NLA OL Rep 675 BRA-OL

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Landesbetrieb Wasserwirtschaft/Küsten- und Naturschutz Brake-OL

Laufzeit 

1880-1990

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Das Wasserwirtschaftsamt Brake, heute Landesbetrieb für Küstenschutz und Wasserwirtschaft, ist zuständig für die Deich- und Schutzbauten gegen die Nordsee, die Entwässerung des Deichhinterlandes sowie die Kontrolle und Regulierung der Abwässer.

Bestandsgeschichte 

Rep 675 BRA Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und
Naturschutz Brake-Oldenburg mit Nebenstelle
Wilhelmshaven
Zeit: (1640) 1813-2007
Umfang: 32 lfd. m; 1233 Verzeichnungseinheiten (Stand November 2016)
Erschließung: Archivdatenbank

In seiner historischen Entwicklung geht der Landesbetrieb zurück auf das 1814 eingerichtete Deichamt (Best. 200), das die örtlichen Küstenschutzzuständigkeiten der staatlichen Ämter wie auch der vier Deichbände bündelte. Der Wasserbau an sich oblag den Ämtern und war ab 1857 bei der Wasser- und Wegebaudirektion Oldenburg (Best. 202) angesiedelt, die zeitweise auch mit der Hochbaudirektion (Best. 201) zusammengelegt war. Ab 1903 wurde die Wasser- und Wegebaudirektion aufgelöst und dem Staatsministerium als Abteilung zugelegt. Das Oldenburger Wassergesetz vom 20.11.1868 (Oldenburgisches Gesetzblatt 1868, S. 838) war Maßstab. Mit der Gründung des Landes Niedersachsens wurde die Zuständigkeit für den Wasserbau an die Staatlichen Ämter für Wasser und Abfall und letztendlich in den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten280 und Naturschutz (NLWKN) übertragen. Die Betriebsstelle Brake-Oldenburg ist im Zuge der Auflösung der Bezirksregierung mit ihrer Abteilung 5 und den Dezernaten 501 (Abfallwirtschaft), 502 (Wasserwirtschaft und Wasserrecht), 503 (Naturschutz) zum 1.1.2005 aus dem zuvor bestehenden Staatlichen Amt für Wasser und Abfall in Brake hervorgegangen.
Im Zuständigkeitsbereich des heutigen NLWKN Brake liegt auch das ehemalige Wasserwirtschaftsamt Wilhelmshaven. Im Wilhelmshavener Bereich war für die Verwaltungsämter Jever und Varel das Wege- und Wasserbauamt Jever zuständig. 1933 wurde in Varel ein neues Wasserbauamt eingerichtet, das 1938 seinen Namen in Kultur- und Wasserbauamt Varel änderte und sich damit an den preußischen Behörden orientierte. Ab 1940 wurde das Amt Wasserwirtschaftsamt Varel

genannt. Bald nach der Gründung des Landes Niedersachsen wurde in Wilhelmshaven eine Außenstelle des Vareler Amts eingerichtet, die 1956 zur Hauptbehörde aufstieg und die Bezeichnung Wasserwirtschaftsamt Wilhelmshaven erhielt. Die ehemaligen Wasserwirtschaftsämter Brake und Wilhelmshaven waren dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium unterstellt und zuständig für die Deich- und Schutzbauten im Bereich der Stadt Wilhelmshaven und des Landkreises Friesland einschließlich des gesamten Jadebusens sowie für den Landkreis Wesermarsch (Schutz vor Nordsee und Weser). Ferner hatten die beiden Wasserwirtschaftsämter für den Hochwasserschutz, die Entwässerung des Deichhinterlandes sowie die Kontrolle und Regulierung der Abwässer zu sorgen. Zum 1.1.1984 verlor das Wilhelmshavener Amt seine Selbstständigkeit und wurde dem früheren Wasserwirtschaftsamt Brake als Nebenstelle unterstellt, wobei es aber dieselben Aufgaben hatte wie vorher. Zu Beginn des Jahres 2000 wurden die Wasserwirtschaftsämter, die seit 1988 "Staatliche Ämter für Wasser und Abfall" (STAWA) hießen, in Landesbetriebe für Küstenschutz und Wasserwirtschaft umgewandelt. Zwar blieben die Aufgaben, nur der rechtliche Status und die interne Organisation wurden dadurch berührt.
Die Betriebsstelle Brake-Oldenburg hat ihre Aufgaben im Gebiet der Landkreise Wesermarsch, Friesland, Ammerland und Oldenburg sowie der Städte Oldenburg, Wilhelmshaven und Delmenhorst. Für den Bereich der tidebeeinflussten Unterweser kooperiert der Gewässerkundliche Landesdienst (GLD) mit der Flussgebietsgemeinschaft Weser (FGW). Die in der FGW zusammengeschlossenen Anrainerländer verfolgen das Ziel, den Eintrag von Nähr- und Schadstoffen in die Nordsee zu vermindern. Darüber hinaus befasst sich der GLD mit Besonderheiten wie der Lage wechselnder Brackwasserzonen und Salz-/Süßwassergrenzen im Grundwasser, großflächigen

