NLA AU Dep. 123

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Leegemoor-Gesellschaft

Laufzeit 

1700-1950

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Die Leegemoorgesellschaft in Norden wurde 1632 gegründet und gilt als ältester landwirtschaftlicher Verband Ostfrieslands. Überliefert wurden vor allem Rechnungsbücher.

Bestandsgeschichte 

2004 übergab der Rechtsanwalt Rudolf Rulffes aus Norden, einer der "Vierten" der Leegemoors-Gesellschaft, Unterlagen dieser Institution an das Staatsarchiv in Aurich.

Die Gründung erfolgte im 30-jährigen Krieg. Graf Ulrich II. von Ostfriesland vererbpachtete am 12.10.1632 den Norder Bürgern eine Fläche von 95 Grasen auf dem Leegemoor vor Norden, jedoch lässt sich der Ursprung der einstigen Gemeindeweide in Leegemoor bis ins 16. Jahrhundert zurück verfolgen. Damals gab es schon die alte "Ordonnanz der Leegemoorgebräucher" sowie eine Überschreibung von Ländereien.

An der Spitze der Gesellschaft stand ursprünglich ein Kollegium von vier Männern, deren Zahl sich aber ab Mitte des 17. Jahrhunderts auf zwei, dem Ältesten und Jüngsten Vierten, reduzierte. Neben den "Vierten", denen zu Anfang der Verwaltung oblag, sind in den Statuten die Organe "Technischen Deputation", "Revisionskommission" und "Generalversammlung" genannt, die alljährlich an Lichtmeß (2. Februar) stattfindet.

Die Leegemoors-Interessenten werden in einem Lagerbuch festgehalten. Dafür ist der "Älteste Vierte" verantwortlich. Er besorgt die Umschreibung der Weiden auf die neuen Besitzer. Darunter waren bekannte Norder Namen wie der Sohn des Begründers der Firma Doornkaat in Norden, Fiepko Jan ten Doornkaat Koolmann, Sanitätsrat Gustav Steinbömer, Buchdruckereibesitzer Heinrich Soltau sowie der Apotheker Plagge aus Aurich.

Der Charakter der Gesellschaft hat sich in der heutigen Zeit dahingehend geändert, dass sich aus einer ländlichen Organisation eine Kapitalgesellschaft wurde. Die Stadt Norden nahm von der Gesellschaft immer mehr Flächen in Erbpacht, sodass aus dem als Weideland genutzten Gebiet mit der Zeit der heutige Gewerbe- und Dienstleistungspark Leegemoor entstanden ist.
Aber trotz dieser Veränderung ist die Leegemoors-Gesellschaft neben der "Theelacht" und der zweiten Weidegemeinschaft

"Altenbügerlande" eine Einrichtung, welche auch heute noch zu den Traditionsgesellschaften in der Stadt Norden zählen.

Ergänzend sind die Bestände des ostfriesischen Hofgerichts (Rep. 102), des Amtsgerichts Norden (Rep. 127) und des Reichskammergerichts (Rep. 101) heranzuziehen.

Aurich, Januar 2011 Freerk-Ludwig Steinbömer

Literatur:
- Schreiber, Grete: Ein Kapitel Norder Stadtgeschichte. Leegemoorgesellschaft und Altenbürgerlande; in Heim und Herd 2008, Nr. 2-6 (5 Teile)
- Cremer, Ufke: Ein Verzeichnis der Leegmoorsinteressenten um 1700; in Ostfriesenwart. Mitteilungen des Bundes ostfriesischer Heimatvereine
- Cremer, Ufke: Up Leegmoors Wohlfahrt : 375 Jahre Leegemoorgesellschaft zu Norden ; Eine Festschrift zum 12. Oktober 2007 / von 1632 bis 1932 aufgeschr. v. Ufke Cremer; von 1932 bis 1982 aufgeschr. v. Eberhard Rack; Von 1982 bis 2007 aufgeschrieben von Johann Haddinga; Norden: Soltau, 2007 - 52 S.
- Haddinga, Johann: Up Leegmoors Wohlfahrt!; in: Ostfriesland Magazin 2007, Nr. 10, S.

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Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet