NLA AU Dep. 15

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Wangelinstift Esens

Laufzeit

1615-1992

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Die Erbin der von Heespenschen Familiengüter, Adelheid Auguste von Wangelin, geb. von Heespen, stiftete das Wangelinstift 1756 zum Unterhalt bedürftiger adliger Witwen.

Bestandsgeschichte

VORWORT
1. Geschichte des Wangelinstifts
Adelheid Auguste von Heespen (1706-1758) heiratete 1728 den aus Mecklenburg stammenden, in dänischen Diensten stehenden Offizier Christian Friedrich von Wangelin (1682-1755). Ohne direkte Erben zu haben, beschloss sie nach dem Tode ihres Mannes, den von ihrem Vater, dem Kanzleidirektor Wilhelm von Heespen (1669-1742), ererbten Grund- und Hausbesitz in und um Esens in eine Familienstiftung für minderbegüterte Witwen aus vier mit ihr verwandten Familien einzubringen, um ihnen einen standesgemäßen Lebensabend zu ermöglichen: Die Stiftungsurkunde des von Wangelin'schen Familien-Witwen-Stifts zu Esens datiert vom 28. Januar 1756.

Als Stiftshaus diente den vier Stiftsdamen zunächst bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts das ehemalige von Heespen'sche Palais. 1943 wurde es bei dem verhängnisvollen Luftangriff auf Esens von einer Bombe getroffen; eine Stiftsdame kam dabei ums Leben. Kurze Zeit später übernahm die Stadt Esens das Haus zunächst zur Miete und baute es zum Rathaus um. Seit den 1960er Jahren ist das Gebäude im Besitz der Stadt. Als Rathaus ziert das traditionsreiche Gebäude auch heute noch den Esenser Marktplatz.

Das Stift besteht aktuell nur noch aus einem einstöckigen Wohngebäude und einer Hausmeisterwohnung in Esens. Mangels Kandidatinnen, die auf Grund der Stiftungsurkunde Anspruch hätten, wurden in den letzten Jahren vor allem Personen aufgenommen, die sozial schwach gestellt sind. Die Vermögensbasis des Stifts besteht auch weiterhin in erster Linie in den Höfen Haus Berdum und Folkertshausen.


2. Der Bestand
Die Unterlagen des Stifts werden seit 1909 im Staatsarchiv Aurich

verwahrt. 2003 wurde eine weitere Tranche Akten neu hinzugenommen (acc. 2003/30).

Der Bestand umfasst einen Zeitraum von 1615 - 1992, wobei der weitaus größte Anteil an Akten aus dem 19. Jahrhundert stammt. Überliefert wurden vor allem Administrationsrechnungen und die dazugehörigen Belege. Die Unterlagen geben jedoch auch Aufschluß über die Namen der Stiftsdamen, über allgemeine Verwaltungsvorgänge, über die wirtschaftliche Entwicklung der Stiftsgüter, des Grundbesitzes und der Gerechtsame sowie über die Gebäude des Stifts.

Der Bestand wurde von April bis Juni 2010 unter der Aufsicht von Hern Dr. M. Hermann von Herrn D. Nithack nach- und neuverzeichnet.

Aurich, im Juli 2010
Dietrich Nithack

Literatur:
KANZENBACH, Annette: Die Gemäldesammlung des Wangelinschen Witwenstifts in Esens im Licht alter Inventare; in: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands 79, 1999, S. 79-127 RUST, Edzard: Das Gebäude des heutigen Esenser Rathauses und sein Erbauer Wilhelm von Heespen. Ergebnisse einer Kunst- und baugeschichtlichen Untersuchung; in: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Osttfrieslands 78, 1998, S. 45-77

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung

Esens [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

15685

Ebenen_ID

1