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NLA OS Rep 490 Städte

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Description

Identification (short)

Title 

Städte - staatliche Bestände

Life span 

1677-1929

Fonds data

Short description 

Der Sammelbestand enthält das in staatliches Eigentum gelangte Schriftgut (heute) städtischer Gemeinden: Bersenbrück (Akten der Mairie); Lingen (Schulchronik der ev. Bürgerschule); Osnabrück (Bergwerk Piesberg); Papenburg (div. Sachakten des 19. Jh.).

Custodial history 

Vorbemerkung:
Der Sammelbestand enthält das in staatliches Eigentum gelangte Schriftgut (heute) städtischer Gemeinden. Die bisher separaten Findbücher wurden jetzt vereinigt, dabei die Unterlagen aus Melle in den Amtsgerichtsbestand (Rep 950 Mel) verschoben.
Es folgen die Vorworte zu den bisherigen Findmitteln.
Osnabrück, im Februar 2009 N. Rügge


BERSENBRÜCK
Durch den Vertrag vom 10. Mai 1811 wurden Teile des bisherigen Königreichs Westfalen abgetrennt und dem französischen Kaiserreich eingegliedert. Zu ihnen gehörte auch das ehemalige Fürstentum Osnabrück, das dem neugebildeten Ober-Emsdepartement zugeschlagen wurde. Sitz des Präfekten wurde Osnabrück.
Das Gebiet des vormaligen Fürstbistums bestand danach aus 15 Kantonen mit 54 Mairien, die den alten 54 Kirchspielen entsprachen. Die Mairie Bersenbrück gehörte zum Kanton Ankum und somit zum Arrondissement Quakenbrück, dem Sitz der Unterpräfektur.
Den einzelnen Kommunen stand ein Maire vor, dem auch in den kleineren Gemeinden ein Adjunkt zur Seite stand. Zu den Aufgaben des Maires gehörte die Verwaltung der Kommunaleinkünfte, der zu bestreitenden Gemeindeausgaben, der öffentlichen Anstalten und die Leitung der örtlichen Polizei. Außerdem konnten ihm Aufgaben der allgemeinen Landesverwaltung übertragen werden. Als beratendes und begutachtendes Gremium war ihm ein Munizipalrat, der je nach Einwohnerzahl aus acht bis zwanzig Mitgliedern bestand, beigeordnet. Seine primäre Aufgabe bestand in der Beratung und Aufstellung des Gemeindebudgets. Zudem trat er jährlich am 15. November zusammen, um die Kommunalrechnung zu prüfen. Sämtliche Beamte der Munizipalräte wurden nicht gewählt, sondern von der Regierung ernannt.
Der vorliegende Bestand war bisher nur grob geordnet. Er bestand aus sechs Paketen, zu denen jedoch kein Findbuch vorhanden war. Wann dieser Bestand in das Staatsarchiv gelangte, ließ sich nicht

mehr feststellen.
Osnabrück, den 17.1.1969 gez. Pötzsch
Literatur:
Bär, Max: Abriß einer Verwaltungsgeschichte de sRegierungsbezirks Osnabrück. (Quellen- und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens, Bd. V), Hannover/Leipzig 1901.
Thimme, Friedrich: Die inneren Zustände des Kurfürstentums Hannover unter der französisch-westfälischen Herrschaft, 1895.
Joulia, Antoinette: Ein französischer Verwaltungsbezirk in Deutschland: Das Oberems-Departement (1810-1813), in Osnabrücker Mitteilungen 80 (1973), S. 21-102.


LINGEN
Der staatliche Bestand enthält bislang nur eine Schulchronik der evangelischen Bürgerschule. Das eigentliche Stadtarchiv wird in Lingen selbst verwahrt und hauptamtlich betrieben.


OSNABRÜCK - Bergwerk Piesberg
Das Steinkohlenlager des Piesberges (nördlich vor Osnabrück) wurde seit der Mitte des 15. Jahrhunderts gewerblich genutzt. Nachdem das Domkapitel 1568 auf seine Rechte an dem Piesberg verzichtet und dem Rat der Stadt Osnabrück zugestanden hatte, dort allein Steinkohle zu fördern, entwickelte sich allmählich aus diesem Nutzungsrecht ein Eigentumsrecht.
Der Abbau war bis weit ins 18. Jahrhundert hinein äußerst gering. Denn der Magistrat ließ nur soviel Kohle brechen, wie für den Betrieb der stadteigenen Kalköfen erforderlich war. Als aber die Kohle auch als Hausbrand verwendet und Stollen gebaut wurden, vervielfachten sich Förderung und Reingewinn binnen weniger Jahre. Für bessere Transportmöglichkeiten sorgte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Piesberger Zweigbahn.
Der Aufschwung nach dem deutsch-französischen Krieg war nicht von Dauer. Von dem sogenannten "Krach" im Jahre 1873 wurde auch der Piesberger Bergbau schwer getroffen. Schon 1876 folgte ein neuer Schlag. Durch einen plötzlichen Wassereinbruch kam der eben erst fertigestellte Stüveschacht zum Erliegen. Einen gewissen

