NLA AU Rep. 250

  • Zugeordnete Objekte zeigen
  • Drucken
  • Mit Strg+C oder Rechtsklick kopieren.
    Verlinken
  • Versenden
  • Verbessern

Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Entnazifizierungsakten

Laufzeit 

1194-1964

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Als Querschnitt durch die Personalien der den Krieg 1945 überlebt habenden Deutschen - nicht nur einheimische Ostfriesen, sondern auch Flüchtlinge - in gehobener Position sind die Entnazifizierungsakten einzigartig.

Bestandsgeschichte 

Der Bestand "Entnazifizierung" umfasst alle Personen in Ostfriesland, die nach Kriegsende die von der britischen Militärregierung angeordnete Entnazifizierung durchlaufen haben. Der Bestand erfasst damit die meisten der in der Öffentlichkeit wirkenden Personen der Nachkriegszeit Ostfrieslands.
Die Akten umfassen in der Regel den Antrag auf Entnazifizierung mit persönlichen Angaben, den Bescheid der Einstufung durch die Militärregierung oder durch den Ausschuss des Kreises ("opinion sheet"), evtl. angemeldete Widersprüche und Leumundszeugnisse. Verfahren, die in die Berufung gingen, wurden vor dem Berufungsausschuss bei der Bezirksregierung Aurich verhandelt.

Die Titelaufnahme erfolgte über einen langen Zeitraum von ca. 10 Jahren durch verschiedene ABM-Kräfte. Anfangs wurden die einzelnen Fälle in ein manuelles Formblatt eingetragen. Ab 1995 erfolgte dann ein Übertrag in die EDV. Die Aufnahmen sind sehr unterschiedlich, auch bedingt durch die verschiedenen Stufen des Programms AIDA. Spätere Aufnahmen erfolgten sofort anhand der einzelnen Akten. Durch die Aufnahme nach Formblatt wurden nicht alle Möglichkeiten der späteren Aufnahmen abgedeckt, wie beispielsweise die umfangreichere Erfassung der Mitgliedschaften in den unterschiedlichen NS- Organisationen. Dies konnte bei der Fülle der Daten bei der nachträglichen Überprüfung nicht abgestellt werden und sollte aber, insbesondere bei statistischen Auswertungen, beachtet werden.

Ab 2004 erfolgte durch Frau Töpfer in Zusammenarbeit mit dem IZN ein Export aller Teilbestände in AIDA 2.0. Bei frühen Datentransporten waren bereits irreparable Datenverluste aufgetreten. Bei der abschließenden Überprüfung und Zusammenfassung aller Teilbestände durch mich wurde festgestellt, dass ca 2200 Daten fehlten, andererseits ca. 6000 Titel doppelt aufgenommen wurden. Davon wurden ca. 2000 fehlenden Angaben durch Frau

Wilts anhand der vorhandenen handschriftlichen Formblätter aufgenommen sowie durch mich die Fälle vor dem Berufungsausschuss an Hand der Einzelakten. Auf eine Löschung der Doppel wurde verzichtet, da die Datensätze durch die verschiedenen Aufnahmetechniken und die unterschiedlichen Bearbeiter durchaus andere und zusätzliche Informationen enthalten können und auch manchmal die Schreibweise der Namen abweicht.
Die nachträgliche, sehr zeitaufwendige Überprüfung und Änderung von rund 6000 Einträgen erfolgte auf Vollständigkeit der Aufnahmen, fehlerhafte Doppelbelegungen von Signaturen, offensichtliche Schreibfehler sowie sonstige Anpassungen und Vereinheitlichungen (wie beispielsweise Überführung aus dem Feld "alte Archivsignatur" in "alte Registratursignatur") , um die Vollständigkeit der Suchergebnisse zu garantieren. Die Nennung der Namen wurde vereinheitlicht. (Beispiel Dr. de >Name> wird zu , de, Dr., usw.). Es erforderte auch eine Überprüfung von rund 700 Einzelfällen an Hand der Akten selbst.

Bei der Vergabe der Schlüsselnummern für die Einstufung wurde die durch Hannover vorgegebene Einteilung verwendet:
0 = nicht betroffen
1 und 2 (Hauptschuldige) fielen unter die Zuständigkeit der Besatzungsmacht
3 = wesentliche Förderer und Nutznießer
4 = Unterstützer
5 = entlastet

Bei wechselnder Einstufung wurde die anfängliche Einstufung eingetragen.

Die komplette Liste der Schlüsselzahlen der NS-MItgliedschaften befindet sich in der Bestandsakte. Eine Liste von unbelegten Signaturen, wie auch die im Moment nicht zu klärenden 4 falschen Signaturen (sind bei der Signatur auch gekennzeichnet) liegen dem internen Findbuch bei und müssen sukzessive geklärt werden.

Im Benutzersaal befindet sich anstelle eines Findbuches eine Namensliste, welches sich auf die Personen mit dem

Geburtsjahr unter 1904 beschränkt (z.Zt. 29361 Namen).
Generell richtet sich die Nutzung nach dem Nds. Archivgesetz vom 25.5.1993 § 5 (2), (erhöhte 50jährige Schutzfrist der Verwaltungsakte)
Literatur:
Peter B a h l m a n n, "Hat mit Politik nicht das geringste zu tun": Die Rolle der Leumundszeugen bei der Entnazifizierung, dargestellt am Beispiel der ostfriesischen Kleinstadt Esens, Oldenburg [ Magisterarbeit] 2002.
Stefan B r ü d e r m a n n, Die Entnazifizierung in Niedersachsen, in: Dieter Poestges, Übergang und Neubeginn, Göttingen 1997.
Erich W e i s e, Übernahme und Verwaltung der Entnazifizierungsakten im Lande Niedersachsen, in: Archivalische Zeitschrift 49 (1954), S. 151-162.


Aurich, September 2004

Ingrid Hennings

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Aurich

Zeit von 

1937

Zeit bis 

1972

Objekt_ID 

5022016

Ebenen_ID 

10

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Aurich Teil Spiekeroog

Zeit von 

1937

Zeit bis 

1977

Objekt_ID 

5022023

Ebenen_ID 

10

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Aurich Teil Norderney

Zeit von 

1937

Zeit bis 

1977

Objekt_ID 

5022026

Ebenen_ID 

10

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Aurich Teil Langeoog

Zeit von 

1937

Zeit bis 

1977

Objekt_ID 

5022024

Ebenen_ID 

10

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Aurich Teil Juist

Zeit von 

1937

Zeit bis 

1977

Objekt_ID 

5022027

Ebenen_ID 

10

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Aurich Teil Borkum

Zeit von 

1937

Zeit bis 

1977

Objekt_ID 

5022029

Ebenen_ID 

10

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Aurich Teil Baltrum

Zeit von 

1937

Zeit bis 

1977

Objekt_ID 

5022025

Ebenen_ID 

10