NLA OS Rep 430 Dez 108

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Regierung Osnabrück - Raumordnung und Landesplanung

Laufzeit 

1932-1989

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Enthält Akten zur Ortsplanung, Verkehrsplanung, Industrieansiedlung und Emslanderschließung mit einer besonders dichten Überlieferung der Wiederaufbauzeit nach 1945.

Bestandsgeschichte 

Der Teilbestand Dezernat 108 der Regierung Osnabrück (Rep 430) umfaßt die Sachgebiete Raumordnung und Landesplanung. Er kam in den Jahren 1967 bis 1987 in das Staatsarchiv (Zugänge 11/67 II, 11/67 III, 26/73, 51/74, 2/77, 51/78, 57/87). Sein Umfang beträgt 13 Regalmeter.

Die im 19. Jh. einsetzende industrielle Revolution führte zur Notwendigkeit einer planenden Vorausschau über die Entwicklungsbedingungen und den Landbedarf von Gewerbe, Industrie, Siedlung und Verkehr. Im Königreich Hannover stand J.C.B. Stüve als Innenminister am Beginn der amtlichen Landesplanung (Hierzu und zum folgenden vgl. Brüning: Zur Geschichte des Niedersächsischen Amtes für Landesplanung). Er richtete im Jahre 1848 das "Statistische Bureau für das Königreich Hannover" ein. Es sollte die Voraussetzungen für planendes Verwalten schaffen. In Hannover brach diese Entwicklung 1866 ab.

1928 kam es durch den hannoverschen Provinziallandtag zur Gründung des beim Landesdirektorium angesiedelten "Archivs für Landeskunde und Statistik" mit den drei Arbeitsgebieten Landeskunde, Statistik und Landesplanung. Nach mancherlei Namenswandel wurde hieraus das "Niedersächsische Amt für Landesplanung und Statistik", das heute dem Niedersächsischen Landesverwaltungsamt eingegliedert ist.

Dem 1928 neugeschaffenen "Archiv" waren bald nach 1930 in einigen Regierungsbezirken eingerichtete landeskundliche Auskunftstellen zugeordnet. Aus einer solchen ging auch in Osnabrück die Bezirksstelle der Landesplanung hervor.

Diese - entsprechend ihrem Beginn 1928 - bisher freiwillige Angelegenheit der provinzialen Selbstverwaltung wurde durch das Reichsgesetz über die Regelung des Landbedarfs der öffentlichen Hand vom 29.3.1935 (RGBl. I S. 468) und Erlasse über die Reichsstelle für Raumordnung vom gleichen Jahr (vgl. Fries, Aufgabengebiete S. 38) auf staatliche Grundlagen gestellt. Vorhandene Planungsverbände

wurden der Reichsstelle untergeordnet.

In Niedersachsen wurden die staatlichen Grundlagen der Raumordnung und Landesplanung - nach einem Vorgängergesetz des Bundes - duch das Raumordnungsgesetz vom 30.3.1966 (Nds. GVBl. 1966 S. 69) neu gefaßt.

Seit 1935 mußten für alle Verwaltungsvorhaben die raumordnenden und landesplanerischen Voraussetzungen und Auswirkungen ermittelt werden. Damit verbunden entwickelte sich eine von den o.g. landeskundlichen Auskuftstellen ausgehende Organisation. Es entstand in Osnabrück eine Bezirksstelle der Landesplanung (vgl. oben). Diese wurde im Zuge des staatlichen Eindringens in diese Verwaltungstätigkeit der Regierung Osnabrück angegliedert und schließlich 1937 als Bezirksplanungsdezernat (I/18) ihrer Organisation eingefügt (Rep 430 Dez. 108 Akz. 8/66 Nr. 103).

Raumordnung und Landesplanung waren im Regierungsbezirk Osnabrück von Anfang an maßgeblich geprägt durch Richard Hugle. Seine Arbeit in der Aufbauzeit seines Amtes vor dem 2. Weltkrieg zeigte im ganzen plandende Gesamtübersichten wie z.B. die über die für den Regierungsbezirk zuständigen Behörden, Körperschaften und Organisation (vgl. Rep 430 Dez. 108, Akz. 11/67 II Nr. 99) und einen ersten Rauordnungsplan (ebd. Nr. 98).

