NLA HA Dep. 139

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Privatnachlass Prof. Dr. Alexandra von der Decken

Laufzeit 

1750-1931

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte 

Vermittelt über das Staatsarchiv Stade wurde der kleine Bestand dem Hauptstaatsarchiv Hannover im Juli 2009 von Prof. Dr. Alexandra von der Decken als Schenkung überlassen. Er enthält Unterlagen ihrer Familie mütterlicherseits und bezieht sich auf einzelne Mitglieder der verwandten Familien von Eyffeler (Eiffler), von Bobers und v. a. Sartorius Freiherren von Waltershausen. Der Bestand enthält im Wesentlichen Urkunden des 18. und 19. Jahrhunderts, die sich auf einzelne Mitglieder der genannten Familien beziehen. Die ältesten Stücke sind drei kaiserliche Privilegien aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, zwei davon Adelsbriefe, mit denen Kaiser Franz I. die aus Hamburg stammenden Vettern Theodor Everhard und Johann Lucas (von) Eyffeler im Jahr 1750 sowie die Eheleute August Wilhelm (von) Bobers und Agnes Margaretha geb. Eyffeler im Jahr 1763 in den erblichen Reichsadelsstand erhob. Darüber hinaus enthält der Bestand eine kleine Sammlung von Siegeln - hauptsächlich Lacksiegeln - des 19. Jahrhunderts, die von Mitgliedern verschiedener adliger Familien stammen.

Das inhaltlich wohl bedeutendste Stück des Bestandes ist ein dreibändiges Reisetagebuch, das von Caroline Dorothea Sartorius anlässlich einer Reise durch das französisch besetzte Deutschland nach Luzern im Jahr 1812 verfasst wurde. Caroline Dorothea Sartorius geb. von Voigt (geb. 1779) unternahm diese Reise, die sie anschließend weiter nach Norditalien führte, zusammen mit ihrem Mann, dem Schriftsteller und Historiker Georg Friedrich Sartorius (1765-1828), mit dem sie seit 1805 verheiratet war. Sartorius (seit 1827 Freiherr von Waltershausen), von dem u. a. eine, nach seinem Tod entnommene Haarlocke in dem Bestand überliefert ist, war seit 1797 als Professor für Geschichte und Staatswissenschaften an der Universität Göttingen tätig und gehörte zu den engen Freunden Johann Wolfgang von Goethes. Sartorius pflegte zwischen 1801 und 1825 einen regen Briefwechsel mit Goethe, an dem sich auch seine ebenfalls literarisch interessierte Frau Caroline beteiligte und der 1931 von Else von Monroy ediert wurde. Insgesamt 25 dieser Briefe befanden sich noch nach dem Zweiten Weltkrieg in Familienbesitz. Inzwischen scheinen sie jedoch verloren gegangen zu sein.

Georgs nach seinem Taufpaten Goethe benannter Sohn, Wolfgang Sartorius Freiherr von Waltershausen (1809-1876), war im 19. Jahrhundert ein bedeutender Geologe, der ebenfalls an der Universität Göttingen lehrte und v. a. durch die Erforschung des Ätna bekannt wurde. Aus seinem Nachlass sind zwei lateinische Dokumente in den Bestand gelangt, eine Urkunde über seine Aufnahme in die Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg sowie ein Anschlag des Rektors der Universität Göttingen über seine Promotion zum Dr. phil. und Magister artium. Wolfgangs Schwester Marianne Georgine Friederike Julie Freiin Sartorius von Waltershausen (1812-1897) stellte schließlich die Verbindung zur Familie von Bobers her, indem sie am 16. Juni 1833 den Oberappellationsgerichtsrat Friedrich Karl von Bobers (1799-1858) heiratete.

Der Bestand wurde von der Unterzeichneten im August 2009 verzeichnet.

Hannover, im August 2009
gez. Dr. Claudia Kauertz

Literatur 

Goethes Briefwechsel mit Georg und Caroline Sartorius (von 1801-1825). Mit 15 neuen Goethe-Briefen und vielen anderen unbekannten Dokumenten aus der Goethezeit, bearb. und hrsg. von Else von Monroy, Weimar 1931.

Caroline Sartorius von Waltershausen, Zum Andenken an Georg Sartorius, Freiherrn von Waltershausen, Göttingen 1830.

Findmittel 

EDV-Findbuch 2009

Weitere Angaben (Bestand)

Benutzung 

Der Archivbestand ist im Rahmen der archivgesetzlichen Bestimmungen ohne Einschränkung benutzbar.