NLA OS Rep 430 Dez 205

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Regierung Osnabrück - Militärische Angelegenheiten

Laufzeit 

1944-1978

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Militärische Angelegenheiten

Bestandsgeschichte 

Die Dezernate 205 und 206 der früheren Regierung Osnabrück befaßten sich mit militärischen Angelegenheiten. Dabei bestand eine Teilung der Zuständigkeiten: Dezernat 205 befaßte sich mit der Koordinierung der deutschen militärischen und zivilen Belange der Verteidigung und mit dem Katastrophenschutz, während das Dezernat 206 für die Stationierungsstreitkräfte zuständig war.

Diese Arbeitsteilung ist im Geschäftsverteilungsplan der 1978 eingerichteten Bezirksregierung Weser-Ems bezeichnenderweise aufgegeben worden. Dort sind alle Aufgaben im Dezernat 305 zusammengezogen.

Auch in der Praxis der früheren Dezernate 205 und 206 war der gegenseitige Austausch sehr eng. In den Akten kam es daher häufig zu Überschneidungen. Vor allem fällt dies beim Zugang 60/87 auf. Dieser stammt ursprünglich vom Dezernat 205, sein Inhalt betrifft sich aber mit Angelegenheiten der Stationierungsstreitkräfte vorwiegend das Dezernat 206.

Bei der Neurodnung des Bestandes war daher einzig eine Zusammenfassung aller Akten beider Dezernate unter der sammelnden Bezeichnung "Dez. 205: Militärische Angelegenheiten, Katastrophenschutz" geboten.

Dieser Teilbestand umfaßt die Zeit von 1946 bis etwa 1980, abgesehen von einem Vorläufer ab 1930 und einigen Akten ab 1944. Sein Umfang beträgt 2,5 Regalmeter. Er besteht aus den Zugängen 16/58, 15/77, 31/80 und 60/87.

Der Zugang 31/80 wurde bisher beim Dezernat 205 geführt, 16/58 und 15/77 bisher bei 206, 60/87 ist durch vorliegendes Verzeichnis zum ersten Mal zugänglich. Für alle Zugänge gilt künftig nur noch die Bezeichnung (= Bestell-Nummer) Rep 430 Dez. 205 Akz. ... Nr. ....

Nach dem 2. Weltkrieg wurden militärische Angelegenheiten zunächst im Dezernat I/20 bearbeitet. Dieses war laut Geschäftsverteilungsplan von 1947 für "Requisitionen, Nazivermögen, Abwicklung von Reichsverteidigungssachen, Kriegsschäden, Reparationen" zuständig.

1948 erhielt es die Bezeichnung "Bezirkskriegsschädenfeststellungsbehörde". Früheste Grundlage der in diesem Ausdruck niedergelegten Kompetenz war die Kriegssachschädenverordnung vom 30.11.1940 (RGBl. I S. 1547).

Allerdings kam die Bearbeitung der im Kriege entstandenen Sach- und Vermögensschäden im Verlauf der folgenden Jahre zum Fürsorgedezernat (I/17). Dieses wurde dadurch zum Lastenausgleichsdezernat. Im Mustergeschäftsverteilungsplan von 1967 erhielt es die Bezeichnung Dez. 305.

Eine andere Entwicklung nahm die Bezirkskriegsschädenfeststellungsbehörde (I/20). An die in diesem angesiedelte Restverwaltung der militärischen Folgelasten des 2. Weltkrieges schloß sich, wie schon die Begriffe Requisition und Reparation sagen, die Zuständigkeit für die damaligen Besatzungskosten (vgl. Fries, Aufgabengebiete S. 12 f., ders., Leitgedanken S. 17 f.)

Dieses Dezernat wurde später auch für den zivilen Bereich der Bundesverteidigung zuständig. Folgerichtig wurde es 1958 als "I/20: Amt für Verteidigungslasten; Bundesverteidigung" bezeichnet. 1959 wurde es aufgespalten in "I/20 VL: Amt für Verteidigungslasten" mit Zuständigkeit für die aus den Besatzungstruppen hervorgegangenen nunmehrigen Stationierungsstreitkräfte und in "I/20 BL: Bundesverteidigung", womit die Angelegenheiten des deutschen Militärs gemeint waren. Diese Aufgabenteilung führte im Mustergeschäftsverteilungsplan von 1967 dazu, daß aus I/20 BL das Dezernat 205 mit den Bereichen "Zivile Verteidigung, Angelegenheiten der militärischen Verteidigung" und aus I/20 VL das Dezernat 206 mit dem Bereich "Verteidigungslasten" gebildet wurden.

Zu diesen letztgültigen Aufgabenbeschreibungen ist festzustellen, daß ein unvoreingenommener Betrachter das Spezifische beider Definitionen kaum wahrzunehmen vermag. Vielleicht hilft ihm die Überlegung, das Aufgaben und Dienste, soweit sie für Stationierungsstreitkräfte

aufgewandt werden, offenbar als Lasten anzusehen sind. Immerhin fehlt dieser Begriff im Zusammenhang mit dem deutschen Militär.

Auf jeden Fall sind die Aufgaben derartig gleichgelagert, daß - wie oben gesagt - für die archivische Ordnung die Zusammenfassung in einem einzigen Teilbestand naheliegt.

Unterhalb der Regierung bestanden auf der Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte Kriegsschädenfeststellungsbehörden als untere Landesbehörden. Deren Aufgabenentwicklung entsprach derjenigen auf der Bezirksebene.

Organisatorisch wurden diese Ämter, und zwar auch in den Regierungsbezirken Aurich und Oldenburg, schrittweise zusammengelegt. Dieser Prozeß gedieh so weit, das endlich durch Beschluß des Landesministeriums vom 15.8.1972 (Nds. MBl. 1972 S. 1116) das Amt für Verteidigungslasten der Stadt Osnabrück für den ganzen Weser-Ems-Bereich als untere Landesbehörde vom 1.1.1973 an zuständig wurde.

Eine entsprechende Konzentration fand auf der Ebene der Regierungen statt. So erhielt die hiesige Regierung in diesem Verwaltungsbereich eine - und zwar ihre einzige - Vorortfunktion. Diese Aufgabengliederung ist im Rahmen der niedersächsischen Gebiets- und Verwaltungsreform zu sehen (vgl. Neuordnung S. 26). Sie endete mit Einrichtung der Bezirksregierung Weser-Ems am 1.02.1978.

Die Titeleingabe erfolgte durch Herrn Willmann.

Osnabrück, August 1988 Dr. Delbanco

Dem Bestand zugefügt wurden die Akzessionen 29/90, 50/96 und 13/2000.

Dr. Steinwascher

In den Jahren 2003 und 2004 wurden Teile der Akzessionen 2003/023, 2003/065, 2004/005, 2004/026 eingefügt.






Literatur:

Fries, Fritz: Die Aufgabengebiete der Bezirksregierung
und ihre rechtlichen Grundlagen. Ansberg 1948.

Fries, Fritz: Leitgedanken für die Beibehaltung der Mittel=
behörden. O.O., o.J. (1948?).
Neuordnung der staatlichen Mittelinstanz (Mittelinstanz=
bericht), vorgelegt vom Sonderarbeitskreis der
ständigen Konferenz der Innenminister der Länder.
Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen,
Düsseldorf, April

1973.

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Osnabrück

Zeit von 

1885

Zeit bis 

1974

Objekt_ID 

217408

Ebenen_ID 

10

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Osnabrück

Zeit von 

1974

Zeit bis 

1977

Objekt_ID 

10

Ebenen_ID 

810