NLA OL Best. 21

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Herrschaft Delmenhorst

Laufzeit

1295-1647

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

In Delmenhorst residierten oldenburgische Nebenlinien. Von 1577 bis 1647 war die Grafschaft Oldenburg ganz getrennt. Delmenhorst war Residenz der Grafen von Delmenhorst, fiel dann aber an die Hauptlinie zurück.

Bestandsgeschichte

Best. 21 und Best. 21 Urk Herrschaft Delmenhorst

Zeit: 1270-1647
Umfang: 2,1 lfd. m; 387 Verzeichnungseinheiten (51 Akten, 336 Urkunden)
Erschließung: Archivdatenbank/Internet

Die oldenburgische Herrschaft (Grafschaft) Delmenhorst entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts um die Namen gebende, 1259 urkundlich erwähnte Burganlage, die den oldenburgischen Einfluss auf das durch den Sieg über die Stedinger nach 1234 gewonnene Gebiet sichern sollte. Durch die Verlegung der flämischen Heerstraße wurde die Burg mit der um sie entstehenden Siedlung, die 1371 Stadtrecht erhielt, aufgewertet. Die sich mit Otto II. neu abzweigende Linie des oldenburgischen Herrscherhauses stand nicht zuletzt aufgrund einer erheblichen Verschuldung unter ständigem Druck der politischen Nachbarn, der Grafen von Hoya, vor allem aber des Erzstifts Bremen und des Bischofs von Münster, der im 15. Jahrhundert das benachbarte Wildeshausen von Bremen in Besitz nehmen konnte. Unter Graf Nikolaus kam die Herrschaft durch dessen Wahl zum Bremer Erzbischof vorübergehend in Lehnsabhängigkeit vom Bremer Domkapitel; dessen Scheitern in Bremen führte aber 1436 zur Wiedervereinigung des Grafenhauses. Delmenhorst blieb eine Residenz der Grafen von Oldenburg.

1482 wurde Delmenhorst von Bischof Heinrich von Münster, zugleich Administrator von Bremen, im Kampf gegen Graf Gerd von Oldenburg erobert und gehörte bis 1547 zum Münsteraner Machtbereich. Nach der Rückeroberung durch Graf Anton I. von Oldenburg blieb sie bis 1577 mit der Grafschaft Oldenburg vereint, wurde dann aber wieder Sitz einer Nebenlinie unter Graf Anton II. Die Delmenhorster Linie hatte zwar zunächst das schönere Residenzschloss, stand aber letztlich im Schatten der oldenburgischen Verwandtschaft, 1647 endete sie dann mit dem frühen und kinderlosen Tod des Grafen Christian IX. Graf Anton Günther übernahm die Grafschaft und

gliederte sie seinem Herrschaftsbereich ein. Die Herrschaft Delmenhorst wird in den Quellen auch als Grafschaft bezeichnet, so in dem ersten kaiserlichen Lehnsbrief von 1531, als Delmenhorst noch im Besitz des Bischofs von Münster war.

Dem wechselvollen Schicksal der Herrschaft Delmenhorst entspricht die eher zufällige schriftliche Überlieferung der gräflichen Verwaltung in Delmenhorst. Die Herausbildung einer eigenen Kanzlei in Delmenhorst nach 1577 wird angesichts der dominierenden Stellung der Oldenburger Linie nur zögerlich verlaufen sein und vor allem die Finanzverwaltung umfasst haben. Es sind kaum Spuren der Delmenhorster Kanzlei übrig geblieben, nach 1647 wurde das wichtige Schriftgut mit dem oldenburgischen Registraturen vereinigt. Inwieweit bei der völligen Zerstörung der Residenzanlage im Jahre 1711 anlässlich der Verpfändung Delmenhorsts an das Haus Hannover noch vorhandenes Schriftgut vernichtet wurde, lässt sich nur vermuten.

Urkundenabschriften befinden sich in Slg 80, Signatur: Best. 289 Nr. 416.

Inhalt:
Urkunden 1270-1695 (336): 13. Jh.: 4; 14. Jh.: 41; 15. Jh.: 81; 16. Jh.: 114; 17. Jh.: 96.
Protokolle 1626-1640 (3); Abgabe- und Steuerregister 1471-1578 (31); sonstige Amtsbücher 1498-1647 (9); Akten (vor allem Prozessangelegenheiten Bremen/Münster/Oldenburg) 1420-1637 (8).

Literatur:
Karl Sichart, Die Herrschaft Delmenhorst im Wandel der Zeiten, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 13 (1936), S. 1-59; Edgar Grundig, Geschichte der Stadt Delmenhorst bis 1848. Die politische Entwicklung und die Geschichte der Burg (Delmenhorster Schriften 9), Delmenhorst 1979; Dieter Rüdebusch, Die Grafschaft Delmenhorst zwischen Eigenständigkeit und Abhängigkeit, Oldenburg 1981, S. 5-14; Heinrich Schmidt, Herrschaft, Kirche und Gemeinde in Delmenhorst während des 16. und 17. Jahrhunderts, in: Rolf Schäfer/Reinhard Rittner (Hg.),

Delmenhorster Kirchengeschichte. Beiträge zur Stadt-, Schul- und Sozialgeschichte (Delmenhorster Schriften 15), Delmenhorst 1991, S. 41-66.

Verwandte Bestände:
Best. 20 (Grafschaft Oldenburg); Best. 22 (Regierungskanzlei Oldenburg); Best. 73 (Konsistorium Oldenburg); Z 12/27 (Dienstbibliothek Staatsarchiv): Kalender aus der Kanzlei Delmenhorst 1636 -

1656.

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet