NLA ST Dep. 34

  • Show associated objects
  • Print
  • Create link
  • Send
  • Improve

Description

Identification (short)

Title 

Familienarchiv Dr. Hermann von Issendorff, Warstade

Life span 

1558-1905

Fonds data

Short description 

Der Bestand enthält Schriftgut der Familie von Issendorf und verwandter Familien, u.a. ein Güter- und Abgabeverzeichnis des Gutes Poggemühlen aus dem 17. Jahrhundert.
Findmittel: EDV-Findbuch 2002
Umfang: 0,5 lfd m Akten/Amtsbücher

Custodial history 

1. Der Bestand

Bei diesem Findbuch handelt es sich um das Ergebnis einer
vorläufigen, weil ohne großen Zeitaufwand durchgeführten
Schnell-Verzeichnung. So sind nicht alle unsicheren
Lesungen, insbesondere bei den Ortsnamen und Personennamen,
gegengeprüft worden. Vorrang hatte die zügige Erfassung, um
dem Depositar eine möglichst baldige Bestätigung seiner
Abgabe geben zu können und einen Zugang zu den Urkunden zu
bieten. Auch sind nicht alle Datumsnennungen nach dem
Festkalender aufgelöst worden. Bei den Namensnennungen wurde
der Name der Familie, in den Urkunden sehr verschieden
geschrieben, in der seit dem 19. Jh. angenommenen Form
"Issendorff" vereinheitlicht, die Vornamem der
Familienmitglieder dagegen weitgehend so wiedergegeben wie
vorgefunden (Ausnahme: Christoffer). Eine Vereinheitlichung
sowie die Prüfung der Ortsnamen etc. muss einer späteren
Tiefenverzeichnung vorbehalten bleiben. Die Verzeichnung
bietet gleichwohl einen grundlegenden Zugang zu der
wertvollen Überlieferung der Familie von Issendorff.

Die in diesem Bestand verwahrten Unterlagen (Akten des 16.
bis 19. Jahrhunderts) wurden dem Staatsarchiv im November
2002 von Herrn Dr. Hermann von Issendorff, Warstade als
Depositum übergeben.

Hinzuweisen ist auf das ebenfalls im Staatsarchiv verwahrte
Archiv der Familie im Bestand Dep. 33 (Familienarchiv von
Issendorff: Dr. Arnd von Issendorff, Wiesbaden). Damit ist
zum ersten Mal seit langer Zeit das Familienarchiv zumindest
virtuell wieder in einem Archiv versammelt.
Außerdem ist hinzuweisen auf das Stadtarchiv Hannover, wo
ebenfalls als Depositum 49 im Original erhaltene Urkunden
aus dem Familienbesitz aus der Zeit von 1326-1518 verwahrt
werden. Da diese Urkunden sich aus hiesiger Sicht an einer
etwas entlegenen Stelle befinden, hat Frau Elfriede Bachmann
(Bremervörde) diese 49 Urkunden zusammen mit sechs

weiteren
nur abschriftlich überlieferten Urkunden des 14.
Jahrhunderts ediert (vgl. 55 Urkunden zur Geschichte des
erzstiftisch-bremischen Adelsgeschlechts von Issendorff, in:
Stader Jahrbuch Neue Folge Heft 62 (1972), S. 7-69). Dort
sind auch Abschriften von Urkunden die Familie von
Issendorff betreffend aus der Abschriftensammlung des Johann
Daniel Gruber (jetzt: Nieders. Staats- und
Universitätsbibliothek Göttingen) zu finden. Gruber war von
1729 bis zu seinem Tode im Jahre 1748 kurfürstlicher
Bibliothekar und Historiograph in Hannover.


2. Das adlige Geschlecht von Issendorff

Die erzstiftisch-bremische Adelsfamilie von Issendorff ist
seit dem beginnenden 13. Jh. in den Quellen nachweisbar.
Mitglieder des Geschlechts waren als Ministerialen der
Bremer Erzbischöfe jahrhundertelang Burgmannen und Vögte der
erzbischöflichen Hauptburg Bremervörde; seit dem
Spätmittelalter bekleideten sie zudem am Hofe der
Erzbischöfe das Schenkenamt. Im Mittelalter begegnen sie
ferner als Lehnsleute der Grafen von Hoya und der Grafen von
Schwerin. Dagegen sind sie bis in die frühe Neuzeit hinein
in geistlichen Ämtern nicht zu finden.

Als Stammsitz der Familie darf man das Dorf Issendorf bei
Horneburg ansehen. Wann und wie lange dort Angehörige des
Geschlechts ansässig waren, ist nicht bekannt. Der Besitz
der Familie, Lehen und Allode, erstreckte sich im
Spätmittelalter über den ganzen Raum zwischen Elbe und
Weser. Erbgüter auf der rechten Elbseite verkauften die von
Issendorff 1276 an das Kloster Harvestehude bei Hamburg.
Ritter Minrich von Issendorff errichtete in der ersten
Hälfte des 15. Jhs. bei der Poggenmühle (bei Basdahl) einen
adligen Wohnsitz. Poggemühlen und der wenig später in
unmittelbarer Nähe angelegte befestigte Sitz Oese (Ovese)
wurden Mittelpunkt einer eigenständigen kleinen Herrschaft.
Engste Bindungen hatte die Familie mit

Burg und Flecken
Bremervörde, wie einzelnen Familienmitglieder als Burgmannen
ein Burglehen besaßen. In der St.-Liborius-Fleckenskirche
hatten die von Issendorff ihr Erbbegräbnis.

In der Hand Christoffers von Issendorff, der 1529 als Sohn
des Hermann von Issendorff und der Adelheid von Wersabe
geboren wurde, vereinigte sich vorübergehend der gesamte
Familienbesitz. Wohl bald nach 1576 ließ er ein Verzeichnis
des "Erb- und Stammgutes" aufstellen, das die große
Bedeutung des Familienbesitzes zeigt. Christoffer ließ sich
1585 zusammen mit seiner Frau Maria von Düring in
Poggemühlen das noch heute vorhandene Gutshaus errichten,
nachdem er zuvor bereits eine Kirche zwischen Oese und
Poggemühlen gestiftet hatte.






LITERATUR:

Bachmann, Elfriede: 55 Urkunden des erzstiftisch-bremischen
Adelsgeschlechts von Issendorff, in: Stader Archiv, Neue
Folge Heft 62, (1972), S. 7 - 69.

Bachmann, Elfriede: Das ehemalige Issendorffsche Gut
Hanstedt (Börde Rahde) im Landkreis Rotenburg (Wümme), in:
Stader Archiv, Neue Folge 87/88 (1997/98) S. 95 - 151.

Bachmann, Elfriede, Das Verzeichnis des "Erb- und
Stammgutes" Christoffers von Issendorff aus dem Jahre 1578,
in: Stader Archiv, Neue Folge Heft 60 (1970), S. 7 - 47.

Freytag, Erwin, Die Familie von Issendorff in der
Bauernschaft Altendorf (Kirchspiel Osten), in: Stader Archiv
Neue Folge Heft 50 (1960), S. 146 - 156.

Kammann, Christian, Christoph von Issendorff (1529 - 1586)
als Bauherr: Studie zur stiftbremischen Adelskultur der
Renaissance,
in: Stader Archiv, Neue Folge 80 (1990), S. 7 - 46.

Kammann, Christian, Artikel Christoph von Issendorf, in:
Lebensläufe zwischen Elbe und Weser. Ein biographisches
Lexikon. Im Auftrag des Landschaftsverbandes der ehemaligen
Herzogtümer Bremen und Verden hrsg. von Brage Bei der Wieden
und Jan Lokers, Stade (Schriftenreihe

des
Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und
Verden, Bd. 16) 2002, S.168-170.

Bachmann, Elfriede: Hanstedt und die Börde Rhade im
Landkreis Rotenburg (Wümme). Mit Beiträgen von Heinrich
Harms, Stade (Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der
ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden 15) 2000.



Die Verzeichnung des Bestandes oblag dem Unterzeichneten.
Einige Stücke dieses Depositums sind, wenn das
Einverständnis des Depositars vorliegt, noch zu
restaurieren.



Stade, 22.11.2002 Dr. Jan Lokers

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Geotagging

Name 

Oese [Wohnplatz]

Time from 

1

Time to 

1

Region_ID 

8278

Level_ID 

1

Geotagging

Name 

Poggemühlen [Wohnplatz]

Time from 

1

Time to 

1

Region_ID 

8279

Level_ID 

1