blumenthal, der zwar 1867 schon zum Steuerkreis Osterholz gehört hatte, 1885 aber noch als eigener Landkreis eingerichtet worden war, ging 1932 im Landkreis Osterholz auf.


2. Zur Geschichte des Bestandes

Nachdem das Landratsamt Osterholz im Jahr 1908 rund 69,5 lfdm Akten der ehemaligen Ämter Lilienthal und Osterholz an das seinerzeit zuständige Staatsarchiv

Hannover abgegeben hatte, erfolgte die nächste Aussonderung durch das Staatsarchiv in der inzwischen um die Akten des ehemaligen Amtes und Landratsamtes Blumenthal erweiterten Registratur des Landratsamtes Osterholz im Oktober 1947. Während des Zweiten Weltkriegs hatte die Registratur durch unkontrollierte Altpapiersammlungen Verluste erlitten, die sich allerdings noch in Grenzen hielten.

Die im Oktober 1947 von dem Archivoberrat Erich Weise für archivwürdig befundenen Akten der Ämter Blumenthal, Lilienthal und Osterholz sowie der Landratsämter Blumenthal und Osterholz im Gesamtumfang von ca. 173 lfdm. wurden im August 1948 an die seit 1047 bestehende Außenstelle Stade des Staatsarchivs Hannover im Stader Regierungsgebäude abgegeben. Hier wurden sie bis zur 1964 erfolgten Überführung in das neue Dienstgebäude des 1959 wieder errichteten Staatsarchivs Stade im sogenannten "Osterholz"-Raum im Dachgeschoß des Regierungsgebäudes gelagert.

Die Aufteilung der Akten des umfangreichen Zugangs von 1948 auf die einzelnen Bestände konnte v. a. auf Grund der großen räumlichen Enge auf dem Dachboden der Regierung nur oberflächlich erfolgen. Aus Zeitgründen - schließlich waren sämtliche Findmittel des Staatsarchivs Hannover im Oktober 1943 verbrannt - mußte die Aufteilung auf die einzelnen Bestände nach Vorgabe der Registraturgliederung des Landratsamtes Osterholz erfolgen. Die Trennung der Blumenthaler Akten von den Osterholzer und Lilienthaler Akten bereitete dabei keine Schwierigkeiten. Da das Landratsamt Osterholz allerdings zahlreiche eigentlich schon längst geschlossene Akten der Ämter Lilienthal und Osterholz in der laufenden Registratur belassen hatte, mußten diese Akten auch nach Übernahme in das Staatsarchiv zunächst im Zusammenhang der Akten der landrätlichen Registratur bleiben. So reichte der von Weise gebildete Bestand Hann. 174 Osterholz (seit 1959: Rep. 174

Osterholz), der eigentlich die Akten des Landratsamtes Osterholz ab 1885 aufnehmen sollte, schließlich bis 1634 zurück! Ein Archivfindbuch zum Bestand wurde auf der Grundlage der Ordnung der alten Behördenregistratur vom Archivoberrat Erich Weise bearbeitet und am 30. September 1959, dem Tag der Wiedererrichtung eines Staatsarchivs in Stade, vollendet.

Nach dem Umzug des 1959 neugegründeten Staatsarchivs Stade in ein eigenes Diensgebäude 1964 blieb der Bestand in der Form, wie Weise ihn angelegt hatte, bestehen. Im September 2004 wurde im Rahmen der Neubearbeitung der Beständegruppe Rep. 174 (Landratsämter 1885-1932) auch die Bearbeitung des Bestands Rep. 174 Osterholz in Angriff genommen. Die im September 2004 durch die Praktikanten Kerstin Tümmel (Nr. 4-127) begonnene und im Februar 2005 durch den Praktikanten Karsten Krauth (Nr. 128-191) fortgesetzte Neubearbeitung des Bestandes wurde in der Zeit von Juli bis September 2005 durch die Archivangestellte Katrin Lalla und den Unterzeichner fortgeführt und abgeschlossen. Soweit möglich wurde eine Trennung der Provenienzen vorgenommen, d. h. Akten der Ämter Beverstedt, Lilienthal und Osterholz wurden aus dem Bestand Rep. 174 Osterholz herausgezogen und zum entsprechenden Bestand der Beständegruppe Rep. 74 gelegt.

Auf diese Weise erfuhr der Umfang des Bestandes Rep. 174 Osterholz eine Reduzierung um mehr als ein Drittel seines ursprünglichen Bestandes. Akten aus der Zeit vor 1885 sind nunmehr im entsprechenden Amtsbestand zu finden. Vier weitere Akten des Bestands aus der Zeit nach 1932 bilden nunmehr den Auftakt zur Bildung eines Bestandes Rep. 274 Osterholz (Landratsamt Osterholz 1932-1946). Ferner wurde die alte, aus Fach und Nummer bestehende Signatur durch eine Numerus-currens-Zählung ersetzt. Die alte Gliederung des Bestandes wurde weitgehend beibehalten. Ersetzt wurde sie im Bereich der Schulen, indem die

betreffenden Akten nunmehr zunächst nach Kirchspielen zusammengefaßt und unterhalb dieses Gliederungspunktes alphabetisch nach Ortsnamen angeordnet sind.

Weiteren Zuwachs erfährt der Bestand Rep. 174 Osterholz derzeit sukzessive aus der Neubearbeitung der Bestandes Rep. 74 Osterholz (Amt Osterholz bis 1885), wo mehrere Akten abgelegt sind, die von ihrer Laufzeit eigentlich in den jüngeren Bestand gehören. Ebenso wird bei der Neubearbeitung des Bestandes Rep. 74 Lilienthal (Amt Lilienthal bis 1885) weiterer Zuwachs für den Bestand Rep. 174 Osterholz anfallen.

In seiner derzeitigen Gestalt umfaßt der Bestand Landratsamt Osterholz 1885-1932 1311 Akten (= 18,4 lfdm) aus der Zeit von 1843 bis 1939. Abschriftlich reicht die Überlieferung bis 1788 zurück. Die Akten sind entsprechend der jeweils angegebenen Bestellsignatur zu zitieren.


3. Literaturhinweis:

Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815 - 1945, Reihe A: Preußen, Bd. 10: Hannover, bearbeitet von Iselin Gundermann und Walther Hubatsch, Marburg 1981, S. 291, S. 293f., S. 754f. und S. 758-764.

Georg-Christoph von Unruh, 75 Jahre Hannoversch-niedersächsische Landkreise (Hannover 1960)

Stade, am 31. Juli 2006 Dr. Christian

Hoffmann

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Geotagging

Name 

Kreis Osterholz

Time from 

1885

Time to 

1932

Region_ID 

39

Level_ID 

420