NLA HA Dep. 107

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Familien- und Gutsarchive aus der Grafschaft Hoya

Laufzeit

1404-1907

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Urkunden, Fideikommissakten, Guts- und Familienakten, darunter Familiennachrichten, Lehnssachen, Verpachtungen, Zehntsachen, Jagd und Fischerei, Legate und Stiftungen, Bausachen, Prozesse
Findmittel: EDV-Findbuch
Umfang: 14,7 lfdm

Bestandsgeschichte

I. Bestandsgeschichte

Der Bestand, der aus 56 Originalurkunden und 718 Akten des 16. bis 19. Jahrhunderts besteht, stammt aus dem Besitz des Nienburger Museumsvereins. Er wurde von dem Nienburger Lehrer und Heimatpfleger Friedrich Heller zwischen den Weltkriegen zusammengetragen und in den 1930er Jahren in das Archiv der Hoya-Diepholzschen Landschaft überführt. Als Mischbestand besteht er aus mindestens 15 Provenienzen und enthält im Wesentlichen Urkunden und Akten aus den Guts- und Familienarchiven folgender Güter und Familien:

von Staffhorstsches Gut in Hoya
von dem Busschesche Güter in Hoya, Hämelsee und Andertenburg
Gut Eystrup
Gut Haßbergen
Gut Eickhof
von Kronenfeldtsche Güter in Donhausen und Heissum
adlig-freie Höfe in Nienburg (von Hasberg; Schriever; Teuto/von Sternenfeld/Helmer/Erdmann).

Daneben gehört zu der Sammlung aber auch kommunales Archivgut, z.B. Gildebriefe der Stadt Nienburg oder Unterlagen der Gemeinde Glashof, sowie familiengeschichtliche Unterlagen bürgerlicher Familien (Familien Best; Koch in Barenburg; Leyser in Neustadt am Rübenberge, Hannover, Loccum, Clausthal und Völksen; Rabe in Hannover, Döhren, Pattensen und Hoya), die ebenfalls Eingang in den Bestand fanden.

Die wertvollsten Teile der Sammlung sind zwei Familien- und Gutsarchive, nämlich der von Staffhorst zu Hoya und der von dem Bussche zu Hoya, Hämelsee und Andertenburg.

Der Name der Herren von Staffhorst verweist auf ein Dorf im Erzsitft Bremen als ursprünglichem Sitz. Noch im Mittelalter wurden sie in der Grafschaft Hoya ansässig. Hier spielten im 16. Jahrhundert mehrere Vertreter des Geschlechts eine politische Rolle. Außerdem dehnten sie ihren Besitz auf das Fürstentum Lüneburg aus. Sie starben 1815 aus und wurden von den Herren von Bremer beerbt. Spätestens im 16. Jahrhundert erwarben die von Staffhorst einen Burgmannshof in Hoya, von wo die Akten auf

unbekanntem Wege nach Nienburg gekommen sind. Die Herren von dem Bussche stammen aus der Mannschaft des Stifts Osnabrück. Sie teilten sich früh in zahlreiche Linien. Eine von ihnen, die Herren von dem Bussche-Münch, besaß im 19. Jahrhundert Rittergüter in Hoya und Hämelsee, die davor der Familie von Weyhe gehört hatten.

Wie und wann die Archivalien der von dem Bussche in den Besitz des Museumsvereins gelangt sind, ließ sich ebenso wenig ermittteln wie im Falle der von Staffhorstschen Unterlagen. Die übrigen Archivalien sind dem Verein von verschiedenen Privatpersonen geschenkt worden: so die Gutsakten Eystrup und Haßbergen von dem Gutsbesitzer Freiherrn von Eynatten auf Haßbergen, die Familienakten Schriever und Best (aus dem Nachlass des um 1892 verstorbenen Oberförsters a. D. Carl Friedrich Best in Nienburg) von dem Gutsbesitzer Schriever in Nienburg, die Familienakten Teuto/von Sternfeld/Helmer/Erdmann sowie Rabe und Leyser von dem Gutsbesitzer Erdmann in Nienburg, die Familienakten von Hasberg von einem Fräulein Schmeidel in Nienburg. Außerdem ist auf verschiedenen Gildeprivilegien der Name des Schenkers vermerkt.

Weil die Unterlagen in Nienburg schlecht untergebracht und nicht erschlossen waren, gelangte die Sammlung nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit dem Archiv der Hoya-Diepholzschen Landschaft (Dep. 106) im Mai 1973 in das Staatsarchiv Hannover.

Wie bei dem Landschaftsarchiv sind auch bei der Sammlung des Museumsvereins Verluste aufgetreten. Die Mehrzahl der von Staffhorstschen Urkunden und Teile der Gutsakten Eystrup und Haßbergen gerieten 1946 bei der Auslagerung in Warmsen in ein Hochwasser und gingen zugrunde; manches mag auch entwendet worden sein. Die verbliebenen Akten weisen zum Teil starke Wasserschäden auf.


II. Bestandserschließung

Bei der Übernahme in das Hauptstaatsarchiv 1973 befanden sich die Akten in ungeordnetem Zustand.

Zahlreiche Akteneinheiten waren zerrissen; die ursprüngliche Folge der Schriftstücke innerhalb der Akten war häufig gestört. Viele Archivalien waren mit Farb- und Bleistift beschmiert. Die Wiederherstellung der alten Ordnung war anhand der Aktenaufschriften am leichtesten möglich bei den Gutsarchiven von Staffhorst und von dem Bussche. Dagegen mussten bei den übrigen Provenienzen Aktenbände durchweg erst formiert werden. Anschließend wurden sie chronologisch geordnet, nur bei den Gutsakten Eystrup war eine Untergliederung angebracht.

Durch Abschreiben des 1974 von Dr. Jörg Walter erstellten Findbuchs wurde der Bestand im Sommer 2008 EDV-technisch erschlossen. Eine Restaurierung der geschädigten Akten steht bislang noch aus.
Der ursprüngliche, 1973 in das Hauptstaatsarchiv gelangte Bestand besteht aus den Signaturen Dep. 107 Nrn. 1-763. Die Signaturen Dep. 107 Nrn. 764-774, die sich auf die Stadt Nienburg beziehen und vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert stammen, wurden dem Bestand nachträglich hinzugefügt.


III. Hinweise

Die in dem Bestand verzeichneten Akten des Gutes Eickhof bei Liebenau sind Bruckstücke eines größeren Archivs. Andere Teile sind in den Jahren 1949/1950 in das Staatsarchiv Hannover gelangt. Sie sind in dem Bestand Hann. 301,4 (Gut Eickhof) zu finden.

Weitere Urkunden und Akten der Familie von Staffhorst befinden sich im NLA - Staatsarchiv Bückeburg. Darüber hinaus sind mehr als 170 Urkunden der Familie von Staffhorst im Heimatmuseum Hoya (Bestand: Staff Urk) überliefert (Vgl. dazu Elfriede Hornecker, Die Herren von Staffhorst und ihre Rolle in der Grafschaft Hoya, Hoya (2000) (Hoyaer Hefte. Schriftenreihe des Heimatmuseums Grafschaft Hoya Nr. 5)).


IV. Literatur

Thorsten Neubert-Preine, Die Rittergüter der Hoya-Diepholz´schen Landschaft, Nienburg 2006.


Hannover, im August 2008
gez. Dr. Claudia

Kauertz

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

teilweise verzeichnet