NLA OL Best. 73

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Konsistorium Oldenburg

Laufzeit 

1573-1853

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Das Konsistorium war oberste Landesbehörde für das Kirchen-, Schul- und Armenwesen sowie kirchliche Gerichtsbehörde. 1853 trat der Oberkirchenrat an seine Stelle (vgl. Dep 60).

Bestandsgeschichte 

Best. 73 Konsistorium Oldenburg

Zeit: (1170) 1456-1874
Umfang:189,6 lfd. m; 14.915 Verzeichnungseinheiten
Erschließung: Archivdatenbank/Internet

Die kirchlich zum Erzbistum Bremen gehörige Grafschaft Oldenburg wurde zwar relativ früh von der Reformation erfasst, die sich unter Graf Anton I. (1529-1573) auch durchsetzen konnte und durch die Eroberung der Grafschaft Delmenhorst im Jahre 1547 auch hier eingeführt wurde, für die Organisation des Kirchenwesens hatte dies aber erst unter Antons Nachfolger Graf Johann Auswirkungen. Dieser holte mit Hermann Hamelmann einen erfahrenen Reformator ins Land und ließ eine Kirchenordnung erarbeiten, die 1573 in Kraft trat. An der Spitze der evangelisch-lutherischen Kirche stand der Landesherr, der die Kirche durch das Konsistorium regierte, das durch geistliche wie weltliche Räte besetzt war. Die Kirchenvisitationen wurden vom Superintendenten, also dem führenden geistlichen Mitglied des Konsistoriums, durchgeführt. Erster Superintendent war Hamelmann selbst.

Das Konsistorium war zuständig für die allgemeine Kirchen- und Schulaufsicht, wozu auch die Verwaltung der Kirchengüter gehörte, es regelte Streitigkeiten innerhalb der Kirche, war aber auch als geistliches Gericht für Ehesachen und Verstöße gegen die kirchlichen Lebensvorschriften zuständig. 1575 wurde die oldenburgische Kirchenordnung auch in der Herrschaft Jever eingeführt, doch bildete sich hier durch die Herrschaft der Fürsten zu Anhalt-Zerbst nach dem Tode des Grafen Anton Günther eine eigene Landeskirche heraus. Auch Delmenhorst erhielt durch die erneute Teilung der Grafschaften 1577 bis zum Aussterben der Delmenhorster Linie 1647 eine eigene Konsistorialverwaltung. In der Grafschaft Oldenburg standen nach Graf Anton Günther die dänischen Könige an der Spitze der Landeskirche, 1725 wurde eine revidierte Kirchenordnung erlassen. Oldenburg blieb auch in der Folgezeit ein streng visitiertes lutherisches Land.

Dies änderte sich erst unter den Herzögen bzw. Großherzögen von Oldenburg, die jedoch an der Existenz des Konsistoriums nicht rührten. Durch den Anfall der Herrschaft Jever wurde dort eine Konsistorialdeputation der Oldenburger Kirchenbehörde eingerichtet. 1837 wurde die Stellung des Konsistoriums nochmals durch eine landesherrliche Verordnung geregelt. Es führte auch jetzt noch die volle Aufsicht über die Schulsachen, es wirkte zudem nunmehr bei der Auswahl der Pfarrer durch ein Vorschlagsrecht mit. Auf die weltlichen Gerichte übertragen wurde dagegen die Gerichtsbarkeit in Ehesachen.

Durch die Einführung eines neuen Staatsgrundgesetzes nach der Revolution von 1848 wurden zunächst Staat und Kirche durch die Einführung einer Synodal- und Presbyterverfassung völlig getrennt, mit der Revision des Staatsgrundgesetzes aber 1853 das landesherrliche Kirchenregiment erneuert. Kirchenbehörde wurde nunmehr der Oberkirchenrat, mit ihm korrespondierte auf staatlicher Seite das Ministerium der Kirchen und Schulen. Der Generalsuperintendent und das Konsistorium wurden damit ersetzt.

Inhalt:
Generalakten 1553-1865 (424): u.a. Visitationsprotokolle und Register 1565-1848 (155), Generalsuperintendent 1604-1841 (9); Personalsachen 1690-1852 (244); Fonds und milde Stiftungen (1171) 1552-1876 (1464), darin Akten zu 34 Fonds und Stiftungen, u.a. Predigerwitwen-Fundus 1614-1859 (147), St. Lamberti-Fundus zu Oldenburg 1552-1848 (207), St. Nicolai-Fundus zu Oldenburg 1648-1848 (110), Prediger-Legaten-Fundus zu Oldenburg (1179) 1585-1847 (153), Lateinischer Schulfundus (1171) 1609-1849 (179), Delmenhorster Prediger-Witwen-Fonds 1758-1848 (94), Von-Lindern-Fonds 1732-1852 (123); Einzelne Kirchengemeinden (u.a. Visitationen, Kirchenrechnungen, Prozesse, Kirchenverwaltung, Kirchenämter, Vermögen, Kirchengebäude, Kirchengestühl, Kirchhof, Kultus, Schulen, Armenverwaltung):

