NLA HA Dep. 93

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Familie von Malortie

Laufzeit 

1385-1930

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Nachlasssachen, Militaria, Korrespondenz, wissenschaftliche Notizen und Arbeiten u.a., Unterlagen von Ernst von Malortie, u.a. persönliche Angelegenheiten, Bestallungen, Ordensverleihungen, Veröffentlichungen (v.a. zur Geschichte des Braunschweig-Lüneburgischen Hauses), Studien über die Welfen und das hannoversche Königshaus
Findmittel: EDV-Findbuch
Umfang: 6,2 lfdm

Bestandsgeschichte 

I. Geschichte der Familie von Malortie

Die Familie von Malortie entstammt dem französischen Uradel der Normandie. Nach Aufhebung des Edikts von Nantes (1685) traten zwei Brüder aus der Familie in braunschweig-lüneburgische Militärdienste. Die Söhne des jüngeren Bruders blieben als Offiziere und Beamte im Land. Von deren Nachfahren spielen der Generalleutnant Carl von Malortie (1737-1798), dessen Sohn, der Generalforstdirektor Ferdinand von Malortie (1771-1847), und vor allem - aus der nächsten Generation - der hannoversche Oberhofmarschall und Minister des Königlichen Hauses (Carl Otto Unico) Ernst von Malortie (1804-1887) eine besondere Rolle. Ernst von Malortie war es, der das Material des Depositums zusammengetragen und formiert hat. Unter den beiden letzten hannoverschen Königen Ernst August I. und Georg V. hat Ernst von Malortie die Hofverwaltung geleitet und sowohl über die praktischen Funktionen eines Zeremonienmeisters und obersten Küchenchefs wie über die geschichtliche Entwicklung des hannoverschen Hofes literarisch gearbeitet und veröffentlicht. Eine stattliche Reihe von Manuskripten ließ er bei seinem Tode ungedruckt zurück.


II. Bestandsinformation

Das in dem Bestand erhaltene Archiv der Familie von Malortie aus dem Besitz des Oberhofmarschalls Ernst von Malortie gelangte zunächst an dessen Neffen in Dresden. Der wertvollste Teil des Fideikomissvermögens ist dort 1945 verbrannt. Der schriftliche Nachlass hat sich eher zufällig erhalten, weil er bei dem Major a. D. Hermann von Malortie (1884-1945) in Gmund am Tegernsee in Sicherheit gebracht worden war. Als das Staatsarchiv 1963 auf dieses Schriftgut aufmerksam wurde, befand es sich im Besitz des Obersten a. D. Albert von Malortie (1887-1975), den die Nachkriegswirren nach Lutterberg bei Hannoversch-Münden verschlagen hatten. Ende Oktober 1963 sichtete Joseph König das Material, Anfang November

holte er es ab. Der zugehörige Depositalvertrag mit Albert von Malortie wurde - im Einverständnis mit dessen Sohn, dem Jägmästare Christian von Malortie in Stockholm - am 16.April/ 01.Mai 1964 abgeschlossen.

Den Kern des Bestandes bildet der Nachlass des Oberhofmarschalls Ernst von Malortie, der aus persönlichen Unterlagen, Korrespondenzen, literarischen Sammlungen und Ausarbeitungen besteht. Daneben sind in dem Bestand noch Unterlagen aus den Nachlässen seines Vaters Ferdinand von Malortie, seines Bruders Hermann von Malortie (1807-1866) und seines Neffen Baron Carl von Malortie (geb. 1838), Schließlich enthält der Bestand noch einige erwähnenswerte militärgeschichtliche Unterlagen seines Großvaters, des Generalleutnants Carl von Malortie, aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Der Bestand ist ohne Einschränkungen benutzbar.


III. Bestandserschließung

Bei der Aufstellung und Verzeichnung des Verwahrbestandes orientierte sich Joseph König im Wesentlichen an einem älteren, von Ernst von Malortie angelegten Aktenverzeichnis (vgl. Dep. 92 Nr. 110), dessen Gliederung in zwei Abteilungen (A und B) jedoch nicht sonderlich glücklich scheint. Dennoch folgte König - abgesehen von manchen Ergänzungen - in der Numerierung und Bezeichnung der Aktentitel dem älteren Repertorium, da die Akten größtenteils danach signiert waren. Außerdem rechnete König mit der Möglichkeit einer späteren Abgabe der noch in Lutterberg verbliebenen, etwa 4 bis 5 Fach Restakten. Die Beibehaltung der - inzwischen lückenhaft gewordenen - alten Ordnung, sollte die spätere Eingliederung dieser und weiterer, eventuell noch hinzukommender Stücke erleichtern.

Die in Lutterberg zurückgebliebenen Restakten beziehen sich speziell auf die Familie von Malortie sowie einzelne Privatangelegenheiten des Ernst von Malortie. Albert von Malortie wollte sie für die geplante Abfassung eines von 1886

bis zur Gegenwart führenden Nachtrags zu den von Ernst von Malortie zusammengestellten "Historischen Nachrichten der Familie von Malortie", Hannover 1872, 1. Nachtrag Hannover 1886, auswerten. Sie sind bislang nicht in das Depositum gelangt.

Der Bestand ist im Mai 2007 im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes in die archivische EDV-Datenbank unter der Fachsoftware izn-AIDA übertragen worden. Im Rahmen dieser Erschließungsarbeiten sind die Akten fortlaufend neu numeriert und in ein neues Gliederungsschema eingearbeitet worden.


IV. Literatur

Ernst von Malortie, Historische Nachrichten der Familie von Malortie von 1132-1872, Hannover 1872.

Ders., Nachtrag zu den historischen Nachrichten der Familie von Malortie 1872-1886, Hannover 1886.

Hannover, im Juni 2007
gez. Dr. Claudia

Kauertz

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

teilweise verzeichnet