Grundwasserabsenkungen sowie wechselnden Wasserscheiden in Pumpgebieten, die in tidebeeinflussten Niederungsgebieten eine Rolle spielen. Auf Grund der geografischen Lage ihres Einsatzgebietes fungiert Brake-Oldenburg als zentrale Stelle für das Flussgebietsmanagement der niedersächsischen Übergangs- und Küstengewässer im Zuge der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL). Die Richtlinie verpflichtet die Mitgliedsstaaten bis 2015 u.a. zur Erreichung eines guten Gewässerzustandes bei gleichzeitigem Schutz der Bevölkerung vor Überschwemmungen. Die Gefährdung durch weit in das Binnenland vordringende Sturmfluten begründet die Bedeutung des Küstenschutzes und des Sturmflutwarndienstes in der Betriebsstelle. Sie unterhält insgesamt 74,4 Kilometer landeseigener Gewässer, 3,7 Kilometer Hauptdeiche in Wilhelmshaven und 1.100 Hektar Deichvorländer im Jeverland, im Jadegebiet und an der Butjadinger Küste. Eines der größten Küstenschutzprojekte in Niedersachsen liegt in der Verantwortung der Betriebsstelle Brake-Oldenburg: die Erhöhung und Verstärkung des Deiches am Elisabethgroden im Wangerland (Kreis Friesland). Den Sturmflutschutz vervollständigen die in enger Kooperation mit der Freien Hansestadt Bremen errichteten und betriebenen Sperrwerke an der Ochtum, der Hunte und der Lesum. Da Maßnahmen eines Sperrwerkes sich auf die Situation im Gebiet der beiden anderen auswirken, tauschen die beiden Befehlszentralen in der NLWKN- Betriebsstelle Brake-Oldenburg (Hunte- und Ochtum-Sperrwerk) und des Landes Bremen (Lesumsperrwerk) - vertreten durch den Bremer Deichverband für das rechte Weserufer - nach dem "Vieraugenprinzip" regelmäßig die Prognosen aus und stimmen Entscheidungen ab. Grundlage hierfür sind die Pegelstände am Leuchtturm "Alte Weser" in Fedderwardersiel und - bei befürchteten schweren Sturmfluten - Borkum. Im Binnenland hat die Betriebsstelle einen

maßgeblichen Anteil an der Planung und Durchführung von Naturschutzmaßnahmen wie der Renaturierung der mittleren Hunte. Im Naturschutz betreut die Betriebsstelle Brake die in ihrem Bereich liegenden landeseigenen Naturschutzgebiete und setzt die niedersächsischen Naturschutzförderprogramme sowie regionale Artenschutzkonzepte um. Ferner weist sie Naturschutzareale in den NATURA 2000-Gebieten aus und kümmert sich um die der Europäischen Union gemeldeten NATURA 2000-Gebiete. Die Belange des Naturschutzes und der Wasserreinheit wurden bereits im Niedersächsischen Wassergesetz vom 15. Juli 1960 berücksichtigt.

Inhalt:
Dienststellenverwaltung und Personalsachen 1838-1969 (85); Deichbau 1826-1979 (200); Sielbau allgemein 1897-1934 (6); Käseburger Sielacht 1856-1953 (21); Butjadinger Sielacht 1862-1954 (28); Abbehauser Sielacht 1854-1951 (8); Strohauser Sielacht 1860-1933 (8); Abser Sielacht 1857-1951 (9); Golzwarder Sielacht 1857-1952 (9); Dedesdorfer Sielacht 1868-1951 (11); Braker und Klippkanner Sielacht 1834-1958 (25); Butteler Sielacht 1897-1949 (4); Moorriemer und Dalsper Sielacht, Mühlen- und Kanalachten 1839-1949 (23); Elsfleth- Neuenbroker Sielacht 1855-1955 (16); Stedinger Sielacht 1835-1966 (89); Esenshammer Sielacht 1861-1931 (4); Beckumer Sielacht 1896-1951 (7); Großenmeerer Pumpenacht und Mühlenachten 1881-1954 (7); Neuenhuntorfer Sielacht 1853-1955 (15); Blankenburger Sielacht 1852-1951 (5); Holler Sielacht 1852-1964 (11); Vareler und Dangaster Siel 1813- 1956 (82); Bockhorner Sielacht 1847-1954 (69); Wangerländische Sielacht 1640-1955 (68); Rüstringer und Kniphauser Sielacht 1859-1961 (40); Ab- und Zuwässerungen 1889-1953 (17); Wasserbuch und Wasserrecht 1974-2006 (13); Küstenschutz, Schlengen und Grodenaufspülungen im Bereich Wilhelmshaven 1909-1983 (39); Groden 1891-1980 (37); Grundwasser, Trinkwasserversorgung, Abwasser 1913-1953 (5); Naturschutz und