Abbehausen 1664-1849 (251), Altenesch 1582-1849 (189), Altenhuntorf 1651-1849 (228), Apen 1641-1852 (246), Atens 1662-1850 (205), Bardenfleth 1652-1874 (234), Bardewisch 1614-1852 (232), Berne 1615-1850 (232), Blexen 1661-1852 (210), Bockhorn 1658-1851 (239), Bösel 1836 (1), Bokel 1620-1849 (181), Brokel 1662-1848 (100), Burhave 1672-1837 (228), Dedesdorf 1642-1867 (236), Delmenhorst 1636-1849 (345), Dötlingen 1662-1853 (222), Eckwarden 1679-1852 (215), Edewecht 1456-1851 (216), Elsfleth 1660-1857 (231), Esenshamm 1655-1853 (210), Fladderlohausen 1822-1848 (39), Ganderkesee 1652-1853 (230), Goldenstedt 1805-1849 (42), Goldenstedt 1662-1853 (250), Großenkneten 1707-1849 (59), Großenmeer 1661-1853 (206), Hammelwarden 1180, 1585-1852 (233), Harpstedt 1652-1653 (1), Hasbergen 1658-1850 (193), Hatten 1635-1851 (193), Holle 1662-1852 (201), Hude 1658-1853 (209), Huntlosen 1803-1849 (61), Jade (1170) 1649-1853 (230), Langwarden 1662-1853 (228), Lemwerder 1658-1848 (136), Neuenbrok 1670-1853 (211), Neuenburg 1604-1862 (16), Neuenhuntorf 1661-1849 (202), Neuenkirchen 1812-1858 (76), Oldenbrok 1646-1849 (231), Oldenburg (1171-1181) 1574-1854 (195), Osternburg 1643-1849 (228), Ovelgönne 1632-1853 (79), Rastede 1662-1853 (240), Rodenkirchen 1662-1851 (252), Schönemoor 1654-1853 (174), Schwei 1644-1852 (214), Schweiburg 1677-1853 (146), Seefeld 1678-1824 (273), Stollhamm 1644-1851 (242), Strückhausen 1609-1856 (257), Stuhr 1663-1852 (197), Tossens 1645-1853 (227), Varel 1645-1848 (18), Vechta 1818-1861 (31), Waddens 1644-1849 (231), Waddewarden 1652 (1), Wangerooge 1597-1854 (230), Warfleth 1658-1851 (191), Westerstede 1642-1839 (231), Wiefelstede 1672-1874 (212), Wildeshausen 1803-1849 (49), Wilstedt 1709-1848 (70), Zetel 1601-1852 (209), Zwischenahn 1602-1849 (237); Archivalien anderer Herkunft: Hannoversches Amt Wildeshausen (1173-1178) 1650-1855 (378),

u.a. Superintendentur (1173) 1650-1810 (36), Schulsachen (auch einzelne Schulen) (1173-1178) 1730-1803 (81), einzelne Gemeinden (Großenkneten, Huntlosen, Wildeshausen) 1686-1865 (261); Hannoversch-Münsterisches Kondominat Goldenstedt 1519-1845 (129); Osnabrückische Gemeinde Neuenkirchen 1672-1816 (32); Miszellen von Hannover 1710-1730 (8); Prozesse vor dem Münsterischen weltlichen Hofgericht 1602-1697 (3).

Literatur:
Karl Meinardus, Der oldenburgische Generalsuperintendent Caspar Bussingius, Oldenburg 1875; Ludwig Schauenburg, Hundert Jahre Oldenburgischer Kirchengeschichte von Hamelmann bis auf Cadovius (1573-1667). Ein Beitrag zur Kirchen- und Culturgeschichte des 17. Jahrhunderts, 5 Bde., Oldenburg 1894-1908; August Mutzenbecher, Zur Erinnerung an den Generalsuperintendenten Esdras Heinrich Mutzenbecher, Oldenburg 1897; Ernst Rolffs, Evangelische Kirchenkunde Niedersachsens. Das kirchliche Leben in den Landeskirchen von Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe, Göttingen 1938; Kurt Hartong, Beiträge zur Geschichte des Oldenburgischen Staatsrechts, Oldenburg 1958, S. 185 ff.; Rolf Schäfer (Hg. u.a.), Oldenburgische Kirchengeschichte, 2. Aufl. Oldenburg 2005.

Verwandte Bestände:
Best. 20 (Grafschaft Oldenburg); Best. 21 (Grafschaft Delmenhorst); Best. 31 (Kabinettsregistratur Oldenburg); Best. 97 (Konsistorium Jever); Best. 123 (Konsistorium Kniphausen); Best. 134 (Oldenburgisches Ministerium der Kirchen und Schulen); Best. 160-1 (Evangelisches Oberschulkollegium Oldenburg); Dep 60 (Evangelische Landeskirche Oldenburg); Dep 61 (Evangelische Pfarrämter).

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Herzogtum Oldenburg

Zeit von 

1814

Zeit bis 

1853

Objekt_ID 

1

Ebenen_ID 

2810

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Herzogtum Oldenburg Teil Wangerooge

Zeit von 

1814

Zeit bis 

1853

Objekt_ID 

2

Ebenen_ID 

2810