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NLA ST Dep. 2

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Description

Identification (short)

Title 

Familie von Zesterfleth zu Bergfried - Urkunden

Life span 

1232-1677

Fonds data

Short description 

Die Urkunden betreffen überwiegend die Besitzungen der im Jahr 1848 ausgestorbenen Familie von Zesterfleth im Alten Land
Findmittel: Archivfindbuch 1965
Umfang: 266 Urkunden

Custodial history 

Familien- und Archivgeschichte:

Die Zesterfleths waren im Alten Land auf Bergfried im Guderhandviertel seit 1335 ansässig und eine angesehene Adelsfamilie im Erzstift Bremen, die über 49 Vollhöfe verfügt haben soll (Merker, S. 93). Sie stellten im 14. Jahrhundert einen Bischof von Verden (Johann II. von Zesterfleth, siehe Mindermann) und im 18./19. Jahrhundert namhafte Juristen, u. a. einen Ritterschaftspräsidenten (Diedrich Christian Arnold von Zesterfleth, siehe Sarnighausen). Eine erste Stammtafel ist in der ersten Studie aus diesem Bestand durch Hoogeweg erstellt worden. Ihr Name rührt von einem Dorf auf der jetzigen Elbinsel Hahnöfersand her, dass nach den Sturmfluten der Elbe in den Jahren zwischen 1381 und 1400 aufgegeben worden ist. Einziges Relikt ist eine Bronzetaufe, die jetzt in der St.-Nicolai-Kirche in Jork-Borstel, die auf die Pfarreirechte der früheren Kirche übernommen hatte, aufbewahrt wird. Ihr Wappen zeigt in Blau drei waagerecht über einander liegende silberne Messer mit der Schneide nach unten und goldenen Griffen nach links (Trüper, S. 976). Die Familie erlosch 1848, so dass das Erbe und damit auch das Archiv über die Heirat der letzten Tochter Juliane von Zesterfleth mit Georg Ludwig Wilhelm Howe Graf Kielmannsegg an die Familie von Kielmannsegg fiel, die die hier verzeichneten 266 Urkunden bereits 1901 dem damaligen Staatsarchiv Hannover als Depositum Nr. 22 überliessen. Die wenigen Akten (hauptsächlich der Familie Kielmannsegg) und das Findbuch sind beim Brand des Archivs in Hannover 1943 verloren gegangen. Einen Überblick kann man noch über eine Aufstellung des Auditors Möhlmann aus dem 19. Jahrhundert gewinnen, die hier unter der Signatur Rep. 5g Nr. 75 zu finden ist. Die geretteten Urkunden wurden 1946 durch die Überschwemmung des Staatsarchivs betroffen. Desto jünger die Urkunden sind, desto eher sind sie von den daher rührenden

Wasserschäden betroffen. Auf das Feld Restaurierungsbedürftigkeit bei der AIDA-Verzeichnung sei daher besonders hingewiesen. Der Verlust der Siegel muss dagegen schon aus früherer Zeit herrühren. Der Urkundenbestand ist dennoch für die Geschichte des Alten Landes von zentraler Bedeutung, da die Urkunden des Erzstifts Bremen ebenfalls 1943 weitgehend verloren gegangen sind und auch die Überlieferung des Klosters Harsefeld fehlt. Der Bestand wurde nach Errichtung des Staatsarchivs in Stade am 8.4.1964 durch Graf Kielmannsegg auf Heinde bei Hildesheim nach Stade übertragen, wo es hier nun unter der Signatur Dep. 2. geführt wird. Die Urkunden sind zu einem unbekannten Zeitpunkt vom maschinenschriftlichen Findbuch in die EDV übertragen und zunächst von Frau Dr. Deggim, dann von dem U. gegengelesen und mit einem Register erschlossen worden. Teile des Bestandes vor 1400 sind bereits im 'Urkundenbuch' des Alten Landes publiziert worden. Der gesamte Urkundenbestand wird in absehbarer Zeit durch ein Urkundenbuch von Prof. Dr. mult. Hans Georg Trüper aus Bonn ediert.

Literatur:

Urkunden, Regesten und Nachrichten über das Alte Land und Horneburg, Bde. 1-4, hrsg. von Carl Röper, Jork 1985-1990 (Veröffentlichungen/Schriftenreihe des Vereins zur Förderung und Erhaltung Altländer Kultur Jork 2, 3, 7, 8)

Hermann Hoogeweg, Zesterfleth. Eine Studie, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Niedersachsen 1901, S. 257-271.

Otto Merker, Die Ritterschaft des Erzstifts Bremen im Spätmittelalter. Herrschaft und politische Stellung als Landstand 1300-1500, Stade 1962 (Einzelschriften des Stader Geschichts- und Heimatvereins 16).

Hans-Georg Trüger, Ritter und Knappen zwischen Weser und Elbe. Die Ministerialität im Erzstift Bremen, Stade 2000 (Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden 12).

Arend Mindermann, Johann von Zesterfleth

(+ 1388). Ein Altländer Adliger als Bremer Domdekan und Bischof von Verden, Teil 1: Der Bremer Domdekan, Stader Jahrbuch 2008, S. 13-34 und Teil 2: Der Bischof von Verden (Johann II.), Stader Jahrbuch 2009, S. 19-43

Hans-Cord Sarnighausen: von Zesterfleth, Diedrich Christian Arnold, in: Lebensläufe zwischen Elbe und Weser. Ein biographisches Lexikon, Band 2, Stade 2010, S. 351-354

Stade, im August 2011

Dr. Thomas

Bardelle

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet