NLA OL Best. 70

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Regierung Oldenburg

Laufzeit 

1814-1867

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Die Regierung wurde 1814 als Mittelbehörde eingerichtet. Die Aufgaben der Regierung gingen 1868 auf das neu organisierte Staatsministerium über (vgl. Best. 130 ff.) über.

Bestandsgeschichte 

Best. 70 Regierung Oldenburg

Zeit: 1570-1956
Umfang: 399,2 lfd. m; 6410 Verzeichnungseinheiten
Erschließung: Archivdatenbank/Internet

Die kurze napoleonische Phase 1810-1813 bedeutete auch im Herzogtum Oldenburg eine Zäsur in der Verwaltungsgeschichte. Mit der Rückkehr des Herzogs aus dem russischen Exil und dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurde die vorgefundene, aus heutiger Sicht moderne französische Verwaltung und Gerichtsbarkeit weitgehend beseitigt. Eine vollständige Restitution der ohnehin im Umbruch gewesenen Verwaltungsstruktur der Zeit vor 1810 war freilich kaum durchführbar. Zudem stand der Herzog vor dem Problem, die neu gewonnenen Gebiete, also die ehemals münsterischen Ämter Vechta und Cloppenburg, das hannoversche Amt Wildeshausen und das an der Nahe gelegene und damit weit entfernte Fürstentum Birkenfeld zu integrieren.

In der Ressortregelung vom 15. September 1814 wurde die von der französischen Administration eingeführte strikte Trennung von Justiz und Verwaltung aufgehoben und der Behördenaufbau neu geordnet. Die beiden Landesteile Oldenburg und Lübeck erhielten je eine Regierung als Mittelinstanz zwischen dem übergeordneten Kabinett (ab 1821 Kabinettsministerium) und den aus den Vogteien neu geschaffenen 25 Ämtern, die die untere Verwaltungs- und Gerichtsebene darstellten. Nach Übernahme des Fürstentums Birkenfeld 1817 wurde auch dort eine Regierung als Mittelinstanz geschaffen. Für die Regierung im Herzogtum bzw. Landesteil Oldenburg darf zwar die Regierungskanzlei als Vorgängerbehörde gelten, doch hatte die neue Regierung keine Funktion als Justizbehörde; diese Aufgabe übernahm vielmehr die Justizkanzlei (siehe Best. 77).

Das Oberappellationsgericht (siehe Best. 79) und die Militärkommission (siehe Best. 54), deren Zuständigkeit auch die beiden Fürstentümer Lübeck und Birkenfeld umfasste, standen mit der Regierung auf einer Ebene. Mit einem - schematisch gesehen - sehr geringen Abstand unterstanden der als Kollegialbehörde organisierten Regierung die Justizkanzlei, die Kammer, das Konsistorium, das Generaldirektorium des Armenwesens und die Direktion der Witwenkasse und - als Sonderfall für den Landesteil Oldenburg wegen der Übernahme des katholisch geprägten, später Oldenburger Münsterland bezeichneten Gebietes - die Kommission der römisch-katholischen geistlichen Angelegenheiten. Am 15. März 1830 wurde die Kammer, das spätere Departement der Finanzen, der Regierung gleichgestellt. Nicht eindeutig zu trennen waren die Kompetenzen der Regierung von denen des Kabinetts.

Nach Inkrafttreten des oldenburgischen Staatsgrundgesetzes 1848/49 wurde das Kabinetts- und Staatsministerium in Staatsministerium umbenannt. Die zugeordneten, im Staatsministerium gleichgestellten Minister übernahmen nunmehr bestimmte Geschäftsbereiche (Departements). Damit war ein Ende der kollegialen Regierung vorprogrammiert, Oldenburg war auf dem Weg zur Ministerialverfassung mit der Herausbildung von Fachministerien. In der Verwaltungsreform von 1868 wurden die Regierungen durch Ministerien ersetzt, die dann auch die ferneren oldenburgischen Landesteile Lübeck und Birkenfeld im jeweiligen Geschäftsbereich (Departement) steuerten. (siehe Best. 130 - Best. 137). Innerhalb des Staatsministeriums übernahm der Innenminister die Aufgaben der 1868 aufgelösten Regierungen der Landesteile.

Entsprechend des umfassenden Geschäftsbereichs der Regierung ist deren Registratur für die Geschichte des Herzogtums Oldenburg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von zentraler Bedeutung. Der Bestand wird deshalb in den kommenden Jahren neu erschlossen. Die Gliederung entspricht dem früheren Aufbau der Registratur.

Inhalt:

Organisation und innere Landesverfassung (1652) 1783-1938 (621): Allgemeine Organisations- und Verfassungsfragen (1652) 1783-1938 (183); Regierung und die ihr nachgeordneten Behörden 1814-1869 (12); Wege- und Wasserbaudirektion 1847-1869 (3); Organisation und Verfassung der Städte 1815-1859 (1); Organisation und Verfassung der Ämter 1804-1874 (185); Landeskasse 1831-1869 (10); Höchste und Ministerielle Reskripte 1861-1869 (12); Verschiedene Verwaltungssachen (u.a. Eingaben, Nachlässe) 1814-1869 (9); Statistik 1815-1869 (39); Regierungskommissionsakten (vor allem Steuern, Militär) 1803-1828 (167);
Kommunalsachen 1592-1879 (1106): Allgemeine Kommunalsachen (u.a. Gemeindeordnung) 1592-1869 (124); Einzelne Kommunen, bei den Ämtern auch für die einzelnen Mitgliedsgemeinden: Stadt Oldenburg 1786-1869 (23); Amt Oldenburg 1786-1869 (51); Amt Elsfleth 1756-1868 (61); Amt Rastede 1773-1869 (37); Amt Westerstede 1770-1869 (44); Stadt Varel 1815-1869 (5); Amt Varel 1646-1875 (32); Amt Brake 1786-1869 (27); Amt Ovelgönne 1769-1869 (50); Amt Stollhamm 1687-1871 (96); Amt Landwürden 1786-1869 (10); Amt Berne 1770-1868 (48); Amt Delmenhorst (mit Stadtgemeinde) 1755-1869 (56); Amt Wildeshausen 1711-1868 (20); Amt Vechta 1772-1869 (65); Amt Steinfeld 1814-1868 (28); Amt Damme 1817-1868 (26); Amt Cloppenburg 1814-1869 (42); Amt Löningen 1806-1869 (33); Amt Friesoythe 1814-1869 (50); Stadt Jever 1687-1869 (18); Amt Jever 1677-1879 (160);
Hoheitssachen 1600-1878 (240): Äußere Hoheitssachen 1625-1869 (132); innere Hoheitssachen 1600-1878 (78); Kommissionssachen 1816-1867 (30);
Medizin- und Veterinärpolizei 1794-1899 (334): Medizinalwesen 1801-1899 (274); Veterinärwesen 1794-1879 (60);
Juden 1708-1869 (25);

