NLA OL Best. 111-1

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Münsterisches Amt Vechta mit Burgmannenkollegium

Laufzeit

1251-1821

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Die Überlieferung für das münstersche Amt Vechta ist sehr gering, vieles scheint vernichtet zu sein, Amtsbücher sind jedoch gut erhalten. Der alte Best. 119 Burgmannskolleg Vechta (1251-1821) ist hier integriert.

Bestandsgeschichte

Best. 111-1 Münsterisches Amt Vechta mit Burgmannenkollegium
Zeit: (1187) 1383-1884
Umfang: 18,5 lfd. m; 2923 Verzeichnungseinheiten
Erschließung: Archivdatenbank/Internet
Lagerungsbestand: auch Best. 76-24, Best. 76-25, Best. 111-1 a und Best. 119

Das Amt Vechta bildete den östlichen Teil des Niederstifts Münster. Seine Grenzen nach Süden und Osten waren umstritten, es gab in Damme und Neuenkirchen sowie in Goldenstedt und am Dümmer überschneidende Herrschaftrechte bzw. Kondominate mit dem Hochstift Osnabrück bzw. der Grafschaft Diepholz bzw. dem Kurfürstentum Hannover. Der Landesherr in Münster war durch den Drost vertreten, charakterisiert wurde das Amt aber durch die starke Stellung der Burgmannschaft in Vechta, die seit dem Mittelalter die politische Hauptrolle spielte. Einzige städtische Siedlung war die gleichnamige Stadt Vechta, die aus dem ansonsten das Amt beherrschenden Gogericht auf dem Desum ausgegliedert war.
Als Körperschaft der Vechtaer Burgmannen trat das Burgmannenkollegium erstmals 1231 in Erscheinung. Seit 1252 nahm es Einfluss auf die Verwaltung des Amtes Vechta. Der Bischof von Münster musste den Burgmannen ihre Privilegien bestätigen. Aus seiner Mitte wählte der Landesherr regelmäßig den Drost des Amtes Vechta. Seit dem 15. Jahrhundert waren die Vechtaer Burgmannen auf den Landtagen des Fürstbistums Münster vertreten. Die Burgmannengeschlechter waren zunächst entschiedene Anhänger der Reformation, mussten aber die Rekatholisierung des Gebietes durch den Landesherrn im 17. Jahrhundert hinnehmen. Sie wurden zudem durch die 1677 errichtete Herrlichkeit Dinklage (vgl. Best. 114) und das Erbdrostenamt Vechta, beides im Besitz der Familie von Galen, unaufhaltsam zurückgedrängt. Das Kollegium verlor durch den Anfall der Ämter Vechta und Cloppenburg an Oldenburg 1803 seine Bedeutung und ging 1821 ein. Das Amt kam durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 als

Entschädigung für den aufgehobenen Weserzoll an das Herzogtum Oldenburg. Die Überlieferung des Amtes ist stark gestört. Das Archiv des Burgmannenkollegium, das bereits in den Kriegswirren des 16. und 17. Jahrhunderts stark in Mitleidenschaft gezogen war, erlitt auch in der Folgezeit weitere Verluste. Aus dem Nachlass des Freiherrn von Ascheberg auf Ihorst gelangte im 19. Jahrhundert zunächst ein Teil in das Staatsarchiv, ein Teil in Privathand und ein Teil in das Gymnasium Antonianum in Vechta, doch wurde der größte Teil dieser Überlieferung nach und nach dem Staatsarchiv übergeben. Aufgrund der engen Verzahnung des Burgmannenkollegium mit der Verwaltung des Amtes Vechta und der Bruchstückhaftigkeit dieser Überlieferung wurde der alte Bestand 119 ebenfalls in das vorliegende Findbuch aufgenommen. In dem vom Westfälischen Archivamt in Münster betreuten "Archiv Haus Welbergen", das sich zur Zeit wieder in Welbergen befindet, sind ebenfalls Amtsbücher und Amtsakten des Amtes Vechta bewahrt geblieben. Es handelt sich hierbei im wesentlichen um Unterlagen des Vechtaer Rentmeisters Johann Heinrich Bucholtz. Ein Nachweis der Akten ist in der Datenbank des Staatsarchivs Oldenburg abrufbar.

