NLA OS Rep 430 Dez 501

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Regierung Osnabrück - Landwirtschaft und Domänen

Laufzeit 

1824-1988

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Landwirtschaft und Domänen

Bestandsgeschichte 

Das Findbuch Dezernat 501 der Regierung Osnabrück umfasst die Akten der Abteilung für Domänenverwaltung und Landwirtschaft. Dem Bestand zugefügt wurden die Akten der Forstabteilung (Dez. 601) und der Abteilung für Veterinärwesen.

Inhalt:
Domänenverwaltung: Organisation 41, 1852 - 1966; Domänenfiskalisches Eigentum 307, 1842 - 1968; Fischereiberechtigungen 10, 1850 - 1923; Ablösungen und Aufwertungen 3, 1912 - 1936; Fiskalisches 12, 1850 - 1958; Wasserbau 15, 1866 - 1941; Rechtssachen 17, 1856 - 1962; Landwirtschaftsverwaltung: Einzelne Sparten und Grundstücksverkehr 86, 1869 - 1966; Landbewirtschaftung und Erschließung 227, 1901 - 1980; Landwirtschaftliche Siedlungen 240, 1848 - 1980; Landwirtschaftliche Organisationen 38, 1855 - 1962; Jagd und Forsten 168, 1873 - 1964; Veterinärverwaltung 149, (1824) 1882 - 1980.

Domänenverwaltung. Unter Dominium, Domanium, Dominicum verstand man ursprünglich jedes herrschaftliche, nicht an die Hintersassen abgetretene Gut (terra dominica), später alle landesherrlichen und staatlichen Güter. Heute deckt der Begriff "Domäne" ausschließlich die staatlichen Güter und solche der ehemaligen Herrscherhäuser und ihrer Nebenlinien ab.

Laut Reglement vom 18.4.1823 oblag den Landdrosteien, den Vorgängerbehörden der Regierungen, "die ganze innere, von den bisherigen Provinzialregierungen versehene Regiminalverwaltung" inklusive der "speziellen Domanialgeschäfte", die ihr zum 3.1.1839 zugunsten der Domänenkammer in Hannover wieder entzogen wurden. Zum 1.7.1858 wurde die Domänenkammer aufgehoben und die Domänenverwaltung einer Abteilung für Domänen und Forsten des Finanzministeriums unterstellt. Mit dem Übergang des Landes Hannover an Preußen 1866 wurde die Domänenverwaltung zunächst dem Königl. Preußischen General-Gouvernement Departement für Finanzen angegliedert, bis sie 1869 an die Königl. Finanzdirektion in Hannover als

Übergangsbehörde überging. Durch Landesverwaltungsgesetz vom 30.07.1883 wurden zum 1.7.1885 die Regierungen mit der Zuständigkeit für die oberste Verwaltung für direkte Steuern, Domänen und Forsten eingerichtet. Bis 1892 oblag die Domänenverwaltung dem ungetrennten Regierungskollegium, dann wurde eine besondere Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten eingerichtet, die in Forstsachen auch für den Regierungsbezirk Aurich zuständig war.

Der vorliegende Bestand der Domänenverwaltung der Regierung Osnabrück besteht zum großen Teil aus Vorakten und Registraturresten der Domänenkammer Hannover, der Abteilung für Domänen und Forsten des Finanzministeriums, des General-Gouvernements Departement für Finanzen sowie der Königl. Finanzdirektion in Hannover als jeweils zuständige Behörden für die oberste Domänenverwaltung im Landdrostei-/Regierungsbezirk Osnabrück. Schwerpunkt des Bestandes ist die Verwaltung, Verpachtung und schließlich Verkauf domänenfiskalischen Eigentums, vornehlich der Güter Sondermühlen, Scheventorf, Schleppenburg, Palsterkamp, Vinkenburg und Eversburg, die durch die Säkularisation 1802 in Staatseigentum fielen, den 1898 erworbenen Sievering-Hof in Wippingen, auf dem 1900 durch die Königl. Spezialkommission Lingen ein Heuerlingshaus gebaut wurde und deren Akten hier vorliegen, und das Schloß Osnabrück, das nach der Einverleibung Hannovers durch Preußen 1866 an den preußischen Domänenfiskus überging.

