NLA AU Rep. 16/3

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Beschreibung: Bestand

Identifikation (kurz)

Titel 

Preußische Regierung Aurich (1885-1945): Abt. 3, landwirtschaftliche bzw. Domänenabteilung

Laufzeit 

1765-1979

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Zum 1. Juli 1885 wurden in der Provinz Hannover Regierungen nach preußischem Muster eingeführt. In Aurich erfolgte erst 1892 eine Trennung des Kollegiums in verschiedene Abteilungen. Der Teilbestand Rep. 16/1 umfasst die Akten der Allgemeine Abteilung. Der Teilbestand Rep. 16/3 umfasst die Akten der landwirtschaftlichen bzw. Domänenabteilung.

Bestandsgeschichte 

ERSTES VORWORT (1991)

Der Bestand Rep. 16 umfaßt die Akten der Preußischen Regierung in Aurich, die am 30. Juni 1885 gebildet wurde. Ostfriesland war zwar bereits mit der Einverleibung des Königreiches Hannover als neue Provinz in das Königreich Preußen im Jahre 1866 preußisch geworden; doch ließen die Preußen die in Aurich bestehende zentrale Verwaltungsbehörde, die hannoversche Landdrostei Aurich, eine Kollegialbehörde, zunächst noch für nahezu zwei Jahrzehnte unangetastet bestehen, ehe man sie im Jahre 1885 zu einer nach preußischem Büroprinzip arbeitenden Bezirksregierung umzuwandeln begann.

1. Die Regierung in Aurich: Organisationsstruktur

Die anfallenden Geschäfte der Regierung wurden zu Anfang noch in einem ungetrennten Kollegium wahrgenommen. Erst im Jahre 1892 fand eine Aufteilung der Geschäfte in drei Abteilungen statt. Neben die "Abteilung des Inneren", später auch "Präsidialabteilung" oder "Allgemeine Abteilung" genannt, trat zunächst eine "Abteilung für direkte Steuern und Domänen" und schließlich eine Abteilung für Kirchen- und Schulangelegenheiten. Diese Organisationsstruktur blieb im Prinzip bis in die 60er Jahre unseres Jahrhunderts bestehen. Die Bezeichnungen für die drei Abteilungen lauteten nach der Büroreform von 1932 wie folgt:

I. Allgemeine Abteilung
II. Abteilung für Kirchen und Schulen
III. Landwirtschaftliche Abteilung

Die Aufgaben der Wasserstraßenverwaltung und das Wasserbauwesen wurden bis unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg von der Abteilung I wahrgenommen, dann während der Besatzungszeit selbständig neben den drei übrigen Abteilungen und schließlich ab 1949 in einer eigenen Abteilung IV, der "Abteilung WSV", besorgt. Mit der Errichtung der neuen Bundesbehörde "Wasser- und Schiffahrtsdirektion Aurich" am 1.11.1952 wurde die Abteilung IV vollends aus der Regierung ausgegliedert, doch erfüllte sie seither ihrerseits die übrigens anhand der Akten kaum von den Bundesaufgaben zu trennenden Landesaufgaben.

Die herkömmliche dreigliedrige Organisationsstruktur der Regierung wurde 1949 kurzfristig durch Bildung einer IV. und einer V. Abteilung durchbrochen. Doch wurde die Ausgliederung der Wirtschafts- und Verkehrsdezernate und der Hochbaudezernate aus der Abteilung I noch im selben Jahr unter gleichzeitiger Errichtung der Abteilung IV (WSV) zurückgenommen. (Vgl. dazu Rep. 17/1, 30; 309). 1954 bildete man innerhalb der Abteilung I zwei Unterabteilungen, deren eine sich mit Lastenausgleich, Wohnungsangelegenheiten, Wirtschaft, Sozialen Aufgaben und Flüchtlingen zu befassen hatte, die andere für das Gebiet der Wasserwirtschaft zuständig wurde. Die bereits erkennbare Struktur mit 5 Abteilungen wurde allerdings erst im Jahre 1965 verwirklicht. Seither bestanden bei der Regierung folgende Abteilungen:

Abt. 1: Allgemeine Abteilung
Abt. 2: Polizei, Bau- und Wohnungswesen
Abt. 3: Wirtschaft, Verkehr, Soziales
Abt. 4: Kirchen und Schulen
Abt. 5: Landwirtschaft

Die Geschäftsverteilung der Niedersächsischen Regierung in Aurich blieb in dieser Form bis zur Auflösung des Regierungsbezirks im Jahre 1978 bestehen. Der Regierungsbezirk Aurich wurde durch Zusammenlegung mit jenem in Osnabrück und dem Verwaltungsbezirk Oldenburg Teil eines neuen Regierungsbezirks Weser-Ems mit Sitz in Oldenburg. In Aurich verblieb nur eine Außenstelle mit Teilaufgaben, insbesondere im Bereich der Kassenangelegenheiten.

