NLA OS Rep 430 Dez 905

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Regierung Osnabrück - Kriegswirtschaftsamt

Laufzeit 

1911-1924

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Enthält Unterlagen über die Bewirtschaftung von Lebensmitteln während des Ersten Weltkriegs und in der unmittelbaren Folgezeit.

Bestandsgeschichte 


Vorwort

Rep 430 Dez. 905

Regierung Osnabrück - Dezernat 905

Kriegswirtschaftsamt

Stand 12.11.1998


Nach Beginn des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914 verschlechterte sich rapide die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. Die Knappheit an Lenbensmitteln drückte sich sehr bald in Preissteigerungen aus. Sämtliche Bereiche des Wirtschaftslebens, wie z.B. Gewerbe, Industrie und Handel, wurden daraufhin in zunehmendem Maße den dirigistischen Maßnahmen des Staates unterworfen.

Auch die Landwirtschaft wurde in die Überwachung durch den Staat einbezogen. Wie in den anderen Wirtschaftsbereichen entstand auch in diesem Sektor ein bürokratischer Apparat, dem im besonderen Maße die Organisation der Lebensmittelbewirtschaftung oblag. Sämtliche Zweige der Landwirtschaft waren von den staatlichen Eingriffen betroffen, die sich in der Festsetzung von Höchstpreisen und der Durchführung von Maßnahmen zur Zwangsbewirtschaftung äußerten.

Die Verwaltung und Verteilung der Getreideerträge wurde duch die Kriegs-Getreide-Gesellschaft in Berlin übernommen, die im Februar 1915 in die Reichsgetreidestelle einbezogen wurde. Der Mangel an Futtermitteln veranlaßte die Gründung einer "Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte GmbH" im März 1915, deren Zuständigkeitsbereich in der Verteilung von Futtermitteln lag. Daneben wurde durch Reichsverordnung vom 23.7.1915 eine "Reichsfuttermittelstelle" errichtet. Durch Verordnung vom 18.5.1916 wurde eine "Reichsstelle für Gemüse und

Obst" gegründet. Ihr traten ein preußisches Landesamt sowie Provinzialstellen für Gemüse und Obst zur Seite.

Auf Bezirksebene wurden Kriegswirtschaftsämter gebildet. So wurde in Osnabrück ein Kriegswirtschaftsamt als Dezernat direkt bei der Regierung, Abteilung I, angesiedelt. Erlasse des Ministeriums des Innern bzw. des Kriegsministeriums in Berlin erreichten die Regierung in Osnabrück über den Oberpräsidenten in Hannover. Die Regierung gab die Anordnungen über das Kriegswirtschaftsamt weiter an die Kreise. Auf Kreisebene kümmerten sich die Kriegswirtschaftsstellen, die direkt bei den Landratsämtern angesiedelt waren, um die Lebensmittelbewirtschaftung (siehe die Bestände der Landratsämter - Rep 450).

Das Kriegswirtschaftsamt als Regierungsdezernat der Regierung Osnabrück nahm vorübergehende Aufgaben wahr, die im wesentlichen in der Ausführung von Anordnungen bezüglich der Lebensmittelbewirtschaftung während des Ersten Weltkrieges und der ersten Nachkriegsjahre lagen.

Aufgrund der Neugliederung der Regierung im Jahre 1967 wurden die Akten aus Zuständigkeitsbereichen, die ersatzlos weggefallen sind, in eine fiktive Abteilung 9 eingeordnet. Der vorliegende Bestand erhielt die Dezernatsbezeichnung 905 und besteht aus der Akzession 16/25.

Da sowohl ein Aktenplan als auch ein Geschäftsverteilungsplan fehlen, die über die Arbeitsweise des Kriegswirtschaftsamtes hätten näheren Aufschluß geben können, wurde die Gliederung des Bestandes weitestgehend nach der den Akten entnehmbaren Verwaltungsstruktur des Registraturbildners aufgebaut.

Osnabrück, im November 1998 Silke Loharens und Tanja Rathsmann




Literatur:

Reinhard Oberschelp, Stahl und Steckrüben: Beiträge und Quellen zur Geschichte Niedersachsens im Ersten Weltkrieg (1914 - 1918). Veröffentlichungen der Niedersächsischen Landesbibliothek Hannover, 12,1,

Verlage CW Niemeyer

Hameln

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Osnabrück

Zeit von 

1885

Zeit bis 

1974

Objekt_ID 

217408

Ebenen_ID 

10