Gleichzeitig mit der Regierung Osnabrück wurde 1885 ein Bezirksausschuß eingerichtet, dessen Kompetenzen sich auf die bedeutenderen Angelegenheiten der Landesverwaltung aus dem gesamten Kompetenzbereich der Regierung erstreckten. Die im Bestand Domänenverwaltung vorliegenden Akten des Bezirksausschusses enthalten ausschließlich Grundstücksenteignungen zum Bau des Mittellandkanals. Da Büropersonal und Geschäftsräume des Bezirksausschusses der

Regierungspräsident stellte, gelangten diese Akten in den vorliegenden Bestand.

Den Kreiskassen wurden neben Gerichtskosten, Forstkassengelder und Nebenerhebungen auch die Domänengefälle zugewiesen, 1885 wurden die dann den Regierungen unterstellt. Gegenwärtig erfolgt die oberste Domänenverwaltung im Regierungsbezirk Weser-Ems durch die Domänenämter Norden und Oldenburg, in den Regierungsbezirken Hannover und Braunschweig dagegen nach wie vor durch die Bezirksregierungen. Das 1885 eingerichtete und von der Regierung beaufsichtigte Domänenrentamt Osnabrück für die untere Domänenverwaltung wurde 1956 aufgelöst, dessen Aufgaben wurden für den Bereich des Regierungsbezirks der landwirtschaftlichen Abteilung der Regierung übertragen.

Landwirtschaftsverwaltung. Die Regierungen übernahmen 1885 von den Landdrosteien die Aufsicht über alle Landwirtschaftssachen der Kreise. Erst 1934 wurde eine landwirtschaftliche Abteilung bei der Regierung eingerichtet, bis zu diesem Zeitpunkt wurden alle Landwirtschaftsakten als Sonderakten geführt. Der größte Teil des Bestandes umfaßt die Jahre 1912 - 1934 und hat als Schwerpunkt die Förderung der Landwirtschaft im Emsland mittels der Emslandhilfe Ende der Zwanziger Jahre, des Westfonds in den Jahren des Ersten Weltkrieges und gezielter Wirtschafts- und Siedlerberatung. Die Maximierung aller Zweige der Landbewirtschaftung gehörte ebenso zum Aufgabenbereich der Regierung wie die Aufsicht über Bienenzüchter, die Sauberkeit der Milch, den Viehbestand in den Kreisen oder die landwirtschaftlichen Organisationen. In der Abgabe befanden sich auch Akten des Landwirtschaftlichen Vereins für das Amt Neuenhaus.

Als Grundlage für die Gliederung diente die am 1.04.1885 in Kraft getretene Kreisordnung für die Provinz Hannover, was bei der zeitlichen Nähe zu der am 1.7. 1885 aus der Landdrostei hervorgegangenen Regierung Osnabrück nahelag.

Neben der obligatorischen Angabe aller Karten und Drucke wurde bei der Verzeichnung Wert darauf gelegt, alle im Original vorliegenden Dokumente wie Kauf- oder Pachtverträge anzuführen, Abschriften, wenn vermerkt, wurden als solche gekennzeichnet. Bei Wörtern unterschiedlicher Schreibweise war die der Übersicht über die Bestände für das Niedersächsische Staatsarchiv in Osnabrück maßgebend (z.B. Leischaft), ebenfalls bei alternativen Begriffen (aus Weser-Ems-Kanal wurde einheitlich Mittellandkanal). Darüber hinaus wurde bei der Verzeichnung auf eine einheitliche Schreibweise (etwa bei Jettingshof's-Kolonat) geachtet. Für die Kreiszugehörigkeit von Orten und Städten, deren Schreibweise wie die der Straßennamen aktualisiert wurde (z.B. Eielstädt), lag Ritters Geographisch-Statistisches Lexikon aus dem Jahr 1898 zugrunde.

