NLA ST Rep. 174 Blumenthal

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Description

Identification (short)

Title 

Landratsamt Blumenthal (1885-1932)

Life span 

1814-1960

Fonds data

Short description 

Steuern, Ein- und Auswanderungen, Grenz- und Hoheitssachen, Statistik, Post, Bestallungen, Stiftungen, Justiz, Bausachen, geschichtliche Denkmäler, Volks- und Viehzählungen, Zölle, Kirchen -und Schulsachen, Polizei, Gewerbe, Schiffahrt, Gast- und Schankwirtschaften, Versicherungen, landwirtschaftliche Kreditanstalten, Meliorationen, Brücken und Wege, Eisenbahnen, Wasserbausachen, Sparkassen
Findmittel: EDV-Findbuch 2002
Umfang: 19 lfdm

Custodial history 

1. Das Landratsamt Blumenthal

Die preußische Verwaltung hatte nach der Annexion des Königreichs Hannover im Jahr 1866 zunächst die Einteilung der nunmehrigen preußischen Provinz in Amtsbezirke bestehen lassen. Erst durch die Kreisverordnung für die Provinz Hannover vom 6. Mai 1884 wurden auch hier anstelle der Ämter Landkreise nach preußischem Vorbild eingerichtet. Die 18 Ämter im Landdrosteibezirk Stade, wie sie seit der Verwaltungsreform von 1859 bestanden hatten, wurden mit Wirkung zum 1. April 1885 zu 14 Kleinkreisen zusammengelegt und umgebildet. An der Spitze eines Kreises stand der Landrat als königlicher Beamter.

Durch die Kreisreform von 1885 wurde aus dem bisherigen Amt Blumenthal ein selbständiger Landkreis, vergrößert um die beiden Landgemeinden Aschwarden und Hinnebeck des ehemaligen Amtes Hagen. Kreissitz wurde das Dorf Blumenthal. Die Verordnung vom 1. Oktober 1932 bewirkte die Auflösung des Kreises Blumenthal, dessen Gebiet dem Landkreis Osterholz einverleibt wurde.

2. Der Bestand

Mit der Einrichtung des Landratsamtes Blumenthal wurde auch eine neue Registratur aufgebaut, deren Akten, soweit sie 1948 ins Staatsarchiv Hannover übernommen worden sind, nunmehr den Archivbestand Rep. 174 Blumenthal bilden. Eine Titelübersicht für den Bestand Rep. 174 [Landratsamt] Blumenthal, 1884-1932, war als Unterlage für das Paketieren zum Umzug in den bevorstehenden Neubau des Staatsarchivs Stade schon im November 1958 von Erich Weise vorbereitet worden (jetzt: Rep. 174 Blumenthal Nr. 1076 und 1077). Die Signaturen der Fache standen, allerdings ohne Sachbezeichnung, auf den Aktendeckeln und wurden für die Ordnung des Bestandes mit geringen Änderungen beibehalten. Dabei konnte eine bereits vorhandene, grobe Aufzeichnung der Sachbetreffe, die 1948 bei der Übernahme der Akten angefertigt worden war, benutzt werden.

Bereits vor der Übernahme von 1948

wurden zahlreiche Akten des Landratsamtes unter Mitwirkung des Staatsarchivs kassiert. Dazu gehören sämtliche Bausachen von Schulen. Da die Landratsämter in Schulbauangelegenheiten keine Entscheidungskompetenz besaßen und die entsprechenden Akten bei der Regierung beziehungsweise dem Konsistorium weitgehend erhalten sind, wurde auf die Übernahme der Schulbauakten verzichtet. Bei der Bewertung der Akten in Osterholz-Scharmbeck konnte nicht im Einzelfall nachgeprüft werden, ob eine entsprechende Bauakte im Bestand des Regierungspräsidenten oder des Konsistoriums vorhanden ist; es wurde in Kauf genommen, daß im schlechtesten Fall einmal eine Landschule ohne Bauakten für diese 50 Jahre verblieb.

Eine Heranziehung der Behörden-Findbücher war zunächst nicht möglich, weil der Landkreis Osterholz sie 1948 nicht mit abliefern wollte. - Erst 1975 erhielt das Staatsarchiv in Stade eine Kopie des damals im Kreisheimatmuseum in Osterholz-Scharmbeck verwahrten Original-Aktenrepertoriums des Landratsamtes Blumenthal (jetzt: Rep. 174 Blumenthal Nr. 1073). - Die Nachprüfung im Sommer 1959 an Ort und Stelle hat jedoch an der Grundeinteilung des Bestandes nichts geändert. Die Erschließung der Sachbezeichnungen zu den Fachen der Behördenregistratur machte gewisse Schwierigkeiten, da die Fache nicht ausschließlich nach Sachbetreffen angelegt worden waren (weshalb sie ja auch keine Sachbezeichnung trugen), sondern weitgehend nach Räumlichkeit und Geschäftsverteilung. Ein Fach bezeichnet offenbar immer nur ein Gestellfach, ohne die übertragene Bedeutung eines "Titels". So kommt es, dass oft Gegenstände in einem Fach vereinigt sind, die sich nicht ohne weiteres unter einen Begriff bringen lassen, wenn sie auch der Geschäftsbehandlung nach zueinander gehören. So enthält beispielsweise Fach 49 Akten zu Gewerbegerichten, Arbeitsordnungen, Innungen und Handwerkskammern. Die gemeinsame