Inhalt:
Allgemeine Amtssachen (Generalia):
Amtsbücher: Amtsrechnungen (mit Belegen) 1501-1804 (79); Schatzungsregister 1498-1777 (54); Sonstige Abgabenregister 1543-1810 (14); Brüchtenprotokolle, Brüchtenregister 1738-1793 (23); Brandkassenregister 1768-1817 (23); Vermessungsregister, Schätzungsregister 1789-1810 (50); Markengerichtsprotokolle 1744-1803 (20); Sonstige Amtsbücher 1586-1848 (16); Allgemeine Amtsverwaltung (u.a. Personal) 1587-1867 (71); Adelssachen, Lehnssachen 1658-1857 (42); Festungssachen, Militärsachen 1579-1817 (67); Gerichtssachen 1383-1817 (54); Handelssachen, Gewerbesachen usw. 1686-1809 (50); Jagdsachen, Forstsachen 1656-1871 (66); Judensachen 1709-1809 (28);

Kirchensachen 1680-1810 (13); Landtagssachen 1540-1801 (7); Markensachen 1706-1810 (21); Moderationssachen 1682-1805 (1); Mühlensachen, Ziegeleisachen 1674-1810 (7); Renteisachen 1660-1884 (75); Reskripte, Edikte, Verordnungen usw. 1680-1805 (33); Schulsachen 1772-1802 (5); Sicherheitssachen (Landessicherheit), Polizeisachen, Feuerpolizei 1583-1879 (27); Spanndienste, sonstige Dienste 1543-1809 (35); Schatzungen, Steuern, Abgaben, Zoll 1537-1876 (54); Verschiedene Amtssachen 1726-1863 (6);
Einzelne Kirchspiele und benachbarte Territorien:
Bakum (mit Vestrup) 1681-1866 (53); Cappeln 1594-1809 (36); Amt Cloppenburg 1619-1805 (5); Damme 1545-1875 (155); Amt Diepholz 1653-1806 (9); Herrlichkeit Dinklage 1650-1811 (41); Emstek 1654-1838 (110); Essen 1751-1780 (3); Goldenstedt 1612-1879 (356); Amt Harpstedt 1681-1787 (4); Langförden 1649-1856 (11); Lohne 1672-1811 (109); Lutten 1652-1875 (110); Neuenkirchen 1416-1867 (39); Oythe 1660-1849 (82); Steinfeld (1187) 1428-1827 (114); Twistringen 1617-1853 (206); Stadt Vechta 1468-1867 (165); Visbek 1675-1837 (287); Wildeshausen 1689-1808 (13);
Burgmannenkollegium in Vechta:
Verfassung und Versammlungen 1429-1821 (18); Landtagssachen 1587-1792 (17); Rechnungssachen 1536-1768 (24); Kriegssachen 1741-1762 (6); Gerichts- und Verwaltungsangelegenheiten 1516-1798 (13).

Literatur:
Hermann Oncken, Geschichte des Amtes Vechta, in: Bau- und Kunstdenkmäler des Großherzogtums Oldenburg Bd. 2, Oldenburg 1900, S. 12-74;Wilhelm Kohl, Vechta unter münsterischer Herrschaft, in: Beiträge zur Geschichte der Stadt Vechta Bd. 1, Vechta 1974, S. 63-110; Heimatchronik des Kreises Vechta, Köln 1976; Wolfgang Bockhorst, Das Burgmannskollegium zu Vechta, in: Beiträge zur Geschichte der Stadt Vechta. Hrsg. von der Stadt Vechta, Bd. 2, Vechta 1978, S. 55-94; Findbuch zum Bestand Stadtarchiv Vechta (Best. 262-11 sowie Best. 111-1a, 82-D, 76-24a,

230-10a), bearb. von Stefan Hartmann, Göttingen 1978; Harald Schieckel, Die Beamtenfamilien Driver, Bothe und Farwick in Vechta, in: Stadt Vechta (Hrsg.), Beiträge zur Geschichte der Stadt Vechta, Bd. 4, Vechta 1974, S. 47-51; Eva-Maria Ameskamp, Die Rituale der Burgmannen von Vechta, Semesterarbeit an der Universität Münster, Münster 2000; Alwin Hanschmidt, Herrschaftsübergang und Huldigung des Amtes Vechta an den Herzog von Oldenburg 1803, in: Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland 53 (2004), S. 22-41; Albrecht Eckhardt (Hg.), Oldenburgisches Ortslexikon Bd. 2, Oldenburg 2011, S. 1023f.

Verwandte Bestände:
Best. 31 (Kabinettsregistratur Oldenburg); Best. 70 (Regierung Oldenburg); Best. 76-23 (Amt Steinfeld), Best. 76-24 (Amt Vechta); Best. 76-25 (Amt Damme); Best. 82 (Französische Verwaltungsbehörden und Gerichte); Best. 87 (Obergemeinderat und Ausgleichskassen); Best. 110 (Behörden des Niederstifts Münster); Best. 111-2 (Münsterisches Amt Cloppenburg); Best. 114 (Herrlichkeit Dinklage); Best. 117 (Münsterische Gerichtsbehörden und Notariate); Best. 230-10 (Verwaltungsamt Vechta); Dep 102 (Gut Füchtel); siehe zudem die zentralen frühneuzeitlichen Bestände des Nordrhein-Westfälischen Landesarchivs Abteilung Westfalen in Münster, insbesondere:
Archiv Haus

Welbergen.

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

leer