NLA ST ARL 01

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Description

Identification (short)

Title 

Landschaft

Life span 

1545-1987

Fonds data

Short description 

Export v2x

»ST00 ARL 01 v2.exp«

übernommen 10.04.2014 09:42:00

Custodial history 

Der hier verzeichnete Bestand an Akten, Amtsbüchern und Ur-
kunden umfaßt den gesamten erhalten gebliebenen schriftli-
chen Niederschlag derjenigen Aufgaben und Tätigkeiten, die
bis an die Schwelle zur Gegenwart im wesentlichen nicht Sa-
che des Staates und seiner Verwaltung waren, sondern in der
Hand der über eigene Hoheits- und Herrschaftsrechte verfü-
genden adeligen, geistlichen und kommunalen Mediatgewalten
lagen, die seit dem Spätmittelalter als Landstände ihren je-
weiligen Landesherren gegenüberstanden und nur mit ihnen ge-
meinsam die volle Herrschaftsgewalt über Land und Leute ver-
körperten. Ungeachtet der spezifischen Verhältnisse in den
einzelnen Territorien bedurfte es daher grundsätzlich der
Zustimmung der Landstände, wenn eine Landesherrschaft in den
geschützten Bereich dieser autonomen Herrschaftsträger ein-
greifen wollte, sei es durch neue bzw. geänderte Landesord-
nungen und Rechtsvorschriften, sei es durch die Erhebung von
Steuern zur Bewältigung der seit dem 16. Jahrhundert immer
umfangreicher werdenden Aufgaben, die den Landesherren nun-
mehr im Bereich der Ordnungs- und Friedenswahrung zufielen.

Da namentlich die Erhebung von Steuern, die grundsätzlich in
den Bereich der extraordinären Abgaben gehörten und daher im
Verständnis der frühen Neuzeit stets nur temporären Charak-
ters waren, als - wenn auch zulässiger - Eingriff der Lan-
desherrschaft in die Eigentumsrechte der nachgeordneten Ho-
heitsträger galt, übernahmen diese, korporativ als Landstän-
de organisiert, die damit verbundenen administrativen Aufga-
ben lieber selbst, um die Machtmittel der Landesherrschaft
in möglichst engen und überschaubaren Grenzen zu halten. Es
ist daher nicht im geringsten verwunderlich, daß in vielen
deutschen Territorien bis ins 19. Jahrhundert hinein die für
die Steuererhebung und -verwaltung

maßgeblichen Unterlagen
bei den Landständen erwachsen sind und sich folglich nicht
als originäre Bestände in den jeweiligen Staatsarchiven fin-
den, sondern einen wesentlichen Bestandteil land- bzw. rit-
terschaftlicher Archive bilden.

Das ist im Falle des Archivs der Landschaft der Herzogtümer
Bremen und Verden nicht anders. Auch dieses besteht haupt-
sächlich aus Unterlagen zur Ausschreibung, Erhebung und Ver-
waltung von Steuern direkter und indirekter Art. Einen zwei-
ten Schwerpunkt bilden Angelegenheiten aus allen Bereichen
der inneren Landesverwaltung, angefangen von Wirtschaft und
Verkehr über das weite Feld der "Polizei" bis hin zu den un-
regelmäßig auftretenden, dann aber jeweils mit voller Wucht
auf den Alltag der Menschen durchschlagenden Kriegen und den
damit einhergehenden Folgen (Einquartierung, Rekrutenaushe-
bung, Wagenfuhren, Naturallieferungen, Sonderabgaben etc.).
Einen dritten und vierten Schwerpunkt schließlich bilden die
Justizangelegenheiten (insbesondere personelle und organisa-
torische Fragen sowie die Einführung neuer Rechtsvorschrif-
ten) und die ureigenen Angelegenheiten der Landschaft selbst
(Verfassungsfragen, Landtage, das Verhältnis zur Landesherr-
schaft und dergleichen mehr).

Das in den Jahren 1936 bis 1938 von dem deutsch-baltischen
Archivar Dr. Granzin unter Verwendung älterer Findhilfsmit-
tel erstmals in toto verzeichnete und geordnete Archiv der
bremen-verdischen Landschaft war im Laufe der folgenden Jah-
re immer stärker durcheinander geraten, in erster Linie ver-
ursacht durch das unübersichtliche Signaturenschema, das zu-
sammengesetzt war aus Buchstaben, Ziffern, Fächer- und Num-
mernzählung. Im Zuge der 1994 angelaufenen Revision des Ar-
chivs wurden daher die Signaturen auf ein für jeden auf An-
hieb verständliches Numerus-Currens-System umgestellt, wäh-
rend

die Akten selbst geteilt wurden, wenn sie entweder zu
dick waren oder ganz disparate Inhalte, die nur durch Zufall
zusammenlagen, umfaßten. Die systematische Gliederung wurde
im Kern zwar beibehalten, jedoch im Interesse einer tieferen
Erschließung an vielen Stellen verfeinert; je ein geographi-
scher, Personen- und Sachindex kam n och hinzu. Unter dauern
der Anleitung durch den Unterzeichneten oblagen alle diese
Arbeiten Herrn Thomas F e n n e r aus Stade.


Stade, im Dezember 1996 Dr. Bernd

Kappelhoff

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet