NLA HA V.V.P. 13

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Rotary-Club Hannover

Laufzeit

1953-1983

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Wochenberichte, Sitzungen des Distriktbeirates, Distriktkonferenzen, Jugendaustausch, Unterlagen von Partnerorganisationen
Findmittel: EDV-Findbuch in Bearbeitung
Umfang: 3,4 lfdm

Bestandsgeschichte

Der Rotary Club wurde 1905 in Chicago durch den Rechtsanwalt Paul P. Harris gegründet und diente ursprünglich nur als Netzwerk und Unterstützungsverein jenseits konfessioneller oder parteipolitischer Bindungen. Die Mitglieder sollten dabei "hervorragende" Vertreter der verschiedenen Gesellschaftszweige und Berufsgruppen sein. Bereits wenige Jahre nach seiner Gründung dehnte der Club seine Tätigkeit im Sinne des Dienstes am Nächsten und an der Gesellschaft aus. Rasch kam es zu "Filialgründungen" und zur Ausbreitung des Rotary Clubs über Chicago hinaus. Mittlerweile ist der Rotary Club ein internationales Netzwerk (Rotary International, seit 1922).
Die erste Clubgründung in Deutschland erfolgte 1927 in Hamburg durch den ehemaligen Reichskanzler Wilhelm Cuno sowie den Patenclub aus San Francisco. Insgesamt existieren in der Bundesrepublik Deutschland 800 Clubs in 14 Distrikten mit mehr als 43.500 Mitglieder.
Der Rotary Club Hannover wurde 1932 durch eine Initiative von Clubs aus Bremen und Berlin gegründet. Erster Präsident war Otto Franzius. Zu dieser Zeit zählte der RC Hannover 15 Gründungsmitglieder. Zwar wurde Rotary nach 1933 zunächst durch den NS-Staat geduldet, sah sich jedoch zunehmend Druck ausgesetzt. Man unterstellte den Clubs, Geheimbünde, Freimaurer und jüdisch zu sein sowie vor allem Kontakte ins Ausland zu pflegen. Im Jahr 1936 wurde die gleichzeitige Mitgliedschaft in der SS und bei den Rotariern verboten. Ein Jahr darauf durften auch Beamte keine Rotarier mehr sein. Noch im gleichen Jahr (1937) löste sich schließlich auch der Rotary

Club Hannover auf. Erste Treffen fanden erst 1947 wieder statt. Die eigentliche Neugründung unter dem Namen Rotary Club Hannover datiert hingegen in das Jahr 1949 (Rotary International machte eine demokratische Verfassung in der Bundesrepublik Deutschland zur Voraussetzung). Hatte die maximale Mitgliederzahl vor dem Zweiten Weltkrieg bei 35 gelegen, wies der RC Hannover nach 1949 ein stätiges Wachstum auf. 2008 zählte der Club 125 Mitglieder und gehört damit zu den größten im deutschsprachigen Raum. Aufgrund dieser Entwicklung bildeten sich im Großraum Hannover schließlich 5 weitere Rotary Clubs.

Ziele der Rotary Clubs sind die Schaffung freundschaftlicher Gemeinschaften nach innen, in denen sich die Mitglieder aktiv austauschen, und humanitäre Hilfeleistungen sowie Einsatz für Frieden und Völkerverständigung nach außen. Dabei lassen sich die Mitglieder von vier ethischen Grundsätzen, den "4 Fragen" leiten. 1: Ist es wahr? 2. Ist es fair für alle Beteiligten? 3. Fördert es Freundschaft und Guten Willen? 4. Dient es dem Wohl aller Beteiligten?

Rotary Clubs orientieren sich an 4 Grundprinzipien: 1. Berufsgruppenprinzip (die Vorschrift, dass maximal 5 Angehörige derselben Berufsgruppe aktive Mitglieder sein dürfen, soll der Heterogenität dienen), 2. Freundschaftsprinzip (als Basis eines Solidaritätsgedankens, der sowohl die Hilfe für sich selbst und Dritten sowohl innerhalb der lokalen Clubs als auch bei Rotary International meint), 3. Solidaritätsprinzip (humanitärer Auftrag) und 4. Vorschlagsprinzip (Mitgliedschaft kann nicht erworben werden, sondern muss vorgeschlagen werden).

Clubmitglieder sollen eine hervorragende Führungsrolle in ihrem Beruf bekleiden und in ihrem Handeln den Grundprinzipien von Rotary folgen (Seit 1989 ist es den bis dahin reinen Männerclubs gestattet, auch Frauen aufzunehmen - allerdings bleibt dies eine Entscheidung der lokalen Clubs). Sie verpflichten sich zu einer regelmäßigen Teilnahme (mindestens 60%) an den wöchentlich stattfindenden Treffen und sonstigen Aktivitäten sowie zur aktiven Beteiligung am Vortragswesen des Clubs.
Es gibt vier verschiedene Formen der Mitgliedschaft: 1. Aktivmitglied als Vertreter der Berufsklassen, nach 15-jähriger Mitgliedschaft wird man automatisch 2. aktives Seniorenmitglied ohne Berufsklassenzuordnung (dient der Verjüngung des Clubs), 3. Altmitglied und 4. Ehrenmitglieder. Letztere werden für 1 Jahr gewählt und sind während dieser Zeit beitragfrei. Sie sind jedoch weder stimmberechtigt, noch können sie in ein besonders Amt gewählt werden.