Ausgleich dieser Verluste brachte der seit 1872 betriebene Abbruch des Piesberger Kohlensandsteins. Dadurch ermutigt, unternahm man in den achtziger Jahren noch einmal Versuche, den stagnierenden Kohleabsatz wieder zu beleben. Unter der Leitung des 1884 eingestellten kaufmännischen Direktors Kaiser wurde mit Hilfe großzügiger Investitionen - so saugten zwei damals angeschaffte Pumpen in jeder Minute 15 000 Liter Wasser aus dem Stüveschacht ab - eine nochmalige Steigerung der Förderung erreicht. Doch der Entzug des Wassers wirkte sich auch auf die benachbarten Ländereien aus, wo der Grundwasserspiegel absank. Mehrere Grundbesitzer verklagten die Stadt auf Schadensersatz. Das gab schließlich den Ausschlag für die Entscheidung des Magistrats, den gesamten Besitz der Stadt am Piesberg 1889 für etwa 3,5 Millionen Mark an den Georgsmarien-Bergwerks- und Hüttenverein zu veräußern. Neun Jahre später schon stellte dieser den Kohlebergbau ein. Nur der Steinbruch wird bis zur Gegenwart fortgeführt.
Der Bestand, der 1922 vom Hüttenverein abgegeben wurde, umfasst ausschließlich Schriftgut der Stadt Osnabrück aus der Zeit von 1796 bis 1890. Er entstammt zum größeren Teil der Betriebsregistratur; doch finden sich daneben auch Akten (27) der städtischen Bergwerkskommission, die offenbar 1889 mit an den Käufer übergegangen sind.
Die Akten waren zunächst dem Bestand der Stadt Osnabrück (Dep 3b IV Fach 133) zugeordnet worden, 1961 wurden sie aus diesem Bestand herausgezogen und unter der Signatur Rep 490 Osn Bergwerk Piesberg gemäß dem ungegliederten Abgabeverzeichnis von 1922 gesondert erfasst.
Bei der nun durchgeführten systematischen Verzeichnung ist zu beachten, dass die in der Rubrik "Verschiedenes" aufgeführten Akten mit dem Titel "Verschiedene Betriebsangelegenheiten" teilweise auch Material der allgemeinen und kaufmännischen Verwaltung enthalten.
Der vorliegende Bestand

wird ergänzt durch Akten des Osnabrücker Stadtarchivs über Steinbrüche und Bergwerke (Dep 3b IV) sowie durch das Depositum Klöckner-Werke Georgsmarienhütte (Dep 49b).
Durch Wasserschäden z.T. erheblich in Mitleidenschaft gezogene Akten sind gekennzeichnet. Ihre Benutzung bedarf der Erlaubnis des Archivleiters.
Literatur:
Bär (Max), Der Piesberg vor hundert Jahren, in: Osnabrücker Mitteilungen, Bd. 23, 1898, S. 120-133
Bericht über Verwaltung und Betrieb des Piesberger Steinkohlenbergwerks im Jahre 1873, Osnabrück 1874
Hoffmeyer, Ludwig, Chronik der Stadt Osnabrück, Bd. 2, Osnabrück 1925, S. 139-141
Knappschaftsordnung für die Piesberger Bergleute, Osnabrück 1863
Temme, Carl, Der Piesberger Bergbau von seinen Anfängen bis zur Jetztzeit, in: Jahresbericht des
naturwissenschaftlichen Vereins zu Osnabrück 6, 1885, S. 54-96
Urkunden zur Piesberger Bergwerksverwaltung, Osnabrück 1872
Osnabrück, 8.3.1976 gez. Dieter Poestges


PAPENBURG
Die hier vereinigten Akten sind städtisches Schriftgut, das 1893 vom Papenburger Magistrat zur Vernichtung bestimmt worden war, jedoch auf Weisung des Regierungspräsidenten Dr. Stüve vom Staatsarchivar Dr. Philippi von der Kassation ausgenommen und dem Staatsarchiv zur dauernden Aufbewahrung übergeben wurde (vgl. Rep 335 Nr. 13509). Die Hauptüberlieferung ist im Depositalbestand der Stadt Papenburg (Dep 76) zu finden.
Vorwort des Bearbeiters (1969):
Papenburg, eine Gründung der Herren von Velen, hat von 1671 bis 1852 der Landsberg-Velenschen Patrimonialgerichtsbarkeit unterstanden. Das Gericht war zugleich Aufsichtsbehörde über die Gemeindeverwaltung. In der Zeit der französischen Besetzung trat an die Stelle der Verwaltung ein Munizipalrat mit einem Maire an der Spitze. Diese Verfassung blieb bis 1828 in Kraft. 1859 wurde Papenburg zur selbstständigen Stadt erhoben.
Der

vorliegende Bestand ist 1893 als Erwerbung ins Staatsarchiv gelangt (Acc. 5, 7 und 11/93) und damals nur flüchtig verzeichnet worden. Er umfasst die Zeit von 1810 bis etwa 1880. Er enthält sowohl Akten des Patrimonialgerichts als auch der Gemeindeverwaltung. Die Akten des Gerichts scheinen bei der Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit 1852 an die Gemeinde gefallen zu sein. Da sie ausschließlich Verwaltungssachen betreffen, erschien eine Trennung der beiden Provenienzen als unzweckmäßig. [...] [Akten des Patrimonialgerichts sind als Teilprovenienz gekennzeichnet.] Drei Akten des Amtes Meppen wurden herausgenommen und in den Bestand Rep 350 Mep unter den Nummern 1960-1962 eingeordnet.
Osnabrück, den 20.8.1969 gez. Pötzsch

[...]

Information / Notes

Additional information 

teilweise verzeichnet