2. Zur Bestandsbildung
Die Akten der von 1885 bis 1978 bestehenden zunächst preußischen, dann, nach dem Zusammenbruch des "Dritten Reiches" und der Auflösung Preußens, seit 1946 der niedersächsischen Regierung in Aurich umfassen eine Zeitspanne von nahezu 100 Jahren. Angesichts des großen Umfangs schien es daher schon aus praktischen Gründen geboten, eine Aufteilung des Materials auf verschiedene (Teil-)Bestände vorzunehmen.

Es war naheliegend, einen zeitlichen Einschnitt mit den Jahren 1945/46 vorzunehmen. Es ist zwar kein eigentlicher Registraturschnitt erkennbar, doch ist durchaus bei einer großen Anzahl von Akten festzustellen, daß trotz der nach dem Kriege weiter bestehenden administrativen Kontinuität ältere Akten nicht mehr in der bisherigen Form weitergeführt wurden, daß teilweise etwa auch in die bis dahin noch nach dem Muster alter preußischer Fadenheftung gebundenen Akten neuere Aktensplitter nur lose eingelegt oder dass gänzlich neue Akten angelegt wurden. Schwerer wog bei der Entscheidung für eine horizontale Trennung des Regierungsbestandes freilich der politische Aspekt, dem bei der Bestandsbildung Rechnung getragen werden sollte: Mit dem Ende des nationalsozialistischen Deutschen Reiches im Mai 1945, der im Jahre 1946 folgenden Auflösung Preußens und schließlich der Begründung des Landes Niedersachsen am 1. November 1946 war die Zeit der "Preußischen" Regierung in Aurich abgeschlossen.

So befinden sich im Bestand Rep. 16 in der Regel die Akten, die im Zeitraum zwischen 1885 und 1945/46 entstanden sind. Die Regierungsakten aus der Zeit von 1945 bis 1978 finden sich hingegen künftig im Bestand Rep. 17: Niedersächsische Regierung in Aurich.

Es versteht sich fast von selbst, daß der vorgenommene Einschnitt bei den Jahren 1945/46 nicht in allen Fällen konsequent durchgeführt werden konnte. Akten wurden, wenn sie über die genannte Grenze hinausreichten, nur im Ausnahmefall aufgeteilt, dann etwa, wenn lose Aktenteile am Ende eines gebundenen (älteren) Aktenbandes in die Zeit nach 1945 wiesen. Ansonsten wurden die Akten je nach ihrem zeitlichen Schwerpunkt nach Rep. 16 oder Rep. 17 gelegt. Zeitliche Überschneidungen zwischen beiden Regierungsbeständen ließen sich somit nicht ganz vermeiden. Dies gilt im übrigen besonders für die Akten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, die ja ursprünglich innerhalb der Allgemeinen Abteilung geführt wurden und erst nach 1945 einer eigenen Abteilung "WSV" zugeführt wurden, an deren Stelle erst am 1. November 1952 mit der WSD Aurich eine Nachfolgebehörde trat. So kommt es, daß die Akten der Abteilung IV (WSV) in der Regel noch bis etwa 1949/52 im entsprechenden Regierungsbestand (Rep.16/4) aufzusuchen sind und erst nach diesem Einschnitt im Bestand der WSD (Rep. 150) ihre Fortsetzung finden.

3. Zum Teilbestand Rep. 16/3

Aus den vorstehenden Ausführungen dürfte bereits deutlich geworden sein, daß innerhalb der chronologischen Aufteilung auch eine vertikale Teilung der Regierungsakten in Teilbestände geboten war.

Entsprechend der Geschäftsverteilung der Regierungsbehörde in preußischer Zeit in 3 (bzw. 4) Abteilungen wurde auch der Gesamtbestand der Akten aufgegliedert: Der Bestand Rep. 16/1 enthält die Akten der Allgemeinen Abteilung, Rep. 16/2 die Akten der Abteilung für Kirchen und Schulen und Rep. 16/3 die der landwirtschaftlichen (bzw. Domänen-)Abteilung. Bestand Rep. 16/4 umfaßt schließlich die anfangs noch in der Allgemeinen Abteilung und erst nach dem Kriege in der Abteilung "WSV" geführten Akten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Die hier versammelten Akten bilden den Vorgängerbestand des im Entstehen begriffenen Bestandes der heutigen WSD Nordwest in Aurich (Rep. 150), bei der übrigens auch ein Großteil der jetzt in Rep. 16/4 befindlichen Altakten bis zur Abgabe an das Staatsarchiv aufbewahrt wurden.

Der in diesem Findbuch vorgelegte Bestand Rep. 16/3 (Landwirtschaftliche Abteilung, Domänenverwaltung, Wasserwirtschaft) ist aber noch keineswegs vollständig erschlossen.
Neben noch unverzeichneten und noch nicht benutzbaren jüngeren Aktenakzessionen existiert derzeit noch ein Bestand bereits seit längerer Zeit erschlossener Altakten der Domänenabteilung unter der Signatur Rep. 21 c, der auf jeden Fall neben den hier vorgelegten Akten heranzuziehen ist. Auf längere Sicht wird der Altbestand Rep. 21 c im Rahmen weiterer Verzeichnungsarbeiten aufgelöst und in den Bestand Rep. 16/3 überführt werden.

