NLA OS Rep 430 Dez 502

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Regierung Osnabrück - Wasserwirtschaft

Laufzeit 

1873-1987

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Enthält Akten der ehemaligen Dezernate 502 (Wasserwirtschaft mit Wasser- und Kanalbau - darunter Einsatz von Straf- und Kriegsgefangenen -, Wasserversorgung und Kanalisation) und 503 (Wasserrecht einschl. Entwurf von Wassergesetzen und -verordnungen, wasserpolizeiliche Maßnahmen, Gewässerschutz, Deichbau und Hochwasserschutz).

Bestandsgeschichte 

Mit wachsender Bevölkerungszahl und der Intensivierung aller Wirtschaftszweige wurde seit dem 19. Jahrhundert die Bewirtschaftung des Wassers zunehmend notwendig, d.h. es bedurfte einer sinnvol-len Lenkung und Ordnung der Speicherung, Nutzung und Reinigung des Wassers.

Wasserwirtschaft meint die Gesamtheit aller Eingriffe des Menschen in den natürlichen Kreislauf des Wassers, um Schaden abzuwehren und Nutzen zu erzielen. Die Wasserwirtschaftsverwaltung hat dafür zu sorgen, dass diese Eingriffe entsprechend der Bedeutung des Wassers für das gesamte Le-ben, für Wirtschaft und Industrie und Landwirtschaft in sinnvoller und nützlicher Weise geschehen. Die Aufgaben der Wasserwirtschaftsverwaltung umfassen drei Bereiche: Wasserbau, Wasserwirtschaft und Wasserrecht. Der Wasserbau befasst sich mit der Wasserregelung (Flussbau, Bodenverbesse-rung, Wasser- und Bodenverbände). Die Wasserwirtschaft regelt die Wasserversorgung, die Abwas-serbeseitigung und Reinhaltung der Gewässer. In den Bereich Wasserrecht fallen der Entwurf von Wassergesetzen und -verordnungen, wasserpolizeiliche Maßnahmen, die Verleihung von Wassernut-zungsrechten sowie Hochwasserschutz und Deichbau.

Anfänge einer Wasserwirtschaftsverwaltung sind in Niedersachsen bereits im frühen 19. Jahrhundert zu erkennen. Bis 1823 war die Leitung der Wasserbauprojekte im Königreich Hannover zwischen der Kammer und den Provinzialregierungen geteilt. 1823 wurde als oberste Verwaltungsbehörde für alle Verkehrs- und Kulturwasserbausachen eine Generaldirektion des Wasserbaus in Hannover geschaf-fen, die 1852 dem Ministerium des Innern unterstellt wurde. Unter ihr standen Distrikte und Inspektio-nen mit Wasserbaubeamten, Deich- und Schleusenbeamten, Bauinspektoren und Baukondukteuren. Nachdem das Königreich Hannover 1867 zur Preußischen Provinz geworden war, hatte dies Auswir-kungen auf die Behördenorganisation. Die

