NLA OL Rep 686

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Oldenburgische Hafenanstalten

Laufzeit

1847-2001

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Der Bestand umfasst die Überlieferung der kleinen oldenburgischen Sielhäfen, die im 19. Jahrhundert als staatlich-gewerblichen Einrichtungen geführt und nach 1970 verkauft wurden.

Bestandsgeschichte

Rep 686 Oldenburgische Hafenanstalten
Zeit: 1829-2001
Umfang: 12,6 lfd. m; 415 Verzeichnungseinheiten (Stand Februar 2013)
Erschließung: Archivdatenbank
Lagerungsbestand: Best. 240-14 bis Best. 240-23

Schon vor dem zunächst sehr zögerlichen Hafenbau in Brake gab es entlang der Weser immer wieder kleine Anlegestellen, die für die Kahnschifffahrt wichtig waren. Von einem Hafenbetrieb dieser Anlegestellen kann aber kaum gesprochen werden, vielmehr waren die Strandvögte der so genannten Wasservogteien die Ansprechpartner der Vogteiverwaltungen an Weser, Nordsee und Jade in dieser Frühphase der gewerblichen Seefahrt. Die Weserschifffahrt insgesamt stand seit dem Mittelalter unter dem Einfluss der mächtigen Hansestadt Bremen. Gleichwohl war der Ort Elsfleth nach der Einrichtung des oldenburgischen Weserzolls im 17. Jahrhundert mit der Zollfregatte und der Zollbehörde von Bedeutung, denn der Weserarm, der sich nach dem Untergang des Dorfes Mansfleth im 15. Jahrhundert durch Sturmfluten gebildet hatte, gab Elsfleth am ehesten die Möglichkeit, einen gewissen Kahnschifferbetrieb auf der Weser zu betreiben. Während der Hafen in Brake noch im Entstehen war, verfügte Elsfleth in der Mitte des 19. Jahrhunderts über rund 20 Reedereien, die rund 100 Schiffe umfassten. Damit war Elsfleth zu jener Zeit der führende Weserhafen des Herzogtums Oldenburg, dessen Bedeutung durch die Ansiedlung der Navigationsschule ab 1831/32 und der Heringsfischerei rasch zunahm.
Doch auch andere Orte entwickelten sich bald zu Hafenstädten, so zunächst Brake, welches später auch Auswandererhafen wurde, und dann ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch Großensiel und vor allem Nordenham, dessen Stadt- und Hafengründung mit dem Wirken des Kaufmanns Wilhelm Müller, der durch Viehexporte nach England sehr erfolgreich war, in enger Beziehung stand. Ihm gelang es auch, den Norddeutschen Lloyd nach Nordenham

zu locken, was zu einem weiteren Hafenausbau führte. Daneben siedelte sich in der Nähe der Häfen rasch auch Industrie an, die die Weserhäfen nutzen konnte. Andere Hafenstellen blieben ohne weitere Bedeutung, hatten eher nur einen Löschplatz mit einigen Dalben zum Festmachen der Schiffe.
Um das fiskalische Interesse des Oldenburger Staates besser zu berücksichtigen und auch Schifffahrtsinteressen wahren zu können, wurden in allen kleinen und überwiegend noch im Entstehen begriffenen Häfen bzw. kleinen Anlegestellen ab 1814 Hafenanstalten mit einem Hafenmeister eingerichtet, die innerhalb der Organisation der Amtsverwaltungen tätig wurden. Mit dem Regulativ von 1852 über die Hafenanstalten Brake, Elsfleth, Großensiel, Fedderwardersiel, Hooksiel und Ellenserdammersiel war die Tätigkeit und die Entlohnung des Hafenmeisters auf eine verwaltungsrechtliche Basis gestellt, ihre Abhängigkeit von der Amtsverwaltung blieb jedoch bestehen (Rep 685 BRA, Best. 240-12 Nr. 151). In der gleichen Situation verharrte der jeweilige, die seemännische An- und Abmusterung überwachende Wasserschout, der bei den kleinen Häfen oft noch andere Funktionen hatte. Mit den Bekanntmachungen des Staatsministeriums über die Nutzung der oldenburgischen Häfen und einer entsprechenden Gebührenordnung 1874 (Oldenburgische Gesetzessammlung, Bd. 23 (1874): Brake, S. 255 ff., 313 ff.; Großensiel, S. 271; Fedderwardersiel, S. 277 ff.; Varel, S. 285 ff.; Ellenserdammersiel, S. 295 ff.; Hooksiel, S. 303 ff.; Bardenfleth, S. 313 ff.; Dedesdorf, S. 317 ff.; Horumersiel, S. 321; Mariensiel, S. 329; Burhaversiel, S. 337 ff.; Elsfleth, S. 343 ff.) wurden die Häfen zu Hafenanstalten, die im Sinne eines staatlich-gewerblichen Betriebes geführt wurden. Die kleinen (Siel-)Häfen wurden zwischen ca. 1974 und 1984 als staatliche Ämter geschlossen: Varel wurde 1977 aufgegeben und ging an die Interessengemeinschaft