Aurich, Dezember 1991
Dr. Herbert Reyer

ZWEITES VORWORT (2002/2003)
Während meiner dienstlichen Abwesenheit von September 2000 bis Januar 2002 wurden sämtliche Akten des Bestandes Rep. 21c, Domanialverwaltungsakten aus Rep. 21a sowie aus den Zugängen 1982/15 und 1991/22 von meinem Vertreter, dem Archivangestellten Dr. Paul Weßels, in das Findbuch Rep. 16/3 überführt.

Auf die notwendige Nachkassation der offenbar unbewertet gebliebenen Akten aus Rep. 21c, die Bewertung von Akten der Neuzugänge sowie die Neuverzeichnung der Akten nach modernen archivischen Grundsätzen, wie sie bis dahin zu meinen Dienstaufgaben zählten, mußte jedoch auf Weisung von Dr. Parisius verzichtet werden, da aufgrund der mit der Staatskanzlei geschlossenen Zielvereinbarungen der möglichst schnellen EDV-Zugänglichkeit der Akten Priorität eingeräumt werden sollte.

Im Sommer bzw. Herbst 2002 habe ich selber die letzten unbearbeiteten Zugänge 1971/21.4., 1970/9 und 1968/11.10. archivisch bewertet und im Umfang von rund 780 Nummern erstmals verzeichnet und klassifiziert.

Die arbeitsintensive Überarbeitung des Findbuchs (Vorwort, Titelmodernisierungen, diverse Systematisierungen usw.), der Aufbau einer erweiterten Gliederung (bisher nur 04. detailliert vorhanden) sowie die Klassifikation der rund 1400 von Dr. Weßels eingegebenen Akten wurde von mir zwischen Sommer 2002 und Sommer 2003 durchgeführt.

Bei der insgesamt zweifellos hohen Übernahmequote bei Akten der Abteilung III sind stets auch die spezifischen Entwässerungsprobleme in Ostfriesland sowie die Bedeutung der Erschließung der Moore zu berücksichtigen.

Es ist besonders darauf hinzuweisen, dass die Akten, die die Erschließung und Verwaltung der Moore in einem durchaus weiteren Sinne betreffen, der besseren Übersichtlichtkeit und Zugänglichkeit halber von mir unter dem Gliederungspunkt 04. zusammengeführt worden sind, obwohl sie in der Regierungsregistratur zum Teil unter "Wasserbausachen" (hier 05) oder "Landwirtschaftliche Moor- und Fehnsachen" (hier eher 03) usw. geführt wurden.

Bei der Benutzung ist weiterhin zu berücksichtigen, dass auch in den hiesigen Domänenrentamtsbeständen Akten zur Domänenbesiedlung usw. überliefert sind. Umgekehrt ist in den Regierungsakten nicht unerhebliches Aktenmaterial aus der Tätigkeit anderer Behörden, im Wasserbaubereich vor allem des Kultur- und Wasserbauamtes, später Wasserwirtschaftsamtes, erhalten geblieben.

Der Großteil dieses Bestandes konnte bislang noch nicht indiziert werden.
Bei den Registratursignaturen wurden von dem Verzeichner der acc. 1982/15 laufende Nummern der Aussonderung den Registraturzeichen vorgesetzt und letztere zum Teil auch falsch gelesen. Dies ist bei der Benutzung der entsprechenden Konkordanz zu berücksichtigen.

Die von mir als Akzession für Rep. 52 (acc. 2001/27) aufgefundenen und bewerteten Domänenakten der Regierung wurden im Herbst 2003 von Frau Hennings und von mir selber verzeichnet. Es wurde dabei aus pragmatischen Gründen bei dieser Aktenart darauf verzichtet, Akten zu trennen, so daß sich die Laufzeit der Domänenakten in Rep. 16/3 bis um 1960 erstrecken kann. Aufgrund von verzeichneten, aber offensichtlich nicht bewerteten Akten aus älteren Übernahmen (Rep. 21c) mußten mehr Akten übernommen werden (Serien), als nach sonstiger strenger Bewertung angebracht gewesen wäre. Von wirtschaftshistorisch besonderem Wert sind die Serien "Domänenbereisungen" (auch: "Wirtschaftsprotokolle"), in denen Angaben zur Größe, zur Bewirtschaftungsart, zum Ertrag usw. erhalten sind. Außerdem dokumentieren die Domänenakten die Krisensituation in der Landwirtschaft während der Weimarer Republik und im Dritten Reich.
Abschließend wurde von der der bestehende Index, die Klassifikation insgesamt sowie die Vollständigkeit überprüft.

Aurich, Sommer 2002 - Dezember 2003
Dr. Wolfgang Henninger

Literatur 

Verordnung vom 28. Mai 1867, betreffend die Bildung von Genossenschaften zu Entwässerungs- und Bewässerungsanlagen in den neu erworbenen Landestheilen, in: Amtsblatt für die Provinz Ostfriesland 1867, S. 1489-1490 (29.9.04)

Informationen / Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

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