Der vorliegende Teilbestand der Regierung Osnabrück Dezernat 501 gelangte als Akzessionen 26/43 und 27/43 in das Staatsarchiv Osnabrück. Die Akz. 26/43 wurde im Februar 1980 durchkassiert, 5 lfd. Meter wurden als archivwürdig befunden. Aus Akz. 27/43, insgesamt 3,5 lfd. Meter, wurden größtenteils die Akten der Landdrostei herausgesondert und dem Bestand Landdrostei Osnabrück (Rep 335) einverleibt. Außerdem wurden 0,5 lfd. Meter Akten aus der Zeit nach 1912 (in diesem Jahr wurde die Registraturführung der Regierung dezentralisiert) aus Abteilung III "Verwaltung für Landwirtschaft, Domänen und Forsten" der Landdrostei Osnabrück der Akz. 27/43 angefügt. Die Verzeichnung erfolgte unter strikter Einhaltung des Provenienzprinzips (die Bestände oder Teilbestände einer Herkunft = Provenienz werden danach ungeteilt ins Archiv übernommen) durch Archivinspektoranwärter Jürgen Diehl.

Osnabrück, Oktober 1995 Jürgen Diehl

Durch den Unterzeichnenden wurde der Bestand um etwa 1000 Nummern erweitert. Hierzu

gehörten die bis 1995 noch unverzeichneten Akzessionen des Dezernats 501 (8/64, 8/65, 15/65, 16/74, 4/87, 5/87 und 17/99). Zu verweisen ist auf eine größere Aktenüberlieferung über die Verwaltung der Emslandlager (ehemaligen Strafgefangenenlager) nach dem Zweiten Weltkrieg. Gut dokumentiert ist zudem die Emslanderschließung, die in erheblicher Weise durch die Emsland GmbH organisiert wurde.

Dem Bestand zugeordnet wurden aus sachlichen Gründen die Akten der Veterinärverwaltung (Dez. 504 Akz. 25/43, 15/65, 20/72, 37/80, 31/90) und der Forstabteilung (Dez. 601 Akz. 7/71). Die Forstabteilung bestand in Osnabrück nur zwischen 1950 und 1960. Sie war auch für den Regierungsbezirk Aurich zuständig. Nach 1960 blieben nur Restaufgaben (Forst- und Jagdhoheit) in Osnabrück, die eigentliche Forstabteilung ging nach Oldenburg an den dortigen Verwaltungspräsidenten. Die Registratur der Forstverwaltung war völlig aufgebläht und wurde in erheblicher Weise durch Nachkassationen verkleinert.

Zu verweisen ist auf die nachgeordneten Behörden dieser Aufsichtsdezernate: Ämter für Agrarstruktur (Rep 575), Staatliche Moorverwaltung (Rep 560), Forstämter (Rep 585).

Osnabrück, März 2001 Dr. Steinwascher



Dem Bestand wurde die Akz. 2012/088 (Dez. 504) hinzugefügt.
Haberer, 06.09.2012



Berger, Hugo: Domänenverwaltung und Domänenpolitik im Wandel der Zeiten in Preußen und Niedersachsen. Hrsg. Nieders. Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Hannover 1951.

Borck, Heinz-Günther: Der Westfonds. Seine Bedeutung als Instrument regionaler Wirtschafts- und Siedlungsförderung für den Regierungsbezirk Osnabrück 1897 - 1936 (in: Osnabrücker Mitteilungen Bd. 80), Osnabrück 1973.

Frauendienst, Werner: Zur Aussimilierung Hannovers durch Preußen nach 1866 (in: Niedersächs. Jahrbuch 14, 1937).

Hue de Grais,

(Robert): Handbuch der Verfassung und Verwaltung in Preußen und dem Deutschen Reiche. 23. Auflage hrsg. von Hue de Grais, Hans Peters und Werner Hoche, Berlin 1926.

Heffter, Heinrich: Die deutsche Selbstverwaltung im 19. Jahrhundert. Geschichte der Ideen und Institutionen, Stuttgart 1950.

Korte/Rebe: Verfassung und Verwaltung des Landes Niedersachsen. 2. Auflage, Göttingen

1986.

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Osnabrück

Zeit von 

1885

Zeit bis 

1974

Objekt_ID 

217408

Ebenen_ID 

10

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Osnabrück

Zeit von 

1974

Zeit bis 

1977

Objekt_ID 

10

Ebenen_ID 

810