NLA OS Rep 360

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Vogteien der Landdrostei Osnabrück

Laufzeit 

1671-1901

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Die Vogteien waren in der Landdrostei Osnabrück als unterste Verwaltungsebene die den Ämtern nachgeordneten Behörden und vorwiegend für die Durchsetzung öffentlicher Sicherheit und Ordnung zuständig.

Geschichte des Bestandsbildners 

Nach der französischen Zeit wurde in Osnabrück und Bentheim 1813 die Vogteiverwaltung wiederhergestellt und in Lingen, Meppen und Emsbüren 1819/20 neu eingeführt. Jedoch sind die Vogteien des 19. Jahrhunderts nicht mit denjenigen der Frühen Neuzeit gleichzusetzen, deren räumliche Zuständigkeit sich in der Regel auf das Gebiet eines Kirchspiels erstreckte und die sachlich als Unterbeamte der Amtmänner für das Policey- und Schatzwesen zuständig waren.

Die Vogteien waren in der Landdrostei Osnabrück als unterste Verwaltungsebene die den Ämtern nachgeordneten Behörden. Die Aufgaben und Befugnisse der Vögte in der Landdrostei regelte die Amtsordnung vom 18. April 1823. Demnach waren sie verantwortlich für die Ordnungs-, Sicherheits-, Feuer-, Wege-, Bau-, Armen-, Gesundheits- und Gewerbepolizei, hatten die Aufsicht über das Steuerwesen, das Rechnungswesen der Gemeinden, die Aufsicht über das Domanial-, Kirchen- und Schulwesen, die Angelegenheiten der Juden, das Militärwesen (Führung der Listen der Wehrpflichtigen, Einquartierungen) sowie die freiwillige Gerichtsbarkeit und Brüchtengerichte. 1829 existierten im Landdrosteibezirk 45 Vogteien.

1852 wurde die Ämtereinteilung reformiert, die Vogteien wurden reduziert und bestanden fortan nur noch hilfsweise; die Vögte wurden den Amtsgehilfen gleichgestellt. Nachdem die Reform der Ämter 1859 rückgängig gemacht worden war, erhielten auch die Vogteien ihre Aufgaben zurück, ihre Anzahl wurden jedoch sukzessive bis auf acht Vogteien im Jahr 1882 verringert. Mit Inkrafttreten des Landesverwaltungsgesetzes 1885 fielen die Vogteien endgültig weg.

Bestandsgeschichte 

Die Vogteien führten zwar eigene Registraturen, diese gelangten aber nicht in ihrem ursprünglichen Entstehungszusammenhang in das Staatsarchiv Osnabrück. Vielmehr wurde das vogteiliche Schriftgut nach Abschaffung der Vogteien zunächst den Amtsregistraturen eingegliedert und nach 1885 über die Landratsämter in das Staatsarchiv abgegeben. Hier wurden die Vogteiakten wieder weitestgehend ausgesondert und eigene Bestände gebildet. Dies erfolgte jedoch nicht für alle Vogteien, die zwischen 1819 und 1883 existierten, sondern der heutige Bestand umfasst lediglich Akten aus 28 Vogteien. Darüber hinaus handelt es sich in einigen Fällen um sehr wenige Akteneinheiten, was ebenfalls auf die archivische Bestandsbildung zurückgeht. Diese Umstände bedeuten, dass auch in den Beständen der Ämter (Rep 350) Vogteiakten zu erwarten sind.

Enthält 

Im Bestand finden sich über die Kernzeit 1813 bis 1883 hinaus auch Akten der älteren Vogteien (vor 1803), der Vorgängerbehörden in der französischen Zeit und der Übergangsbehörden von 1815 bis 1823.

Literatur 

- Max Bär: Abriß einer Verwaltungsgeschichte des Regierungsbezirks Osnabrück, Hannover/Leipzig 1901. - Walther Hubatsch (Hrsg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Reihe A: Preußen, Bd. 10: Hannover, S. 304-331 und 790-851. - Karl H. Neufeld: Vögte - Bürgermeister - Samtvorsteher. Zur Verwaltung in den letzten 200 Jahren, in: Heimat-Jahrbuch 2006 Osnabrücker Land, S. 233-236.

Siehe

Korrespondierende Archivalien 

NLA OS: Rep 350 (Ämter bis 1885). - Dep 23 (Nachlass Nieberg) zu Vogteien Ankum u. Fürstenau. - Erw A 7 (Familie Klußmann) zur Vogtei Bramsche.

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M. 

1722 Akten