NLA OL Erw 156

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Bund der Vertriebenen - Kreisverband Oldenburg-Stadt

Laufzeit 

1948-1999

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Der Bund der Vertriebenen (BdV), Kreisverband Oldenburg-Stadt e.V. repräsentiert als Vereinsverband die zahlreichen, in Oldenburg heimisch gewordenen vertriebenen Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten des Reichs. Durch die Vertriebenen wurde Oldenburg nach 1945 eine Großstadt, entsprechend groß ist ihre Bedeutung für die Stadt- und Regionalgeschichte der Nachkriegszeit.

Bestandsgeschichte 

Erw 156 Bund der Vertriebenen - Kreisverband Oldenburg-Stadt
Zeit: 1948-1999
Umfang: 3,8 lfd. m; 134 Verzeichnungseinheiten
Erschließung: Archivdatenbank/Internet

Der Bundesverband der Vertriebenen ist der anerkannte Zusammenschluss der rund 15 Millionen Deutschen, die aufgrund des Zweiten Weltkriegs und der politischen Veränderungen im Europa der Nachkriegszeit durch Flucht, Vertreibung und Aussiedlung in der Bundesrepublik Deutschland Aufnahme fanden. Er ist ein Vereinsverband. Der Oldenburger Kreisverband gehört zum Landesverband Niedersachsen mit Sitz in Hannover.
Die Anfänge der Flüchtlings- und Vertriebenenorganisationen gehen in Oldenburg auf das Jahr 1945 zurück, als im August ein "Bund der deutschen Heimatlosen" gegründet wurde. Die 1946 entstandene "Notgemeinschaft der Heimatlosen Sitz Oldenburg" wurde aufgrund des Koalitionsverbots von der Besatzungsmacht wieder aufgehoben, erst 1948 konnte sich der "Verband der Ostvertriebenen und Flüchtlinge in Oldenburg" gründen, der sich 1955 "Bund der vertriebenen Deutschen (BVD) Kreisverband Oldenburg e.V." nannte. Im Gegensatz zur bundesweiten Entwicklung kam es zu keiner Spaltung der Bewegung in Oldenburg. Der Oldenburger Verein schloss sich dem 1949 gegründeten "Zentralverband der vertriebenen Deutschen" an, aus dem 1954 der "Bund der vertriebenen Deutschen", 1957 durch Fusion mit dem "Verband der Landsmannschaften" der "Bund der Vertriebenen" (BdV) wurde. Oldenburg war durch seine geringen Kriegszerstörungen für die Unterbringung der Flüchtlinge und Vertriebenen besonders geeignet und wuchs durch deren Zuzug zur Großstadt heran. Ein Jahr nach dem Kriegsende war die Bevölkerung Oldenburgs gegenüber 1939 um 43,6% gewachsen. 1954 hatte der Oldenburger Verband der Flüchtlinge und Vertriebenen 5.000 Mitglieder. Die meisten Vertriebenen kamen aus Schlesien (über 50 %), die Schlesische Landsmannschaft war 1953

mit 2.600 Mitgliedern entsprechend die größte in Oldenburg vor der Ostpreußens und Pommerns. Der Schwerpunkt der Aufgaben des Verbandes wandelte sich von der Interessenvertretung und Hilfestellung für die Flüchtlinge und Vertriebenen sowie für die Spätaussiedler in ihrer neuen Heimat zur Pflege der Kultur und Traditionen der alten Heimat. Die Archivalien, Akten und eine Mitgliederkartei, wurden 2006 dem Staatsarchiv übergeben.

Inhalt:
Geschäftsstelle 1949-1993 (28); Vorstand 1949-1997 (14); Versammlungen 1950-1997 (14); Mitglieder 1949-1997 (4); Betreuung von Flüchtlingen und Spätaussiedlern 1970-1993 (7); Übergeordnete Verbände 1970-1989 (10); Landsmannschaften und andere Flüchtlingsorganisationen 1948-1985 (34); Veranstaltungen 1961-1988 (19); Vertriebenendenkmal 1967-2009 (5); Besondere Tätigkeiten (u.a. Ostdeutsche Heimatstube) 1970-1999 (3); Fotos, Presseberichte 1970-1982 (3).

Literatur:
Lioba Meyer (Hg.), Zuhause war anderswo. Flüchtlinge und Vertriebene in Oldenburg (herausgegeben aus Anlass der Ausstellung im Stadtmuseum Oldenburg vom 21. März bis 11. Mai 1997), Oldenburg 1997; Andreas von Seggern, Großstadt wider Willen. Zur Geschichte der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen in der Stadt Oldenburg nach 1944, Münster 1997; Horst Milde, Oldenburg und Schlesien - alte und neue Heimat von 1945 bis zur Gegenwart, Sonderdruck Oldenburg 2001; Bernhard Parisius, Viele suchten sich ihre neue Heimat selbst. Flüchtlinge und Vertriebene im westlichen Niedersachsen, Aurich 2004; Hans-Ulrich Minke/Stefan Wenskat, Zuhause sind wir jetzt im Oldenburger Land. Auswertung der Umfrage zur Situation der Heimatvertriebenen 60 Jahre nach der Vertreibung, Oldenburg 2005; Hans-Ulrich Minke/Joachim Kuropka/Horst Milde (Hg.), "Fern vom Paradies - aber voller Hoffnung". Vertriebene werden neue Bürger im Oldenburger Land, Oldenburg 2009.

Verwandte Bestände:
Rep 400 (Verwaltungsbezirk Oldenburg); Rep 410 (Bezirksregierung Weser-Ems); Dep 10 (Stadt Oldenburg); Dep 20 (Landkreise); Dep 25 (Stadtarchive); Dep 26 (Gemeindearchive).

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Stadt Oldenburg

Zeit von 

1933

Zeit bis 

2000

Objekt_ID 

217728

Ebenen_ID 

20

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Oldenburg (Oldenburg), Stadt [Wohnplatz]

Zeit von 

1

Zeit bis 

1

Objekt_ID 

10452

Ebenen_ID 

1