Vareler Hafen über, die im Wesentlichen den Freizeitwert im Blick hat. Der Hafen Ochtum wurde 1974/75 verpachtet, Strohausersiel 1974/75 und Dedesdorf 1983 geschlossen. Selbst die Hafenverwaltung in Nordenham wurde im Jahre 2000 geschlossen und deren Aufgaben von Brake übernommen. Das Hafenamt Brake selbst wurde zum 1.1.2002 zu einer Nebenstelle des Hafenamts Wilhelmshaven herabgestuft. Zum 1.1.2005 wurden alle niedersächsischen Hafenämter privatisiert und wegen der Haftung in die Niedersächsische Hafengesellschaft mbH umgewandelt, gleichzeitig aber der Niedersachsen Ports GmbH & Co. Kg zugelegt.

Inhalt
Hafenanstalt Hooksiel 1829-1974 (42); Hafenanstalt Varel 1851-1977 (58); Hafenkasse Varel 1859-1956 (20); Hafenanstalt Fedderwardersiel 1852-1954 (31); Hafenanstalt Nordenham, Dienststellenverwaltung/Hafenmeisterei 1852-1975 (13); An- und Abmusterungen sowie Seefahrtbücher Nordenham 1897-2001 (94); Hafenverwaltung Nordenham 1882-1969 (36); Hafenanstalt Großensiel 1867-1985 (25); Hafenanstalt Dedesdorf 1862-1971 (11); Hafenanstalt Strohausersiel 1877-1974 (15); Hafenanstalt Elsfleth, allgemeine Hafensachen 1858-1985 (18); Elsflether Hafenkasse 1889-1949 (30); Hafenanstalt Ochtum 1847-1979 (22).

Literatur:
Hans Schauberger, Schiffahrts- und Ausbauprobleme der Unterweser, der unteren Hunte und des Küstenkanals, in: Oldenburger Jahrbuch 65 (1970), S. 105-123; Stefan Hartmann, Studien zur oldenburgischen Seeschiffahrt in der Mitte des 19. Jahrhunderts, in: Hansische Geschichtsblätter 94 (1976), S. 38-80; Albecht Eckhardt (u.a.), Brake. Geschichte der Seehafenstadt an der Unterweser, Oldenburg 1981; Klaus Lampe, Wirtschaft und Verkehr im Landesteil Oldenburg von 1800 bis 1945, in: Albrecht Eckhardt/Heinrich Schmidt (Hg.), Geschichte des Landes Oldenburg, 4. Aufl. Oldenburg 1993, S. 709 ff.; Wolfgang Günther/Hermann Haiduck (u.a.), Nordenham. Die Geschichte einer

Stadt, Oldenburg 1993; Wilhelm Janssen/Willy Hinck, Der Vareler Hafen. Entstehungsgeschichte des Hafens mit Berichten und Bildern, Oldenburg 1993; Wilhelm Niggemann, Fedderwardersiel, Nordenham 1998.
Verwandte Bestände:
Best. 70 (Regierung Oldenburg); Best. 76-4 (Amt Brake); Best. 136 (Oldenburgisches Innenministerium); Best. 137 (Oldenburgisches Finanzministerium); Best. 193 (Wasserschout Brake); Best. 230-6 (Verwaltungsamt Brake); Best. 231-4 (Landratsamt Wesermarsch); Rep 400 (Verwaltungsbezirk Oldenburg); Rep 410 (Bezirksregierung Weser-Ems); Rep 685 BRA (Hafenamt Brake); Rep 685 WHV (Hafenamt Wilhelmshaven); Rep 950 BRA (Amtsgericht Brake).

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung

Hooksiel [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

12797

Ebenen_ID

1

Georeferenzierung

Bezeichnung

Varel, Stadt [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

13074

Ebenen_ID

1

Georeferenzierung

Bezeichnung

Stadt Varel

Zeit von

1857

Zeit bis

1933

Objekt_ID

1

Ebenen_ID

5120

Georeferenzierung

Bezeichnung

Fedderwardersiel [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

15232

Ebenen_ID

1

Georeferenzierung

Bezeichnung

Brake (Unterweser), Stadt [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

15168

Ebenen_ID

1

Georeferenzierung

Bezeichnung

Nordenham [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

15520

Ebenen_ID

1

Georeferenzierung

Bezeichnung

Großensiel [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

15489

Ebenen_ID

1

Georeferenzierung

Bezeichnung

Dedesdorf [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

6322

Ebenen_ID

1

Georeferenzierung

Bezeichnung

Strohausersiel [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

15666

Ebenen_ID

1

Georeferenzierung

Bezeichnung

Elsfleth [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

15376

Ebenen_ID

1

Georeferenzierung

Bezeichnung

Ochtum [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

15451

Ebenen_ID

1