Sitten-, Sicherheits- und Ordnungspolizei 1813-1879 (360): Sitten-Polizei 1813-1869 (10); Sicherheits-Polizei (auch Gefängnisse) 1780-1879 (271); Ordnungs-Polizei 1814-1869 (79);
Wege-Polizei 1719-1956 (567): Allgemeine Wegesachen 1814-1895 (46); Personalsachen 1818-1869 (14); Wegegeldsachen 1814-1877 (10); Wegesachen der einzelnen Ämter 1756-1956 (194); Anlegung von Kunststraßen (Chausseen) 1719-1889 (302);
Feuerpolizei und Brandversicherungen 1814-1890 (36): Feuerpolizei 1814-1868 (19); Brandversicherungen 1817-1890 (17);
Römisch-katholische Kirchensachen 1570-1945 (553): Allgemeine Angelegenheiten der katholischen Kirche 1570-1924 (133); einzelne Kirchengemeinden 1704-1945 (170); Alexanderfonds 1606-1924 (105); Kommende Bokelesch 1808-1926 (138); Schildersche Lehen 1748-1888 (7);
Bevölkerungspolizei 1813-1869 (179): Erwerb und Verlust der Untertanenrechte 1813-1869 (141); Umzug im Inland 1814-1869 (38);
Handels- und Gewerbepolizei 1698-1900 (227): Allgemeine Angelegenheiten 1817-1869 (10); Fabriken und Manufakturen 1698-1900 (82); Handel und Verkehr 1786-1869 (48); Gewerbe und Handwerker 1805-1869 (71); Handels- und Gewerbepolizei nach 1861 1815-1884 (16);
Schifffahrt und Lotsenwesen 1802-1876 (296): Schifffahrt 1802-1874 (278); Lotsenwesen 1814-1876 (18);
Landwirtschaftspolizei und Landesökonomiesachen 1733-1939 (815): Allgemeine Angelegenheiten 1814-1902 (9); Viehzucht 1813-1869 (21); Ausweisungssachen der einzelnen Ämter 1733-1939 (750); Zerstückungssachen 1814-1869 (29); Ackerbau 1813-1873 (5); Verkoppelungssachen 1858-1966 (1);
Militärsachen 1806-1867 (88);
Deich-Departement 1661-1886 (630): Allgemeine Deichsachen 1661-1886 (108); Deichsachen der einzelnen Ämter 1794-1871 (137); Siel- und Abwässerungssachen der einzelnen Ämter (auch einzelne Sielachten) 1770-1874 (304); Schlengensachen 1799-1869 (75);
Fonds und Milde Stiftungen 1585-1879 (333).

Literatur:

Karl Georg Böse, Das Großherzogthum Oldenburg. Topographisch-statistische Beschreibung desselben, Oldenburg 1863; Paul Kollmann, Statistische Beschreibung der Gemeinden des Herzogtums Oldenburg, Oldenburg 1897; Walther Schücking, Das Staatsrecht des Großherzogtums Oldenburg, Tübingen 1911 § 28; Ludwig Kohli, Handbuch einer historisch-statistisch-geographischen Beschreibung des Herzogthums Oldenburg samt der Erbherrschaft Jever und der beiden Fürstenthümer Lübeck und Birkenfeld, 2 Teile, Bremen 1924; Stefan Hartmann, Großherzogtum (Freistaat Oldenburg), in: Grundriß der deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Bd. 17, Hansestädte und Oldenburg, hg. von Thomas Klein, Marburg 1978, S. 136-259; Friedrich-Wilhelm Schaer/Albrecht Eckhardt, Herzogtum und Großherzogtum Oldenburg im Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus (1773-1847), in: Albrecht Eckhardt/Heinrich Schmidt (Hg.), Geschichte des Landes Oldenburg. Ein Handbuch. 4. Aufl. Oldenburg 1993, S. 271-331; Albrecht Eckhardt, Der konstitutionelle Staat (1844-1918), in: ebd., S. 333-402.

Verwandte Bestände:
Best. 22 (Regierungskanzlei); Best. 30 - Best. 32 (Kabinettsregistraturen); Best. 54 (Oldenburgisches Militärkollegium); Best. 71 ( Kammer Oldenburg); Best. 73 (Oldenburgisches Konsistorium); Best. 76 Ämter (1814-1878); Best. 77 (Justizkanzlei); Best. 130-137 (Oldenburgische Ministerien).

Das Findbuch wurde z.T. im Rahmen der Programme zur Förderung der wissenschaftlichen Literaturversorgungs- und Informationssysteme der Deutschen Forschungsgemeinschaft (www.dfl.de/lis) digitalisiert.

Fehlende Nummern: 312-3; 378-1 a u,-2; 533-2

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Herzogtum Oldenburg

Zeit von 

1814

Zeit bis 

1853

Objekt_ID 

1

Ebenen_ID 

2810

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Herzogtum Oldenburg

Zeit von 

1853

Zeit bis 

1864

Objekt_ID 

1

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2910

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Herzogtum/Landesteil Oldenburg Teil Wangerooge

Zeit von 

1864

Zeit bis 

1937

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3

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Georeferenzierung

Bezeichnung 

Herzogtum/Landesteil Oldenburg

Zeit von 

1864

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1937

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Herzogtum Oldenburg Teil Wangerooge

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1864

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Bezeichnung 

Herzogtum Oldenburg Teil Wangerooge

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1853

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