Struktur von Rotary

Die lokalen Clubs werden jeweils von einem für ein Jahr gewählten Präsidenten geleitet. Gemeinsam mit dem Vizepräsidenten, dem kommenden Präsidenten, dem Schatzmeister, dem Sekretär und den Leitern der Ausschüsse für Clubdienst, Berufsdienst, Gemeindienst und Jugenddienst bildet er den Vorstand und regelt die Geschicke des Clubs.
Die nächste übergeordnete Instanz ist der Governor, der einen aus 60 bis 80 Clubs bestehenden Distrikt leitet, ebenfalls für ein Jahr. Governor-Kandidaten werden von den Clubs eines Distrikts vorgeschlagen und von einem Nominierungsausschuss ernannt. Er hat die Clubaufsicht inne und fungiert als Bindeglied zwischen den lokalen Clubs und Rotary International. Unterstützt wird er vom Distriktbeirat. Zu seinen Aufgaben gehört u. a. der Besuch jedes einzelnen Clubs in seinem Distrikt. Außerdem ist der Governor verantwortlich für die einmal im Jahr stattfindende Distriktversammlung der Amtsträger und die für alle Rotarier offene Distriktkonferenz.

Im nationalen Governorrat stimmt er sich mit den Amtskollegen anderer Distrikte ab und vertritt gemeinsam mit ihnen die Interessen der Clubs gegenüber Rotary International.

Rotary International besteht aus allen Rotary Clubs weltweit und wird repräsentiert vom Weltpräsidenten (ebenfalls gewählt für ein Jahr). Die Verwaltung erfolgt durch den Zentralvorstand (Board of Direktors), der sich aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, dem kommenden Präsidenten und 17 Vorstandsmitgliedern aus den verschiedenen Regionen zusammensetzt. Ihnen nach geordnete sind die Generalsekretäre, von denen einer die zentrale Verwaltung in Evanston leitet und der andere das Europabüro in Zürich. Die Finanzen werden vom Schatzmeister betreut. Die Clubs sind der Verfassung von Rotary International verpflichtet und zahlen für jedes ihrer Mitglieder einen Beitrag an Rotary International. Dafür unterstützt Rotary International die Clubs, die Ziele von Rotary zu erreichen.
Eine regelmäßige Veranstaltung auf internationaler Ebene ist der Jahreskongress (Convention), bei dem die Amtsträger von Rotary International gewählt, Gesetzte abgestimmt werden etc. Jeder Rotary Club muss beim Jahreskongress vertreten sein, entweder durch ein eigenes Mitglied oder einen Bevollmächtigten. Einem Club stehen pro 50 Mitglieder ein Delegierter zu. Eine andere regelmäßige Veranstaltung ist der Gesetzgebende Rat, der allerdings nur alle drei Jahre zusammen tritt und Beschlüsse auch nur auf Vorschlag fasst.

Im Jahre 1937 wurde von Rotary International die Rotary Foundation gegründet mit dem Ziel, Verständnis und freundschaftliche Beziehungen zwischen verschiedenen Völkern zu fördern. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Pflege konkreter und wirksamer Projekte mit humanitärem, karitativem, erzieherischen oder sonstigem wohltätigen Charakter. Dies drückt sich hauptsächlich in Stipendien für Studenten, Lehrer und Behinderte, technische Ausbildungen sowie in Studiengruppenaustauschen aus.

Weitere Gliederungen, die Rotary nahestehen sind: A. Inner Wheel: Frauenclub, der sich in der Hauptsache aus Ehefrauen von Rotariern zusammensetzt, mit eigenem Clubleben. Ihr Ziel: "Mitgefühlt durch Freundschaft und persönlichen Einsatz". B. Rotoract: Jugendorganisation von Rotary. Die Mitglieder sind zwischen 18 und 32 Jahre alt. Ihr Ziel: "Lernen - Helfen - Feiern."

Bestandsgeschichte

Der vorliegende Bestand enthält das Archiv des 1955 gegründeten 149. Distrikts von Rotary International. Dieser umfasste die Clubs in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Wegen stetiger Clubneugründungen wurde der Distrikt 1969 geteilt und ein 155. Distrikt eingerichtet. Die Grenzen des neuen Distrikts bildeten Hannover, die südliche Landesgrenze Niedersachsens, nach Norden hin
Bremerhaven, Bremen, Verden und nach Osten Celle und Wolfsburg. Eine erneute Reorganisation erfolgte Ende der 1970er Jahre. Seit 1977 gehören diese Gebiete zum 1850. Distrikt.

Außerdem enthält der Bestand Wochenberichte und Vortragsmanuskripte des Rotary Clubs Hannover sowie die Registratur der Clubpräsidenten vor allem aus den frühen Nachkriegsjahren.

Im Jahre 1968 hat der damalige Governor des 149. Distrikts Böttcher mit dem Hauptstaatsarchiv Hannover einen Depositalvertrag abgeschlossen. Er besagt, dass es dem Archiv vorbehalten bleibt, für die Distriktgeschichte unwesentliches Schriftgut nach Ablieferung zu kassieren.
Bis Ende des 20. Jahrhunderts erfolgten in unregelmäßigen Abständen Abgaben der Governors nach Ablauf ihrer Amtszeit.

Literatur

Literatur

Eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte des Rotary Clubs oder von Rotary International außerhalb der eigenen Publikationen ist noch nicht nachweisbar. Siehe deshalb Klassifikationspunkt 05.

Hannover, Dezember 2010
gez. Kirsten Hoffmann

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung

Hannover, Stadt [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

2369

Ebenen_ID

1

Georeferenzierung

Bezeichnung

Stadt Hannover

Zeit von

1974

Zeit bis

2000

Objekt_ID

23

Ebenen_ID

120

Georeferenzierung

Bezeichnung

Stadtkreis Hannover

Zeit von

1928

Zeit bis

1974

Objekt_ID

3232027

Ebenen_ID

20