NLA OS Rep 560 IX

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Obere Domänenverwaltung betr. Osnabrück - Amt Lingen

Laufzeit 

1654 - 1879

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Überlieferung der hannoverschen Domänenverwaltung des 19. Jh. mit zahlreichen Vorakten über den vormaligen Domanialbesitz und die säkularisierten domkapitularischen und Klostergüter.

Geschichte des Bestandsbildners 

Seit Ernst August I. (1662-1698) war im Fürstbistum Osnabrück der Geheime Rat zugleich Kammerbehörde und verwaltete als solche das Landesherrliche Tafelgut. Die während der Alternation von einzelnen welfischen Fürstbischöfen erworbenen und dem Kurhaus vererbten Allodialgüter unterstanden dem Oberaufseheramt. Nachdem Domänen, Allodial- und Klostergut während der französischen Zeit durch Verkäufe und Schenkungen erheblich zersplittert worden waren, wurde es 1813 eine der Aufgaben der Provisorischen Regierungskommission für das Fürstentum Osnabrück, auch hier die alten Rechtsverhältnisse wiederherzustellen. Ab 1816 übernahm zunächst die neue Provinzialregierung die in ihrem Geschäftsbereich anfallenden Kameralangelegenheiten. Die nicht zu den Domänen geschlagenen geistlichen Güter und Fonds gingen über provisorische Zwischenbehörden 1824 an die Klosterkammer oder an die Landdrostei. Die Allodialgüter des Hauses Braunschweig-Lüneburg, die alten Osnabrücker Domänen und der zu ihnen geschlagene säkularisierte geistliche Besitz gingen 1818 an die hannoversche Kammer, aus der im Zuge der Verwaltungsneuordnung 1823 die Domänenkammer wurde.

Unter der Domänenkammer stand neben der speziellen Güterverwaltung, die weiterhin von den Ämtern durch Amtsrentmeister ausgeübt wurde, auch die domaniale Forstverwaltung, die Jagd und die staatliche Bauverwaltung. Vom 01. Juli 1858 an wurde die Domänenkammer aufgehoben. Vorher war ein Komplex von Domänengütern ausgeschieden und dem Ministerium des Kgl. Hauses zur Verwaltung für Rechnung der Kronkasse überwiesen worden. Für die nicht ausgeschiedenen Domänen und Forsten wurde eine besondere Abteilung des Finanzministeriums eingerichtet, die als zweite Abteilung der Finanzdirektion Hannover bis 1885 bestand. Im Jahre 1885 ging die oberste und die provinziale Verwaltung der Domänen auf das Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten und an die Bezirksregierungen über.

Bestandsgeschichte 

Der Bestand enthält die den Landdrosteibezirk Osnabrück betreffenden Registraturteile der hannoverschen Kammer und ihrer Nachfolgebehörden: der Domänenkammer, des Finanzministeriums und der Finanzdirektion in Hannover. Die Übernahme in das Staatsarchiv Osnabrück erfolgte zwischen 1872 und 1898 in mehreren Abgaben der Finanzdirektion Hannover und der Regierung in Osnabrück.

Enthält 

Thematisch hat der Teilbestand die Einnahmen aus Zehnten, Pachten und Gefällen und aus Entschädigungen von Markenteilungsverfahren als Schwerpunkt. Dabei ist hauptsächlich der Zeitraum zwischen 1819 bis 1870 betroffen. Daneben spielen Höfesachen sowie der Bau und die Unterhaltung der Ems- und Hasebrücken eine nennenswerte Rolle. Kommissions- und Handakten zu verschiedenen Rechtsstreitigkeiten treten ebenfalls gehäuft auf. Der Teilbestand enthält darüber hinaus Akten aus der Zeit der preußischen und geringfügig aus der Zeit der oranischen Administration.
Vor allem im Zeitraum kurz nach der Einrichtung der hannoverschen Ämter, ab 1819, besteht eine enge Verknüpfung zum Amt Freren. In der Anfangszeit befand sich die Verwaltung des Amtes Freren ebenfalls in Lingen, weshalb auch Überlegungen stattfanden das Gebiet der Niedergrafschaft Lingen mit nur einem Amt auszustatten (Nr. 14). Diese Ansicht wurde vor allem durch den Landrosten zu Fürstenau, Maximilian Friedrich von Boeselager, vertreten, konnte sich aber letztlich nicht durchsetzen.

Literatur 

- Meier, Ernst von: Hannoversche Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte 1680-1866, Leibzig 1898-1899. - Rönne, Ludwig von: Das Domainen-, Forst- und Jagdwesen des Preußischen Staates, Berlin 1854. - Bär, Max: Abriß einer Verwaltungsgeschichte des Regierungsbezirks Osnabrück, Hannover 1901. - Sommer, Leo: Die Niedergrafschaft Lingen unter dem Königreich Hannover, Dortmund 1970.

Siehe

Korrespondierende Archivalien 

- NLA OS: Rep 561 (Obere Domänenverwaltung betr. Osnabrück - Ablösungen); Rep 130 (Grafschaft Lingen - Spanische und oranische Verwaltung); Rep 131 (Niedergrafschaft Lingen - Preußische Verwaltung); Rep 350 (Amt Lingen bis 1885); Rep 335 (Rechnungsbücher und Register)
- NLA Hannover: Registraturen der Kammer beziehungsweise Domänenkammer in den Beständen Hann. 76a-c und Hann. 88.

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M. 

462 Akten