Damals konnten im wesentlichen nur die Grundlagen für die weitere Landesplanung gelegt werden. In der Einzelplanung gedieh die Arbeit jedoch nicht weit. Sie läßt häufig das Staatsziel der Militarisierung erkennen. Als Beispiel sei der Planung der Vorratswirtschaft genannt. (20.05.05.35).

Nach 1945 war Hugle hanz besonders und maßgeblich an der Emslanderschließung beteiligt (Nachruf: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes 17, 1970, S. 11).

Der im vorliegenden Teilbestand dokumentierte Zeitraum beginnt, durch die Entstehungsgeschichte der Landesplanung bedingt, etwa mit dem Jahre 1935 und endet ungefähr fünf Jahre vor der letzten

Aktenablieferung. Besonders dicht ist die Überlieferung in der Wiederaufbauzeit bald nach 1945.

Der Sache nach gehören zu diesem Teilbestand etwa 200 Karten, die einen Teil des Zugangs 51/78 bilden. Sie wurden 1978/79 nach Gebietspertinenzen durch den Unterzeichneten in den Kartenbestand eingearbeitet. In dessen Provenienzverzeichnis (Band III) sind sie zusammengefaßt. Ein Großteil dieser Karten ist ebenfalls duch Richard Hugle entstanden. Von diesen ist hier als besonders meisterhaft und aufschlußreich "Eine raumpolitische Betrachtung" über den Regierungsbezirk Osnabrück in acht Zeichnungen 1946-1958 (K 304 Nr. 28 M) zu nennen. Es ist bezeichnend für Hugle, daß er sich hier über die Ebene der Verwaltung hinaus in die Sphäre der Politik gehoben sieht.

Für die Ordnung des vorliegenden Teilbestandes war die funktionale Gliederung des Mustergeschäftsverteilungsplanes von 1967 unbrauchbar. Diese baut übrigens fast wörtlich auf der Aufgabenstellung des Niedersächsischen Raumordnungsgesetzes (vgl. oben) auf.

Empfehlenswerter für Archiv- und Benutzerzwecke schienen empirisch verständliche Sachgruppen zu sein, zumal Raumordnung und Landesplanung zumindest im Ergebnis kaum auseinanderzuhalten sind. Auch ist in der Fachverwaltung die Klärung der Fachbegriffe nicht abgeschlossen (vgl. Meincke, Helga: Fachbegriffe).

Für die Bewertung der Akten ist auf jeden Fall zu beachten, daß in ihnen eher die Planung, auch die Zusammenfassung verschiedener Fachplanungen, als die Ausführung im einzelnen enthalten ist.

Die Titeleingabe erfolgte duch Herrn R. Menke.

Osnabrück, Mai 1987 Dr. Delbanco

Ergänzungen und Nachträge sind bis zum Jahr 2007 in der Datenbank berücksichtigt.


Literatur:

Meincke, Helga: Fachbegriffe

der Raumordnung und Landesplanung, neues Archiv für Niedersachsen 30, 1981, S. 383-403

Brüning, Kurt: Zur Geschichte des Niedersächsischen Amtes für Landesplanung und Statistik. Neues Archiv für Niedersachsen 21, 1951, S. 305-323

Fries, Fritz: Die Aufgabengebiete der Bezirksregierung und ihre rechtlichen Gundlagen. Arnsberg 1948

Fürst, Dietrich: Geschichte der Raumplanung Niedersachsen 1945-1958 aus verwaltungswissenschaftlicher Sicht. Neues Archiv für Niedersachsen 2, 1995, S. 15-34




Liste der Querverweise:

Hitlerjugend vgl. HJ
HJ vgl. Hitlerjugend
Iburg vgl. Bad Iburg
Rothenfelde vgl. Bad

Rothenfelde

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

leer

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Osnabrück

Zeit von 

1885

Zeit bis 

1974

Objekt_ID 

217408

Ebenen_ID 

10

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Regierungsbezirk Osnabrück

Zeit von 

1974

Zeit bis 

1977

Objekt_ID 

10

Ebenen_ID 

810