NLA HA Dep. 141

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Description

Identification (short)

Title 

Gutsarchive Wathlingen und Uetze (Familie von Lüneburg)

Fonds data

Short description 

Findmittel: EDV-Findbuch in Bearbeitung
Umfang:

Custodial history 

1. Zur Geschichte der Familie von Lüneburg und der Güter Wathlingen und Uetze

Gutsarchiv Wathlingen

Der Hauptteil des Gutes Wathlingen ging aus dem ehemaligen von Dagefördeschen Rittersitz hervor, der die größeren Rechte besaß, wie etwa die Gerichtsherrschaft und die Jurisdiktion über den damaligen Wald. 1615 fiel Gut Wathlingen der Landesherrschaft heim, die es bis 1634 behielt und von einem Amtmann verwalten ließ. Die im Archiv überlieferten Akten setzen im Wesentlichen in dieser Zeit ein. Aus der Familie der Vorbesitzer von Dageförde haben sich nur 2 alte Hausbücher des Heinrich von Dageförde (ca. 1480-1500) und des Matthias von Dageförde (ca. 1590) erhalten. Sie dokumentieren v. a. den weitverstreuten Grundbesitz dieser Familie. Nur diejenigen Teile dieser Ländereien, die Lehen des Fürstentums Lüneburg waren, gelangten an die Familie von Lüneburg. Später kamen durch Kauf noch die beiden anderen ursprünglich in Wathlingen vorhandenen Güter hinzu. Das von Bortfeldsche Gut mit dem Korn- und Fleischzehnten zu Grätze und Altmerdingen und dem halben Zehnten zu Dachtmissen wurde bereits 1687 gekauft, während die Familie das ehemals von Offensensche, von Merrettichsche etc. Allodialgut dann 1732 erwerben konnte. Von Bedeutung war endlich 1742 der Ankauf des Zehnten zu Wathlingen, ein Lehen des Hochstifts Hildesheim, das sich ursprünglich in der Hand der Familie von Offensen befunden hatte.
Die Vollständigkeit der Akten ist unterschiedlich. Bis etwa 1765 waren in Wathlingen auch dort wohnende Gerichtshalter, die eine ordnungsgemäße Registratur führten. Nach dem Tode des Landschaftsdirektors Joachim Friedrich von Lüneburg im Jahr 1764 wurde ein gerichtlich bestallter Konkursverwalter eingesetzt. Als solcher war viele Jahre lang der Kommissar Hüser in Celle tätig, dessen Unordnung in den Akten vielfach hervorgehoben wird.
Mit der Gründung des Ritterschaftlichen

Kreditinstituts (1790) wurde dieses mit der Verwaltung des Gutes Wathlingen betraut. Georg von Lüneburg (gest. 1816), der Enkel des Landschaftsdirektors, konnte allmählich immer größere Teile des Familienbesitzes in Pacht nehmen und baute so die Gutswirtschaft mit einer neuen Brennerei wieder auf. Gerichtshalter wurde der tüchtige Landsyndikus Vogell, der sehr um eine ordnungsgemäße Aktenführung bemüht war.
Im Jahr 1830 übernahm Major Georg von Lüneburg (gest. 1866) das Gut. Unter seiner Ägide wurden die Zehnten und Meiergefälle abgelöst. Einen Teil der Zehnten erbte dessen Bruder Adolf zu Essenrode. Die dort gefundenen Rezesse sind den Akten beigefügt.
In der Zeit des Besitzers Alphons von Lüneburg (ab 1866) sind nur wenige Akten entstanden, da er seine Aufzeichnungen hauptsächlich in kleinen Notizbüchern machte. Die erhaltenen Vorgänge beschränken sich nur noch auf die Land- und Forstwirtschaft des Gutes Wathlingen. Ähnliches gilt für die Zeit des Hans von Lüneburg (ab 1924), des letzten männlichen Vertreters des Geschlechts, das mit dessen Tod 1949 erlosch. Bis ca. 1943 waren noch fast alle Gutsrechnungen von 1700 bis 1760 sowie ab 1791 vorhanden. Aus räumlichen Gründen wurden damals die Abrechnungen bis auf etwa jeden zehnten Jahrgang vernichtet.

Die Gerichtsakten wurden um 1850 an das Amt Eicklingen abgegeben. Allerdings blieben einzelne Teile, wie etwa das Bruch- und Wrogenregister, zunächst noch zurück, bevor sie 1980 an das Hauptstaatsarchiv Hannover abgegeben und dort in die entsprechenden staatlichen Bestände eingeordnet wurden.