Generaldirektion des Wasserbaus wurde 1869 aufgelöst. Ihre Funktionen gingen in der Mittelinstanz auf die Landdrosteien über, in der Ortsinstanz auf die sog. Baukreise, die allerdings nur wasserwirtschaftliche Aufgaben hatten. Für die Strombauaufgaben an den großen Flüssen und in den Häfen blieben in der Ortsinstanz die Wasserbauinspektionen
bestehen, die zu der Zeit reine Strombaubehörden waren. Am 1.4.1871 wurde als Verwaltungsbehör-de für den landwirtschaftlichen Meliorations- oder Wasserbau unter dem Oberpräsidenten in Hannover eine Meliorationsinspektion für die ganze Provinz geschaffen. Zunehmende wasserwirtschaftliche Aufgaben machten bald die Einrichtung von Ämtern mit kleineren Dienstbezirken notwendig. So ent-standen die Meliorationsbauämter, die 1920 in Kulturbauämter und 1939 in Wasserwirtschaftsämter umbenannt wurden.
Das Meliorationsbauamt Osnabrück wurde am 1.12.1896 eingerichtet. Es umfasste zunächst den Bereich der Landdrosteibezirke Osnabrück und Aurich, bis Aurich 1906 ein eigenes Amt erhielt. 1921 wurde in Meppen ein weites Kulturbauamt im Regierungsbezirk eingerichtet, das für die Kreise Aschendorf-Hümmling und Meppen, ab 1949 auch für den Kreis Grafschaft Bentheim zuständig war. Die Kreise Bersenbrück, Lingen, Melle, Osnabrück (Stadt und Land) sowie Wittlage verblieben beim Kulturbauamt/Wasserwirtschaftsamt Osnabrück.
Die dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstellten Mittelbehörden der Was-serwirtschaftsverwaltung sind seit 1912 die Regierungspräsidenten, bei denen, in Osnabrück seit 1921, Dezernate für Wasserwirtschaft (Dez. 502) und Wasserrecht (Dez. 503) bestehen.
Durch das Achte Gesetz zur Verwaltungs- und Gebietsreform vom 28.6.1977 wurde mit Wirkung zum 1.2.1978 die staatliche Mittelinstanz in Niedersachsen neu geordnet. Teilaufgaben der neu errichteten Bezirksregierung Weser-Ems in Oldenburg werden

dezentral in Aurich und Osnabrück erledigt. Die Außenstelle in Osnabrück ist seit dem 20.2.1979 zuständig im Bereich des ehemaligen Regierungs-bezirks Osnabrück u.a. für die Aufgaben der Abteilung 5 (Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Veterinär-angelegenheiten). Die ehemaligen Dezernate 502 und 503 wurden nun zum Dezernat 502 zusam-mengefasst.

Da sich die Aufgaben der beiden ehemaligen Dezernate 502 (Wasserwirtschaft) und 503 (Wasser-recht) stark überschneiden, werden beide Bestände im vorliegenden Findbuch zusammengefasst und erhalten eine gemeinsame Klassifikation.

Der Bestand Dezernat 502 (Wasserwirtschaft) der Regierung Osnabrück (Rep 430) enthält Akten aus den Bereichen Wasserwirtschaft und Wasserbau und betrifft schwerpunktmäßig Entwässerungs- und Kultivierungsmaßnahmen sowie Abtorfungen im Regierungsbezirk, insbesondere im Emsgebiet. Hier-bei spielen die Wasser- und Bodenverbände eine besondere Rolle. Die Tätigkeit der von 1879 an zur Unterhaltung und zum Ausbau von Wasserläufen zweiter Ordnung in vielen Orten gebildeten Wasser- und Bodenverbesserungsgenossenschaften
sowie die für die Entwässerungs- und Kultivierungsmaßnahmen erforderlichen Meliorationskredite sind Gegenstand der Akten hauptsächlich in den Akzessionen 24/43 und 11/63. Erwähnenswert sind hier auch die bis in die 1930er Jahre hinein forcierten Erweiterungen der Emskanäle. Von besonde-rem Interesse sind ferner die im deutsch-niederländischen Grenzgebiet durchgeführten Flussbegradi-gungen und der damit zusammenhängende Staatsvertrag über die Grafschaft Bentheim. Schließlich enthalten die Akten auch Hinweise auf Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und den Einsatz von nieder-ländischen Arbeitskräften und Straf- bzw. Kriegsgefangenen sowie die Einrichtung spezieller Arbeits-lager. Zahlreiche Lagepläne und Konstruktionszeichnungen illustrieren die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen in den Bereichen

Entwässerung und Kanalbau sowie in den Bereichen Wasserbau bzw. Wasserversorgung und Kanalisation, dem innerhalb des Bestandes ein eigener Bereich zugewiesen wurde. Die Akten dieses Bestandes umfassen den Zeitraum 1873-1980.