Landschaftspflege, Wattenmeer 1829-2007 (82); Gewässerbewirtschaftung und Flussgebietsmanagement 1909 (1); Hafenbau, Landungsbrücken, Fähren, Industrieanlagen 1862-1959 (13); Wasserstandsmessungen, Pegel 1864-1943 (7); Sturmfluten, Überschwemmungen, Eisgang 1817-1974 (17); Kanalbauten, Binnenschiffe 1885-1935 (19); Seeverkehrswesen, Eisenbahnwesen, Straßenbausachen 1867-1954 (16); Forschungen, Untersuchungen, Gutachten 1918-1949 (6); Marinesachen, Militäranlagen 1879-1952 (14); Insel Wangerooge 1863-1952 (34); Bildersammlung zum Wasser- und Deichbau (31).

Literatur:
W. Scharf, Die geologischen Grundlagen des Küstenschutzes an der deutschen Nordseeküste, Wesermünde-Geestemünde 1929; Johann Kramer, Sturmflut 1962. Sturmfluten und Küstenschutz zwischen Weser und Ems, Soltau 1967; Generalplan Küstenschutz Niedersachsen, hrsg. vom Niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Referatsgruppe Wasserwirtschaft, Hannover 1973; Johann Kramer (Bearb.), Historischer Küstenschutz: Deichbau, Inselschutz und Binnenentwässerung an Nord- und Ostsee, Stuttgart 1992; Heiner Blischke, Küstenschutz im III. Oldenburgischen Deichband: "Leben an der Küste" / III. Oldenburgischer Deichband, Bockhorn 2001; Diethard Ness, 100 Jahre Deichbau im III. Oldenburgischen Deichband 1900-2000, Oldenburg 2008.

Verwandte Bestände:
Best. 20 (Grafschaft Oldenburg); Best. 31 (Kabinettsregistratur Oldenburg); Best. 70 (Regierung Oldenburg); Best. 75 (Oldenburgische Vogteien); Best. 76-1 (Amt Abbehausen/Stollhamm); Best. 76-2 (Amt Berne); Best. 76-4 (Amt Brake); Best. 76-5 (Amt Burhave); Best. 76-7 (Amt Elsfleth); Best. 76-11 (Amt Rodenkirchen); Best. 76-12 (Amt Varel); Best. 76-14 (Amt Landwürden); Best. 76-16 (Amt Jever); Best. 76-17 (Amt Kniphausen); Best. 136 (Oldenburgisches Innenministerium); Best. 200 (Deichamt); Best. 201 (Hochbauverwaltung); Best. 202 (Wege- und

Wasserbaudirektion); Best. 90 (Herrschaft Jever); Best. 120 (Herrschaft Varel-Kniphausen); Best. 230-3 (Verwaltungsamt Varel); Best. 230-4 (Verwaltungsamt Jever); Best. 230-5 (Verwaltungsamt Butjadingen); Best. 230-6 (Verwaltungsamt Brake); Best. 230-7 (Verwaltungsamt Elsfleth); Best. 231-3 (Landratsamt Friesland); Best. 231-4 (Landratsamt Wesermarsch); Rep 400 (Verwaltungsbezirk Oldenburg); Rep 410 (Bezirksregierung Weser-Ems); Rep 675 CLP (NLWKN Cloppenburg); Dep 20 FRI (Landkreis Friesland); Dep 20 WESER (Landkreis

Wesermarsch).

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Brake

Zeit von 

1879

Zeit bis 

1933

Objekt_ID 

2

Ebenen_ID 

4420

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Butjadingen

Zeit von 

1879

Zeit bis 

1933

Objekt_ID 

1

Ebenen_ID 

4420

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Elsfleth

Zeit von 

1879

Zeit bis 

1933

Objekt_ID 

3

Ebenen_ID 

4420

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt/Kreis Wesermarsch

Zeit von 

1933

Zeit bis 

1974

Objekt_ID 

528512

Ebenen_ID 

20