NLA OL Best. 76-21

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Amt Friesoythe

Laufzeit 

1814-1879

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Zum Amt Friesoythe gehörten die Kirchspiele Altenoythe, Bösel, Barßel, Friesoythe, Markhausen, Ramsloh, Scharrel, Neuscharrel und Strücklingen.

Bestandsgeschichte 

Best. 76-21 Amt Friesoythe

Zeit: 1565-1915
Umfang: 30 lfd. m; 860 Verzeichnungseinheiten
Erschließung: Archivdatenbank/Internet

Das münsterische Amt Cloppenburg wurde im Zuge der Aufteilung des Fürstbistums Münster durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 dem herzoglichen Haus Oldenburg zugesprochen. Doch erst nach einer kurzen preußischen Zeit (1802/03) und einer kurzen oldenburgischen Herrschaft, in der das Amt von 1804-1810 als oldenburgische Landvogtei bezeichnet wurde, schuf die französische Verwaltung im Gerichts- und Verwaltungsbereich andere Strukturen und zerschlug das Amt in die Teilgebiete Cloppenburg, Friesoythe und Löningen. Aus dem Kirchspiel Friesoythe wurde der Kanton Friesoythe mit der Stadt bzw. Mairie Friesoythe und den angrenzenden Mairien Altenoythe, Barßel, Markhausen, Ramsloh, Scharrel und Strücklingen. Erst mit dem Ende der französischen Herrschaft 1814 und der Einsetzung des ersten oldenburgischen Amtmanns Conrad Bartels 1815 begann man, das neu geschaffene Amt Friesoythe in die neue oldenburgische Verwaltung zu integrieren. Amtssitz war die an der Soeste gelegene Stadt Friesoythe. Wie in französischer Zeit umfasste das Amt Friesoythe die Kirchspiele bzw. Gemeinden Altenoythe, Barßel, Markhausen, Ramsloh, Scharrel und Strücklingen. Das Amt blieb unverändert bis 1879, als es als Verwaltungsamt Friesoythe bezeichnet wurde. Es umfasste rund 531 qkm und zählte 1844 rund 6300 Einwohner; 1853 hatte das Amt insgesamt 1545 Wohnhäuser, die in Besitz von 1345 Eigentümern waren. Abgesehen von der Landwirtschaft spielte die Schifffahrt eine wichtige Rolle. So gab es im Amt 1855 107 Seeschiffer und 177 Fluss- und Küstenschiffer, die vor allem über die Soeste und von Barßel aus über das Nordloher, Godensholter und Barßeler Tief und den Fluss Leda sowie verschiedene Kanäle Anschluss an die Ems und die Hafenstadt Emden

fanden.

Inhalt:
Urkundenbücher und Register 1814-1878 (48); Regierungssachen, Aufsicht über die Beamten, Personalia 1814-1883 (6); allgemeine Amtsverwaltung 1759-1909 (15); Hoheitssachen 1661-1878 (17); Öffentliche Ordnung und Sicherheit 1814-1879 (35); Medizinalwesen 1814-1877 (15); Handel und Gewerbe 1708-1890 (31); Postwesen 1806-1867 (3); Wegesachen 1791-1880 (65); Wasserbau, Be- und Entwässerung 1771-1879 (25); Kommunalverwaltung 1814-1882 (93); Landwirtschaftssachen 1818-1882 (10); Feuerpolizei und Feuerversicherung 1817-1893 (29); Statistik 1853-1878 (3); Landeinweisungen 1803-1878 (14); Moorkultivierung und Moorplacken 1802-1903 (29); Gemeinheits- und Markenteilungen, Verkoppelungen 1755-1913 (118); Kammersachen, Hebungs- und Rechnungswesen 1803-1879 (20); Kataster, Liegenschaften, Umschreibungen 1801-1882 (51); Einkommenssteuer 1816-1881 (10); Erbschaftssteuer 1868-1879 (3); Ablösungen 1820-1873 (4); Gefälle, Steuern, Sporteln und Gebühren, Dienste 1691-1879 (44); Domänenverwaltung 1800-1877 (9); Nutzungsrechte 1822-1879 (2); Erbpachtsachen 1721-1853 (18); Forstsachen, Jagd 1783-1848 (5); Kirchenangelegenheiten 1804-1915 (87); Schulangelegenheiten 1784-1910 (48); Justizwesen, Konkurse 1839-1880 (3).

Literatur:
Karl Georg Böse, Das Großherzogthum Oldenburg. Topographisch-statistische Beschreibung desselben, Oldenburg 1863, S. 541-556; Paul Kollmann, Statistische Beschreibung der Gemeinden des Herzogtums Oldenburg, Oldenburg 1897, S. 403-409; Clemens Pagenstert, Die ehemaligen Kammergüter in den Ämtern Cloppenburg und Friesoythe, Vechta 1912; Georg Sello, Die territoriale Entwicklung des Herzogtums Oldenburg, Oldenburg 1917, S. 60 ff.; Ludwig Kohli, Handbuch einer historisch-statistisch-geographischen Beschreibung des Herzogthums Oldenburg samt der Erbherrschaft Jever und der beiden Fürstenthümer Lübeck und Birkenfeld, 2 Teile, Bremen 1924, S.

309-316; Stefan Hartmann, Großherzogtum (Freistaat Oldenburg), in: Grundriß der deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Bd. 17, Hansestädte und Oldenburg, hg. von Thomas Klein, Marburg 1978, S. 176-178; Geschichte der Stadt Friesoythe, hg. von Albrecht Eckhardt und der Stadt Friesoythe, Oldenburg 2008; Albrecht Eckhardt (Hg.), Oldenburgisches Ortslexikon, Bd. 1, Oldenburg 2010, S. 330-336 (Ortsartikel Amt und Stadt Friesoythe).

Verwandte Bestände:
Best. 70 (Regierung Oldenburg); Best. 71 (Kammer Oldenburg); Best. 110 (Behörden des Niederstifts Münster); Best. 111-2 (Münsterisches Amt Cloppenburg); Best. 114 (Herrlichkeit Dinklage; Best. 136 (Oldenburgisches Innenministerium); Best. 137 (Oldenburgisches Finanzministerium); Best. 230-12 Verwaltungsamt Friesoythe); Rep 950 FRY (Amtsgericht Friesoythe). Die kirchliche Überlieferung befindet sich im Offizialatsarchiv

Vechta.

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Friesoythe

Zeit von 

1814

Zeit bis 

1933

Objekt_ID 

1

Ebenen_ID 

3520