NLA HA Dep. 37 R

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Landschaft/Ritterschaft des Fürstentums Lüneburg: Ritterschaft

Laufzeit 

1609-1945

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten, Kassen- und Rechnungswesen, Ritterschaftliche Güter und Grundbesitz, Ritterschaftliche Kollegien, Rittertage, Ritterschaftliches Kreditinstitut, Ritterakademie zu Lüneburg
Findmittel: EDV-Findbuch
Umfang: 89,5 lfdm

Bestandsgeschichte 

I. Das Archiv der Land- und Ritterschaft des Fürstentums Lüneburg

Bereits 1913 hatte die Landschaft des Fürstentums Lüneburg das ältere Schriftgut ihres in Celle verwahrten Archivs im Staatsarchiv Hannover deponiert: die Urkunden, die gesamte ältere Registratur (bis 1764) und die wesentlichsten Aktengruppen der mittleren Registratur (1765 - 1812). Leider ist dieser wertvolle Teilbestand bis auf wenige Reste dem Bombenangriff des Jahres 1943 zum Opfer gefallen.

Doch blieb noch ein umfangreicher und inhaltlich nicht weniger bedeutender, bis in die ersten Jahrzehnte dieses Jahrhunderts reichender Bestand an Archivalien in Celle zurück, wo er der Benutzung nur schwer zugänglich war. Er wurde nun zunächst im Rahmen der Archivpflege neu geordnet und verzeichnet und dann, im Herbst 1981, im Hauptstaatsarchiv deponiert. Es handelt sich dabei um folgende Gruppen:

A = Urkunden, 233 Nummern, 1368 - 1731; überwiegend Schuldverschreibungen der Celler Herzöge und Quittungen ihrer Gläubiger. Wie dieses Material in das landständische Archiv gelangt ist, lässt sich nicht erkennen. Die bei der Landschaft erwachsenen Urkunden - Privilegienbestätigungen, Landtagsabschiede und dergleichen - sind sämtlich 1943 verbrannt.

L = Landschaftliches Archiv, etwa 1200 Nummern; unterteilt in ältere (davon nur Reste), mittlere (soweit nicht 1943 vernichtet) und neuere Registratur. Darin auch Akten betreffend die Landschaftlichen Brandkasse, das Zuchthaus und die Hebammenlehranstalt in Celle.

R = Ritterschaftliches Archiv, etwa 1500 Nummern; einsetzend mit dem 18. Jahrhundert, Hauptmasse aus dem 19. Jahrhundert. Darin auch Akten betreffend die Ritterakademie in Lüneburg und die Verwaltung der ritterschaftlichen Güter in Mecklenburg (diese bereits mit Beginn des 17. Jahrhunderts einsetzend).

K = Ritterschaftliches Kreditinstitut, etwa 500 Nummern; umfasst die Akten dieser 1790 zum

Zweck der Entschuldung der landtagsfähigen Güter, der Darlehnsgewährung und der Geldanlage errichteten Anstalt, die bis heute fortbesteht.

S = Sammlungen, etwa 330 Nummern. Hierin befinden sich Manuskripte von historischen Abhandlungen, Deduktionen, Materialsammlungen usw., die von der Land- oder Ritterschaft erworben oder in ihrem Auftrag angefertigt worden sind, u.a. von den Landschaftssyndici Bilderbeck, Jacobi und Vogell. Dazu kommen Akten aus Nachlässen, insbesondere von deutsch-hannoverschen Politikern aus der Zeit nach 1866 (Ernst von der Decken-Preten, Alexander von Münchhausen, Hermann von Hodenberg). Von großem Wert sind die aus dem Nachlass Wilhelm von Hodenbergs angekauften Vorarbeiten zu den von ihm geplanten, die gesamten altwelfischen Lande umfassenden Urkundenveröffentlichungen, von denen bekanntlich nur ein kleiner Teil erschienen ist; darunter befinden sich Regesten und Abschriften, deren Vorlagen heute nicht mehr vorhanden sind.

Insgesamt nehmen diese Archivalien, die dem als Restbestand noch vorhandenen Depositum 37 hinzugefügt worden sind, gut 200 laufende Regalmeter ein. Sie sind bedeutsam nicht nur für die Geschichte der landständischen Vertretungen des Fürstentums Lüneburg und der von ihnen getragenen Institutionen, sondern geben darüber hinaus Aufschluss über manche Aspekte der inneren Entwicklung des Lüneburger Landes, die in den Akten staatlicher Provenienz nur unzureichend dokumentiert sind. Das Hauptstaatsarchiv verwahrt nunmehr die erhaltenen Urkunden und Akten der Landstände sämtlicher Territorien innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs.

gez. Dr. Dieter Brosius

Der Bestand ist im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes in die archivische EDV-Datenbank unter der Fachsoftware izn-AIDA übertragen worden.

Hannover, im Dezember

2013

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

teilweise verzeichnet