Bezeichnung wäre "Gewerbesachen"; doch sind deren schon mehrere Fache vorhanden. Eine Verwendung von Bezeichnungen wie "Varia" oder "Miszellanea" hätte dem Benutzer wenig geholfen. Dagegen kann durch Nennung der wichtigsten Betreffe, unter denen sich immerhin einige der vermischten Einzelakten zusammenfassen lassen, wie bei der obigen Aufzählung zu Fach 49, die Sucharbeit wesentlich eingeengt werden.

In jüngerer Zeit muss der Aktenplan des Landratsamtes Blumenthal einmal bedeutend erweitert worden sein. Gleichzeitig wurden statt der blauen Aktendeckel festere, weiße eingeführt. Damals scheint man auch die Kumulierung von Sachtiteln in einem Fach eingeschränkt zu haben: Gewisse Betreffe, z. B. Sparkassen, sind herausgenommen und zu neuen Fachen vereinigt worden. Auffällig ist das Fehlen der Akten aus den Fachen 116-156. Erich Weise vermutete, dass diese Akten bei der Abgabe von 1948 noch nicht abgabereif waren und deshalb nicht auf dem Speicher lagen, der durch die Abgabe geräumt werden sollte.

Im April/Mai 1960 ließ Erich Weise auf Grund der Titelübersicht von 1958 durch Frau Ingeborg Rogge ein maschinenschriftliches Findbuch anfertigen (jetzt: Rep. 174 Blumenthal Nr. 1074 und 1075).

Im Herbst 2001 wurde dieses maschinenschriftliche Findbuch von Herrn Waitczies im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme mit dem EDV-Verzeichnungsprogramm AIDA unter Anleitung der Unterzeichneten erfasst. Dabei wurden für die Aktentitel ein geographischer Index und ein Index der Personennamen angelegt. Einige in den Akten noch enthaltene Karten und Zeichnungen wurden der Kartenabteilung zugewiesen. Im jeweiligen Aktentitel wurde in diesen Fällen die neue Signatur der entnommenen Karten vermerkt. Die vorgefundene Gliederung des Bestandes, welche die Ordnung der Registratur des Landratsamtes nach Gefachen widerspiegelt, wurde im Kern beibehalten, jedoch in eine

Dezimalklassifaktion überführt.

Einige Vorakten, die das Landratsamt von den Vorgängereinrichtungen übernommen und teilweise fortgeführt hat, weisen Laufzeiten auf, die weit vor 1885, in einem Fall bereits 1756, einsetzen. Ebenso finden sich in diesem Bestand einige Akten, die über das Jahr 1932 hinaus geführt wurden. Weitere Akten zur Geschichte des Kreises/Landratsamtes Blumenthal finden sich in den Beständen des Regierungspräsidenten in Stade, Abteilung Allgemeines und Kommunalaufsicht (Rep. 180 A und Rep. 180 C). Hingewiesen sei auch auf den Bestand des Kreisausschusses Blumenthal (Rep. 174a Blumenthal). Die Akten des Amtes Blumenthal bilden im hiesigen Staatsarchiv den Bestand Rep. 74 Blumenthal, während die Akten des 1932 neu gebildeten Landkreises Osterholz im Kreisarchiv in Osterholz verwahrt werden.

Die Akten des Bestandes sind zu zitieren mit "Rep. 174 Blumenthal" und der Angabe der laufenden Nummer.

Literatur:

Bericht über die Verwaltung und den Stand der Kommunal-Angelegenheiten des Kreises Blumenthal, hrsg. vom Kreis Blumenthal (erscheinungsweise jährlich).

Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Reihe A: Preußen, Bd. 10: Hannover, bearbeitet von Iselin Gundermann und Walther Hubatsch, Marburg 1981.

Georg-Christoph von Unruh, 75 Jahre Hannoversch-niedersächsische Landkreise (Hannover 1960).

Stade, im September 2002 Dr. Sabine

Graf

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Geotagging

Name 

Kreis Blumenthal

Time from 

1885

Time to 

1932

Region_ID 

38

Level_ID 

420