NLA OS Rep 200

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Oberbehörden zu Hannover betr. das Fürstentum Osnabrück

Laufzeit

1802-1808

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Registratursplitter der hannoverschen, französischen und preußischen Dienststellen, die von 1803 (der ersten französischen Besetzung des Landes) bis zur Einrichtung der westphälischen Verwaltung im März 1808 in Hannover die obere Verwaltung ausübten.

Geschichte des Bestandsbildners

Im Herbst 1802 sprach die in Regensburg tagende Reichsdeputation das Fürstbistum Osnabrück dem Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg ("Kur-Hannover") zu. Der letzte Bischof, Herzog Friedrich von York, stimmte am 10. November 1802 dem Anschluß zu, den Georg III. bereits am 4. November erklärt hatte. Die endgültige Annahme des Reichsdeputationshauptschlusses vom 25. Februar 1803 und die nachfolgende Ratifikation durch Kaiser und Reich besiegelten das Ende der Eigenständigkeit des Hochstifts, das unter den evangelischen Bischöfen aus dem Hause Braunschweig-Lüneburg schon seit längerer Zeit "praktisch in die hannoversche bzw. englisch-hannoversche Politik eingegliedert" war. Der bischöfliche Geheime Rat, die Osnabrücker Zentralbehörde, wurde dem Staats- und Kabinettsministerium zu Hannover unterstellt, das säkularisierte Fürstentum wurde Bestandteil Kurhannovers. Diese Vereinigung blieb auch während der ersten französischen Besetzung (Juni 1803 - Oktober 1805) und der preußischen Herrschaft (Februar - Oktober 1806) gewahrt. Erst seit der zweiten französischen Besitznahme im Oktober 1806 war das Hochstift von Hannover abgeschnitten und eine geregelte Verbindung mit den dortigen Behörden nahezu ausgeschlossen. Nach der Befreiung übernahmen am 9. November 1813 die verbliebenen Minister durch die Provisorische Regierungskommission wieder die Regierung über das Fürstentum Osnabrück.

Bestandsgeschichte

Der Bestand umfaßt Registratursplitter der hannoverschen, französischen und preußischen Dienststellen, die von 1803, von der ersten französischen Besetzung des Landes im Juni dieses Jahres bis zur Einrichtung der westphälischen Verwaltung im März 1808 in Hannover die obere Verwaltung ausübten. Es handelt sich vor allem um Schriftgut des hannoverschen Staats- und Kabinettsministeriums, insbesondere seines Osnabrücker Departements, des Landesdeputationskollegiums als Repräsentant der Landschaften gegenüber der französischen und der preußischen Besatzungsmacht, der während der ersten französischen Besetzung (1803-1805) eingesetzten Hilfsbehörden wie Exekutivkommission, Generalkriegskommissariat und Generalmagazindirektion sowie der von Preußen (1806) eingerichteten Administrations- und Organisationskommission.
Der Bestand enthält die bei der Neuverzeichnung der hannoverschen Ministerialbestände herausgezogenen Akten (Rep 300 II, III, Rep 920 b, a, f -alt), die durch Abgaben verschiedener Behörden zu Hannover und Osnabrück gegen Ende des 19. Jahrhunderts ins hiesige Archiv gelangt sind. Ferner wurden die Bestände "Kurhannöversche Akten aus der Französischen und Westfälischen Zeit 1803 - 1813" (Rep 200 = Rep 111 IV -alt-) und "Preußische Verwaltung 1806 - Kgl. Administrations- und Organisations-Kommission der Kgl. Preußisch Hannoverschen Provinzen zu Hannover" (Rep 210 = Rep 112 B -alt-) aufgelöst und hier eingearbeitet. Vermutlich sind diese Akten ebenfalls um die Jahrhundertwende abgegeben worden.

Literatur

- M. Bär, Abriß einer Verwaltungsgeschichte des Regierungsbezirks Osnabrück, Hannover und Leipzig 1901, S. 72 ff. - E. v. Meier, Hannoversche Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte 1680-1866, Bd. 2, Leipzig 1899. - F. Thimme, Die inneren Zustände des Kurfürstentums Hannover unter der französisch-westfälischen Herrschaft 1806-1813, Bd. 1, Hannover und Leipzig 1893.

Siehe

Korrespondierende Archivalien

NLA OS: Rep 110 II (Welfisches Landesarchiv betr. Osnabrück).
NLA Hannover: - Hann. 49 (Die französische Okkupation 1803-1805). - Hann. 50 (Die preußische Okkupation 1805-1806). - Hann. 51 (Französische Besitznahme 1806-1810).

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M.

134 Akten