NLA OL Dep 111

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Handelsverein zu Brake

Laufzeit 

1862-1968

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Der Braker Handelsverein wurde 1862 gegründet und existierte bis 1938.

Bestandsgeschichte 

Dep 111 Handelsverein zu Brake
Zeit: 1862-1937 (1969)
Umfang: 0,3 lfd. m; 60 Verzeichnungseinheiten
Erschließung: Archivdatenbank/Internet
Lagerungsbestand: Best. 278-3

Am 30. September 1862 wurde der Handelsverein in Brake gegründet; 43 ortsansässige Kaufleute waren die ersten Mitglieder. Die Gründung geht wohl auf den 1840 in Oldenburg gegründeten Gewerbe- und Handelsverein zurück, dem auch viele Braker Kaufleute angehörten. Der Oldenburger Gewerbe- und Handelsverein gilt als ein Vorläufer der 1900 gegründeten Industrie- und Handelskammer für das Land Oldenburg. Natürlich hatte die Neuerbauung des Braker Hafens von 1859-1861 auch hier eine Rolle gespielt. Unmittelbarer Anlass für den Braker Verein war die Gründung des Deutschen Handelstages am 13. Mai 1861 in Heidelberg, dessen Statut private Vereinsgründungen dort, wo es keine örtliche Handelskammer gab, befürwortete. Es versteht sich, dass der Braker Handelsverein dem Deutschen Handelstag als Mitglied beitrat. Erst 1918 wurden die privaten Handelsvereine aus dem Deutschen Handelstag ausgeschlossen.
An der Spitze des Vereins stand anfangs H. G. Müller aus Braksiel, der 1869 Bürgermeister in Brake wurde. Ihm folgten in der Vereinsführung der Amtsrichter Lauw und dann der Amtmann Strackerjan; nach dessen Tode übernahm der Schiffsbaumeister Karl Groß den Vorsitz, den er 32 Jahre lang bis zu seinem Tode 1905 inne hatte. Der Handelsverein in der Seehafenstadt Brake trat 1870 dem Deutschen Nautischen Verein bei, um positiven Einfluss auch im Bereich der Seefahrt und des Seehandels nehmen zu können. Der Verein unternahm alles, um Wirtschaft und Handel an der oldenburgischen Unterweser und vor allem die Häfen zu fördern (u.a. Eisenbahnlinie Hude-Brake-Blexen, Weserkorrektion, telegraphische Erschließung der Unterweserhäfen). Der Braker Handelsverein führte auch sorgfältig Statistik über die Ein- und Ausfuhr im

See- und im Flussschiffverkehr, betrieb die Einrichtung der Fähre Brake-Sandstedt (1896) und unterstützte die Einrichtung eines Amtsverbandskrankenhauses. 1921 unterstützte der damals 62 Mitglieder zählende Braker Handelsverein die Wiederaufnahme der Kanalbauarbeiten am Hunte-Ems-Kanal und dessen Ausbau für größere Binnenschiffe.
Im Zuge der nationalsozialistischen Herrschaft fand der Braker Handelsverein 1938 sein Ende. Durch das Reichsgesetz zur Einführung des Industrie- und
Handelskammerrechts (Reichsgesetzblatt 1937, I, S. 334 vom 22. März 1937)
wurden die privaten Handelsvereine in ihrer Teilnahme am handelspolitischen Leben nicht mehr benötigt und ein Mitspracherecht abgelehnt. In der NS-Zeit und der dirigistischen und später auch noch kriegsbedingten Wirtschaft gab es kein Betätigungsfeld für den Braker Handelsverein. Während sich der Handelsverein in Oldenburg nach dem Zweiten Weltkrieg zum Jahresbeginn 1946 wieder neu gründete, kam es in Brake nicht mehr zu einer Wiederbelebung des Handelsvereins.

Inhalt:
Protokolle 1862-1937 (22); Tätigkeitsberichte 1883-1937 (26); Statuten, Satzungen und Jubiläumsschriften 1869-1932 (6); allgemeiner Schriftwechsel und sonstiges Schriftgut 1888-1969 (6).

Literatur:
Jahresberichte des Handelsvereins zu Brake an der Weser 1885-1894, Brake 1989-1894; Oldenburg um 1900. Beiträge zur wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Situation des Herzogtums Oldenburg im Übergang zum industriellen Zeitalter, hg. von der Handwerkskammer, der Landwirtschaftskammer Weser-Ems und der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, Oldenburg 1975; Albrecht Eckhardt (Hg.), Brake. Geschichte der Seehafenstadt an der Unterweser, Oldenburg 1981; 150 Jahre Gewerbe- und Handelsverein von 1840 e.V. Oldenburg, bearb. von Hermann Klostermann, Oldenburg 1990; Heinz Müller, Braker Geschichten. Ereignisse, Bilder, Lebensumstände und Stimmungen

aus der Geschichte der Stadt Brake, Nordenham-Blexen 1994; Oldenburg um 1950, eine nordwestdeutsche Region im ersten Nachkriegsjahrzehnt, hg. von Albrecht Eckhardt, Oldenburg 2000.

Verwandte Bestände:
Best. 76-4 (Amt Brake); Best. 136 (Oldenburgisches Innenministerium); Best. 230-6 (Verwaltungsamt Brake); Best. 231-4 (Landratsamt Brake); Dep 32 (Industrie- und Handelskammer Oldenburg); Erw 153 (Gewerbe- und Handelsverein

Oldenburg).

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Brake (Unterweser), Stadt [Wohnplatz]

Zeit von 

1

Zeit bis 

1

Objekt_ID 

15168

Ebenen_ID 

1