Wathlingen, März 1965

Heinz Henning von Reden

Gutsarchiv Uetze

Das Archiv des Gutes Uetze im Landkreis Burgdorf (ehemaliges Amt Meinersen) beginnt mit dem Erwerb des Gutes 1624 durch Herzog August den Älteren zu Braunschweig-Lüneburg (Celle) für seine natürlichen Söhne (von Lüneburg) von der im Vermögensverfall

befindlichen Familie von Saldern.
Der in der Folgezeit sich ergebende Aktenbestand ist sehr unterschiedlich. Seit mindestens 1649 lebte Friedrich von Lüneburg in Uetze und hat es bis zu seinem Tod 1686 in Selbstbewirtschaftung betrieben. Nach seinem Tod erfolgt einer kurze Zeit der Verpachtung, worauf dann bis ca. 1723 der Landhauptmann Christian Friedrich von Lüneburg eine Eigenwirtschaft in Uetze unterhielt. Offenbar war aber das zur Zeit von Friedrich von Lüneburg noch verpachtete bzw. verpfändete Gut Wathlingen unter dem jungsten seiner Söhne, Werner Ludwig von Lüneburg, so verbessert worden, dass nach Werner Ludwigs Tod im Jahr 1722 sein Nachfolger Christian Friedrich von Lüneburg nach Wathlingen zog. Aus der dann folgenden Zeit ist der Aktenanfall gering - offenbar erfolgte Einzelverpachtung - es erfolgt nur 1749 die völlige Renovierung des Wohnhauses und der Neubau einiger Häuslingshäuser, und zwar durch den Landschaftsdirektor Joachim Friedrich von Lüneburg, ohne dass ersichtlich ist, welche Pläne dieser mit der Renovierung verfolgte.
Mit dem nach desen Tod eintretenden Konkurs (1765) hören die Akten ganz auf, sie werden wohl bei dem Zwangsverwalter Kommissar Häuser und später beim Ritterschaftlichen Kreditinstitut geblieben sein.
Neue Akten entstehen erst wieder unter dem mit der Familie von Lüneburg befreundeten Gutspächter Graf Grote ab 1805. Infolge der Vernichtung des Wirtschaftshofes durch Brand im Jahr 1811 und eines sehr behelfsmäßigen Aufbaus ergeben sich Streitigkeiten. 1819 erfolgt die Neuverpachtung an den Pächter Staats Abensen (bis 1828). Seit jener Zeit scheint ein kleiner Teil der Grundstücke in Selbstbewirtschaftung der Familie (Hans von Lüneburg) gekommen zu sein, die meisten Flächen bleiben - auch nach der sehr unglücklich durchgeführten Verkoppelung - einzeln verpachtet. Als der einzige, gleichnamige Sohn Hans (gest. 1926) des späteren

Besitzers Hans von Lüneburg im Jahr 1892 im Alter von 6 Jahren stirbt, wird auch die Eigenwirtschaft verpachtet. Nachdem mit 2 Pächtern Schwierigkeiten auftraten, erfolgt seit 1910 die Einzelverpachtung sämtlicher Gutsgrundstücke. Im Jahr 1950 wird aus verschiedenen Flächen, die schon früher zur Selbstbewirtschaftung gehörten, wieder eine Hofwirtschaft gebildet und an einen ostvertriebenen Landwirt verpachtet. Durch Abverkäufe entfernt und einzeln gelegener Teile wird das Gut erheblich verkleinert.
Zum Gut gehörte seit 1627 die Untergerichtsbarkeit über die zum Gut gehörenden Höfner. Die Gerichtsakten hatten sich seit dem Beginn der Gerichtsbarkeit in großem Umfang erhalten und wurden um 1942 an das Staatsarchiv in Hannover abgegeben. Geringe Reste blieben beim Gutsarchiv.
Nach dem Tod des Hans von Lüneburg im Jahr 1926 fiel das Gut an dessen gleichnamigen Neffen Hans von Lüneburg (gest. 1948) auf Wathlingen. So wurde das Uetzer Achiv nach Wathlingen überführt, wo es sich bis zur Abgabe an das Hauptstaatsarchiv im Jahr 2010 befand.

Besitzerfolge des Gutes Uetze

Herzog August der Ältere zu Braunschweig-Lüneburg (Celle): Ankauf des Gutes von Frau von Reden 1624
Brüder Georg (gest. 1642) und Friedrich (gest. 1686) von Lüneburg auf Uetze
Landeshauptmann Christian Friedrich von Lüneburg auf Uetze (gest. 1728)
Landschaftsdirektor Joachim Friedrich von Lüneburg auf Uetze (gest. 1764)
Drost Georg von Lüneburg auf Uetze, ab 1790 Zwangsverwaltung (gest. 1794)
Hauptmann Georg von Lüneburg auf Uetze (gest. 1816)
Hans von Lüneburg auf Uetze (gest. 1861)
dessen Söhne Alphons (1861-1866 Uetze, danach Wathlingen), Hans auf Uetze (gest. 1926)
Hans (gest. 1948) auf Wathlingen, erbt Uetze 1926, Neffe des vorigen Besitzers Hans von Lüneburg, Sohn von dessen Bruder George



Die ehemaligen Signaturen W 4 (Bruch- und Wrogenregister, Gerichtsprotokolle, 1725-1760), W 5

(Bruch- und Wrogenregister 1730-1760), W 6 (Bruch- Wrogenregister 1791-1818 sowie Rechnungslegung Reuterwiese 1745) und W 7 (Gerichtsakten: Verfahren gegen Catharina Marie Hohwinkel wegen Kindsmord 1764 sowie Hofmeister Oelmann gegen Gaertner wegen Erbschaft 1807 und Schuldsachen Oelmann 1843) wurden 1980 an das Hauptstaatsarchiv Hannover abgegeben und hier dem Bestand ####?? (Signaturen ??) zugeordnet.

Benutzungshinweise:
Das Archivgut unterliegt den Bestimmungen des Niedersächsischen Archivgesetzes.

Information / Notes

Additional information 

teilweise verzeichnet