Der Bestand des ehemaligen Dezernates 503 umfasst die Jahre 1915-1978 und hat die Verleihung von Wasserrechten zum Schwerpunkt. Außerdem gehörten der Entwurf von Wassergesetzen und -verordnungen, wasserpolizeiliche Maßnahmen, Gewässerschutz, Deichbau und Hochwasserschutz sowie vereinzelt auch die Vergabe von Fischereirechten zum Aufgabengebiet des Dezernates.

Der Bestand Dezernat 502 umfasst die Akzessionen 24/43 (9,25 m), 11/63 (3,75 m), 15/65 (4,5 m), 19/72 (1,75 m), 46/74 (0,5 m), 8/75 (0,25 m), 68/87 (9,75 m), 24/96 und 26/99 (2 m). Die Akzessionen 19/72 und 68/87 wurden von Frau Claudia Kauertz, die restlichen Akzessionen von Frau Renee Röß-ner verzeichnet.
Der Bestand Dezernat 503 wurde von Frau Claudia Kauertz verzeichnet. Er umfasst die Akzessionen 6/68 (0,25 m) und 25/99 (1 m, hiervon wurden 0,25 m kassiert). Akten der Akzession 24/96 wurden beiden Beständen zugeordnet.

Weitere Wasserwirtschaftsakten befinden sich in den Beständen Rep 670 (Ältere Wasserbau- und Wasserwirtschaftsakten verschiedener Provenienz), Rep 675 Osn (Wasserwirtschaftsamt Osnabrück) und Rep 675 Mep (Wasserwirtschaftsamt Meppen).

Literatur:
- Hubatsch, Walter (Hg.), Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Reihe A: Preu-ßen, Bd. 10: Hannover, Marburg/ Lahn 1981, S. 790-851.
- Hue de Grais, Robert, Handbuch der Verfassung und Verwaltung in Preußen und dem Deutschen Reich, hg. von Hans Peters, 25. Aufl. Berlin 1930, S. 773-784.
- Jaekel, Walter, 150 Jahre Wasserbauverwaltung an der Weser, in: Zeitschrift für Binnenschiffahrt und Wasserstraßen 5 (1973), S. 189-192.
- Penners, Theodor, Die historisch-politischen Grundlagen des

Regierungsbezirks Osnabrück, in: Neues Archiv für Niedersachsen 14, Heft 4 (1965), S. 273-286.
- Schweicher, Ferdinand, Die Wasserwirtschaftsverwaltung in Niedersachsen, in: Neues Archiv für Niedersachsen 7, H. 4/6 (1954), S. 137-140.

Osnabrück, im Oktober 2000

Claudia Kauertz
Renee Rößner

Bei der Akz. 2007/044 handelt es sich um eine Abgabe des NLWKN (Nds. Landesbetriebs für Was-serwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) - Betriebsstelle Meppen. Die Akten sind offenbar von der auf-gelösten Bezirksregierung Weser-Ems nach Meppen abgegeben, aber dort nicht weiter bearbeitet worden. Sie wurden 2008 von dem Archivinspektoranwärter Benjamin Geier verzeichnet. Die jüngere Schicht der Abgabe wurde zuständigkeitshalber an das StA Oldenburg weitergeleitet.
Rg 12.1.2009

Bei der Akz. 2008/048 handelt es sich um Preußische Wasserbücher und dazugehörige Akten, die als Abgabe des NLWKN - Betriebsstelle Meppen - in den Bestand gelangt sind. Die Wasserbücher wurden aufgrund des Preußischen Wassergesetzes (PrWG) von 1913 bis zum Inkrafttreten des Niedersächsischen Wassergesetzes (NWG) von 1960 geführt. Die Bücher und Akten sind von der aufgelösten Bezirksregierung Osnabrück nach Meppen abgegeben, aber dort nicht weiter bearbeitet worden. Sie wurden 2008 von Dr. Nicolas Rügge verzeichnet.
Ha

17.2.2009

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Osnabrück

Zeit von 

1885

Zeit bis 

1974

Objekt_ID 

217408

Ebenen_ID 

10

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Osnabrück

Zeit von 

1974

Zeit bis 

1977

Objekt_ID 

10

Ebenen_ID 

810